Pleite von Billigstromanbietern Meldung

Vor fast vier Jahren gingen die ersten neuen Stromanbieter bundesweit auf Kundenfang. Doch von der anfänglichen Euphorie über den Wettbewerb ist nun nichts mehr übrig. Viele der neuen Stromanbieter haben Insolvenz angemeldet. Jüngste Beispiele: Ares und Riva Energie, zwei Pioniere des liberalisierten Marktes. Betroffen sind etwa 250.000 Stromkunden. test.de erklärt die aktuelle Lage auf dem Strommarkt und sagt, was Kunden von Billigstromanbietern tun müssen, wenn das Unternehmen Insolvenz angemeldet hat.

Fehlende Regulierung

Ein Hauptgrund für das Sterben sehen Verbraucherschützer und neue Anbieter in der fehlenden Regulierung des Marktes: Die Stromnetze blieben in der Hand der alten Versorger. Sie können festlegen, was andere Anbieter zahlen müssen, um Strom durch die Netze zu leiten. Diese Gebühren sind oft sehr hoch. Viel Spielraum für günstige Angebote bleibt den neuen Unternehmen aufgrund der kleinen Gewinnspanne oft nicht.

Neue Preiserhöhungen

Da die alten Stromriesen und ihre Tochterunternehmen den Markt weiter dominieren, können sie die Preise wieder kräftig anheben. Zum Jahreswechsel wurde der Strom vielerorts teurer, oft begründet mit der Ökosteuer. Einige Versorger schlugen sogar mehr drauf.

Was tun bei einer Pleite

Keine Panik: Wenn ein Billigstromanbieter Pleite geht, sitzen die Kunden nicht im Dunkeln. Mit den folgenden Tipps vermeiden Sie Hektik und behalten den Überblick:

  • Stromversorgung. Per Gesetz ist der lokale Energieversorger dazu verpflichtet, Sie unterbrechungsfrei mit Strom zu versorgen.
  • Einzugsermächtigung. Widerrufen Sie die Einzugsermächtigung, wenn Sie eine solche erteilt haben. Bucht der Stromversorger trotzdem noch Geld ab, das ihm nicht zusteht, können Sie die Abbuchung von Ihrer Bank rückgängig machen lassen.
  • Zählerstand. Lesen Sie den Stromzähler ab. So vermeiden Sie Ungenauigkeiten bei der Schlussabrechnung.
  • Vertrag. Kann ein Billiganbieter die Versorgung nicht mehr aufrecht erhalten, entsteht erst einmal zwischen Ihnen und dem Lokalanbieter ein neuer Stromvertrag. Bei vielen Versorgern können Sie diesen aber innerhalb der nächsten drei Monate kündigen und sich einen anderen Stromanbieter suchen. Vorsicht bei Verträgen, die Sie länger an den ansässigen Versorger binden.
  • Tarif. Der ortsansässige Netzbetreiber muss Sie zu seinen allgemeinen Tarifen versorgen. Allerdings ist er nicht dazu verpflichtet, Ihnen seinen günstigsten Tarif anzubieten.
  • Wechsel. Planen Sie etwa sechs bis acht Wochen für den erneuten Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter ein. Die Umstellung erfolgt im Allgemeinen nur zum Ersten eines Monats.
  • Streitfälle. In Streitfällen hilft die Rechtsberatung der Verbraucherzentrale.

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