Die Europäische Union (EU) hat sich auf neue Haftungs­regeln für in Schieflage geratene Groß­banken geeinigt. Ab 2018 sollen nicht die Steuerzahler, sondern die Aktionäre einer Bank an der Rettung ihres Kredit­instituts beteiligt werden. Reicht das nicht, kommen die Gläubiger – darunter auch Privat­anleger – an die Reihe, die der Bank Geld geliehen haben. Erst wenn auch das nicht reicht, wird der Steuerzahler zur Kasse gebeten.

Sparer mit Guthaben bis zu 100 000 Euro werden aber grund­sätzlich nicht an einer Bankenrettung beteiligt. Ihre Einlagen sind bei Instituten mit Sitz in der Europäischen Union bis zu 100 000 Euro pro Person gesetzlich geschützt. Das ist bereits geltendes Gesetz.

Mit den neuen Regeln zieht die EU-Kommis­sion Lehren aus der Finanz­krise. Die neuen Haftungs­regeln betreffen vor­erst nur Banken, die als besonders bedeutend gelten. Welche Institute das im Einzelnen sind, bestimmt die jeweilige Aufsicht des Landes. Da noch über Details verhandelt werden wird und das EU-Parlament noch zustimmen muss, ist mit einer Einigung nicht vor Jahres­ende zu rechnen. In Kraft treten soll die neue Banken­richt­linie im Jahr 2018.

Tipp: Sparer mit einem Guthaben von mehr als 100 000 Euro sollten ihr Geld auf mehrere Banken verteilen, damit in jedem Fall der bereits geltende gesetzliche Schutz greift.

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