
Norma verkauft seit Mittwoch einen Plattenspieler mit USB-Anschluss zum Digitalisieren von Schallplatten. Preis: 109 Euro. Das passende Gerät, um endlich die alten Platten auf den PC zu bringen? Der Schnelltest klärt auf.
Schallplatten auf den PC
Digital ist praktisch: Eine CD nimmt weniger Platz weg als eine LP. Und im Speicher eines tragbaren MP3-Spielers findet der Inhalt ganzer Plattenschränke Platz. Norma bietet jetzt die Gelegenheit: Ein Plattenspieler mit USB-Anschluss und Software zum Digitalisieren.
Plattenspieler wirkt solide
Der Plattenspieler von Dual macht einen soliden Eindruck: Der Plattenteller wird direkt angetrieben. Mit dem Stroboskop lässt sich die Geschwindigkeit perfekt einstellen. Die Diamantnadel lässt sich mittels des Halbzollsystems austauschen und in dunkler Umgebung beleuchten. Der Auflagedruck reicht von null bis vier Gramm. Genauso lässt sich die Skating-Kraft ausgleichen. Liebhaber runden Plattengenusses erreichen durch diese Einstellungen perfektes Hörvergnügen. Laien, die nur Platten abspielen möchten, könnten dadurch jedoch etwas überfordert sein.
Gute Tonqualität
Der Plattenspieler klingt gut. Gleiches gilt für die digitalisierten Aufnahmen. Nur bei leisen Passagen rauscht der Ton etwas. Die Bedienung ist einfach aber manuell. So dreht der Plattenteller auch nach dem Ende der Musik weiter. Der Tonarm muss per Hand zurückgeführt und der Teller angehalten werden. Pluspunkt für den Norma-Plattenspieler: Er hat einen Entzerrer-Vorverstärker. Beim Anschluss an einen line-Eingang muss der Entzerrer-Vorverstärker eingeschaltet werden. Der Schalter befindet sich an der Rückseite des Geräts.
Aufnahmen ohne Tadel
Das mitgelieferte USB-Kabel verbindet den Plattenspieler mit dem Computer. Der PC erkennt den Plattenspieler als Mikrofon. Daher muss der Eingangspegel eingestellt werden. Sonst übersteuert die Aufnahme.
Komplizierte Software
Norma liefert USB-Adapter und Plattenspieler mit der aktuellen Software Audacity für Mac und PC. Das Programm ist Freeware und steht im Netz auch kostenlos bereit. Damit lässt sich die Musik am PC weiterverarbeiten und archivieren. Die Installation der Software dauert nur eine Minute. Das Programm selbst ist jedoch kompliziert und besonders für Laien nicht einfach zu bedienen. Die Ausstattung des Programms ist gut, die Handhabung aber nur mittelmäßig. Für die Digitalisierung einer großen Plattensammlung ist Audacity weniger geeignet. Das Programm frisst Zeit und Nerven.
Nur mit Geduld
Geduld ist beim Digitalisieren von Schallplatten aber auch mit guter Software gefragt: Anders als bei CDs funktioniert die Umwandlung von Schallplatten nur in Echtzeit: Eine LP mit 40 Minuten läuft auch bei der Umwandlung 40 Minuten. Hinzu kommt die Zeit fürs Schneiden und Archivieren. Kleiner Trost: Der Plattenspieler von Norma hat auch einen Analogausgang. Dort lässt sich eine Stereoanlage anschließen. So können Musikliebhaber ihre Schallplatten beim Digitalisieren gleichzeitig auch hören.
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Auch mein Gerät hat übrigens einen umschaltbaren Ausgang. Damit kann man entweder in den Phone eingang des Verstärkers reingehen oder wenn man auf Line schaltet kann man den Plattenspieler an jeden Eingang (außer Mikro) eines Mischpultes oder Verstärkers anschließen.
Was ich vergessen hatte zu erwähnen ist, dass man bei dem TT-Record keine Software benötigt sondern einfach den USB Stick in den Plattenspieler steckt und der TT-Record dann die bereits in MP3 umgewandelten Titel darauf ablegt, mit bis zu 256 Kbps. Es gibt eine Stoptaste, wenn man die zwischen den Titeln drückt wertet der Plattenspieler das als Titelende und fängt beim erneuten Start drücken einen neuen Track an.
Hinterher muss man nur die Titel ordentlich nur noch "beschriften". Da gibt es eine Freeware mp3tag im Internet überall zu finden.
Wie gesagt es soll nur ein Tipp gewesen sein, jeder hat andere Ansprüche.( Ps: nach TT-Record googeln es gibt den auch noch etwas preiswerter woanders außer bei Amazon)
@gieseking.mindenben: Sie besitzen anscheinend noch einen der letzten wirklich von Dual hergestellten Dual CS 5000. Bei den heute unter dem Markennamen Dual verkauften Geräten handelt es sich um technisch völlig andere Geräte. Der CS 5000 verfügt natürlich weder über einen USB-Anschluss noch über den Entzerrvorverstärker. Schallplatten wurden allgemein meist nur bis ca. 12 kHz (maximal 20 kHz) geschnitten. Daher ist eine Übertragung in ein digitales Format mit heutigen Mitteln problemlos möglich. Probleme bereiten dann nur Knacks- und ähnliche Geräusche. Alte Schellackplatten mit 78 UPM sind auf dem getesteten Dual-Gerät nicht zu benutzen. Hochwertige Digitalisierungsergebnisse liefern auch einige Dienstleister an (siehe test 02/10). Dort besteht auch die Möglichkeit der Nassabspielung während des Digitalisierungsvorganges.
Wenn der Geldbeutel nicht ausreicht für das Gerät von "norma", oder er bereits vergriffen ist, dann hab ich hier noch einen Tipp:
Von American DJ gibt es seit einiger Zeit ein riemengetriebenes Gerät der TT-Record. Ich habe damit schon etliche Platten digitalisiert. Das Ergebniss ist wirklich gut. Zur Zeit gibt es bei Amazon das Gerät als B-Ware zum Schnäppchenpreis um die 60 Euro.
Kommentar vom Autor gelöscht.
Seit Langem suche ich nach einem adäquaten Plattenspieler für meine teils seltenheitswerten Platten.Ich habe aber momentan nicht ein soooo großes Budget. Genau wie die Tester war ich vollkommen überrascht über den ausgesprochen niedrigen Preis für solch ein Gerät. Einstellungen muss man nur genau lesen und befolgen. Ich freue mich riesig,dass ich am Mittwoch noch ! ein ! letztes Gerät in der Filiale Oberstdorf erhaschen konnte !
Glück gehabt ! (;-) LG Peter