Pleite der Unister Firmengruppe Meldung

Die Urlaub­sportale von Unister sind trotz Insolvenz wieder bei Google zu finden. Das Leipziger Unternehmen Unister hatte Mitte Juli Insolvenz angemeldet – vier Tage nach dem Tod seines Geschäfts­führers Thomas Wagner. In der Folge haben auch die Tochter­unternehmen Urlaubs­tours GmbH, UDeals, Unister GmbH und Unister Travel Insolvenz angemeldet. Zu letzterer gehören auch die bekannten Online-Portale Ab-in-den-urlaub.de und Fluege.de. test.de erklärt, was Reisekunden jetzt wissen müssen.

Wieder bei Google gelistet

Bei Internet­suchen nach Urlaubs­angeboten sind die beiden Reiseportale Ab-in-den-Urlaub.de und Fluege.de trotz der Insolvenz des Mutter­konzerns Unister bei Google wieder zu finden. „Mit Google konnten wir eine Einigung erzielen“, sagte der Insolvenz­verwalter des Internet­konzerns Unister, Lucas Flöther, dem Handels­blatt. „Die Unister-Portale sind dort jetzt wieder gelistet.“ Ab-in-den-Urlaub.de, Fluege.de und rund 40 weitere Unister-Töchter hatten mit teuren Vereinbarungen dafür gesorgt, dass Google die Portale bei Such­begriffen wie Urlaub oder Mallorca stets weit oben anzeigte. Weil laut „Handels­blatt“ aber erhebliche Forderungen offen blieben und sich Unister für zahlungs­unfähig erklärte, verschwanden die Unister-Portale vorüber­gehend aus der Liste.

Tipp: Dass es für Urlauber gute Alternativen zu Unister gibt, zeigt unser Test von Flugbuchungsportalen, bei dem die drei Unister-Portale nur ausreichend abschnitten.

Insolvenz nach Flugzeug­unglück

Am Donners­tag, 14. Juli 2016 war der Gründer und Geschäfts­führer des Unter­nehmens Unister Thomas Wagner mit einem Klein­flugzeug über Slowenien abge­stürzt. Vier Tage später hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Zu Unister gehören über 40 Onlineportale, unter anderem Ab-in-den-urlaub.de und Fluege.de, aber auch Vergleichs­portale wie Preis­vergleich.de oder Geld.de. Neben Unister meldeten weitere Tochter­unternehmen bereits Insolvenz an, unter anderem die Muttergesell­schaft der Reises­parte, Unister Travel.

Gebuchte Urlaube sind sicher

Wer für diesen Sommer einen Urlaub auf einem der von Unister betriebenen Portale wie Ab-in-den-Urlaub.de oder fluege.de gebucht hat, muss nicht um die Erholung bangen: Der Verbraucher schließt die Verträge direkt mit dem Flug­unternehmen, dem Reise­ver­anstalter oder dem Hotel. Die Reiseportale von Unister treten dabei nur als Vermittler auf. Anders verhält es sich bei dem Reise­ver­anstalter Urlaubs­tours, mit dem Kunden direkt Verträge abschließen. Wie das Unternehmen versicherte, sollen Reisen, die vor der Insolvenz­anmeldung gebucht wurden, in vollem Umfang durch­geführt werden. Buchungen bei Urlaubs­tour sind seit dem 19. Juli 2016 nicht mehr möglich. Auch die Gutscheine, mit denen Kunden oftmals gelockt werden, werden direkt von den Portalen angeboten. Laut Erklärung von Unister ist die Auszahlung der ab dem 20. Juli 2016 erworbenen Reise­gutscheine gesichert.

Verbraucher müssen Auszahlung der Gutscheine einfordern

Noch nicht klar ist, was mit den Gutscheinen passiert, die vor der Insolvenz­anmeldung erworben worden sind. In jedem Fall gilt: Die Auszahlung der Gutscheine müssen Verbraucher nach dem Urlaub von den Buchungs­portalen einfordern. Mauern die Portale auf Nach­frage, sollten sich Betroffene an die Verbraucherzentrale wenden. Die kennt das Thema: In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme bei der Abwick­lung der Gutscheine. Schlecht steht es auch um Reisedeals, die Verbraucher bis zum 18. Juli 2016 auf Portalen der Unister Firmengruppe gemacht haben. Solche Reisedeals sind meist Pakete aus Hotel­über­nachtung und Zusatz­leistungen, wie einem Abend­essen oder Eintritts­karten für den Zoo. Die bis zum 18. Juli 2016 gekauften Reise-Vouchers werden von vielen Dienst­leistern und Veranstaltern derzeit nicht akzeptiert.

Sicherungs­schein aufbewahren

Die Verbraucherzentrale Sachsen rät Verbrauchern, die Entwick­lung des Unter­nehmens aufmerk­sam zu beob­achten. Dass noch weitere Tochterfirmen in die Insolvenz gehen, ist nicht auszuschließen, so der Insolvenz­verwalter Lucas Flöther gegen­über dem MDR.

Unser Rat: Sollten Sie sich entscheiden, Ihren Urlaub über eines der Portale von Unister zu buchen, achten Sie darauf, dass Sie den Vertrag direkt mit dem Dienst­leister abschließen, etwa mit dem Hotel, der Fluggesell­schaft oder einem Reise­ver­anstalter. Achten Sie darauf, dass Sie den Reise­preis an den jeweiligen Leistungs­träger über­weisen. Sollte es sich um eine Pauschalreise handeln, erhalten Sie mit den Buchungs­unterlagen einen sogenannten Reise­preissicherungs­schein. Dieser sichert Ihre bereits an den Veranstalter geleisteten Zahlungen im Falle einer Insolvenz ab. Führen Sie den Sicherungs­schein bei Ihrer Reise mit sich, um eventuelle Unsicherheiten vor Ort auszuräumen. Wenn Sie Sorgen haben, dass Ihre Reise ausfallen könnte, wenden Sie sich mit Nach­fragen direkt an das ausführende Unternehmen, also etwa die Fluggesell­schaft oder das Hotel.

Unister bekannt bei Verbraucherschützern

Die Unister-Unter­nehmens­gruppe aus Leipzig ist den Verbraucherzentralen nicht unbe­kannt. Der Bundes­verband der Verbraucherzentralen hat mehr­fach gegen Unister geklagt – mit Erfolg. So bescheinigten und untersagten Gerichte Unister irreführende Preisangaben, zu hohe Gebühren und Kostenfallen auf ihren Internet­seiten.

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* Diese Meldung erschien erst­mals am 20. Juli 2016 auf test.de. Sie wurde am 3. August 2016 aktualisiert.

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