Plastikgeld Abschied von Beethoven

19.11.2002

Aus der altbekannten ec-Karte wird die Maestro-Karte. Die Einsatzmöglichkeiten ändern sich aber nicht: Man kann damit weltweit bezahlen und Geld abheben.

Inhalt

Nach dem Ende des Eurocheques vor einem Jahr ändert sich nun das Aussehen der Eurochequekarte. Das bekannte ec-Zeichen verschwindet wie das Beethoven-Hologramm von der Vorderseite der Plastikkarte. Stattdessen prangen künftig auf allen neu ausgegebenen Bezahlkarten ein blauer und ein roter Kreis, die ineinander übergehen; darauf der Schriftzug Maestro. Maestro steht für den weltweiten Einsatz der Karte zur Bargeldbeschaffung an rund 800 000 Geldautomaten und zum bargeldlosen Bezahlen bei etwa sieben Millionen Händlern.

Die neue Maestro-Karte hat verschiedene Namen – je nachdem, welches Kreditinstitut sie herausgibt. Bis 30. November 2002 will die Postbank eine Million der planmäßig ablaufenden ec-Karten gegen die Postbank Card tauschen. Bei den Sparkassen gibt es noch in diesem Jahr für gut 25 Millionen Kunden die neue Sparkassencard und bei den Volks- und Raiffeisenbanken wird die VR Bankcard schon seit Anfang 2002 ausgegeben. Die MaestroKarten der privaten Banken sehen aus wie deren bisherige Kundenkarten, tragen aber deutlich sichtbar das Maestro-Zeichen. Noch bis 31. Dezember 2004 können ec- und Maestro-Logo gemeinsam auf einer Karte auftauchen. Danach ist das ec-Zeichen Geschichte.

Piktogramme und Chip

Der Kunde kann die Maestro-Karte so nutzen wie bisher seine ec-Karte. Auch die persönliche Geheimzahl (Pin) bleibt bestehen. Was möglich ist, erkennt der Inhaber an den Piktogrammen auf der Kartenrückseite.

So steht das ec-Zeichen zusammen mit dem Schriftzug „electronic cash“ künftig für die Möglichkeit, in Deutschland mit oder ohne Pin beim Händler bargeldlos zu bezahlen und Bargeld am Automaten zu ziehen.

Die Kunden der Sparkassen, von Post-, Sparda-, Volks- und Raiffeisenbanken, die bisher nur die Service- oder Kundenkarte hatten, bekommen künftig die Maestro-Karte. Die Kreditinstitute können im Rahmen ihres Autorisierungssystems aber verhindern, dass ein Kontoinhaber, der nur innerhalb seines Guthabens verfügen darf, beim Geldabheben das Konto überzieht.

In Deutschland funktioniert das beim Bezahlen noch nicht, da der Kunde bei einem Händler auch nur mit Karte und Unterschrift (elektronisches Lastschriftverfahren) bezahlen kann. Bei diesem Verfahren wird die Kontodeckung nicht online geprüft. Die Bank kann in diesem Fall die vom Händler eingereichte Lastschrift ablehnen, wenn das Konto nicht gedeckt ist.

Die deutsche Kreditwirtschaft setzt mit der Ausgabe der Maestro-Karten weiterhin auf die Geldkarte. Das ergab eine Umfrage von Finanztest bei 61 Kreditinstituten. Das runde blau-rote Geldkartensymbol steht für die Möglichkeit, per Chip (auf der Vorderseite der Maestro-Karte) maximal 200 Euro auf die Karte zu laden. Ausgeben kann der Kunde das Geld zum Beispiel an Parkscheinautomaten, in Zeitungsläden und künftig an 85 000 Zigarettenautomaten.

19.11.2002
  • Mehr zum Thema

    Reisezahlungs­mittel Im Ausland immer flüssig – die perfekte Reisekasse

    - Girocard (früher EC-Karte), Kreditkarte, Bargeld: Welche Zahlungs­mittel in die Reisekasse gehören, hängt von der Art der Reise und dem Urlaubs­ziel ab. Mit den Tipps der...

    Post­bank Sparcard Schluss mit Gratis­abhebungen

    - Die Post­bank verschlechtert ihre Bedingungen für Auslands­abhebungen mit der Post­bank Sparcard ein weiteres Mal. Ab 1. Februar 2021 gibt es damit keine kostenlosen...

    Geld­abheben im Ausland Abzocke am Auto­maten

    - Geld­automaten im Ausland entpuppen sich häufig als Fallen. Was einem Finanztest-Leser in Italien passierte, ist aber ein besonders starkes Stück: Er hob in Italien Euro...