Pizza Salami im Test Test

Rundum aromatisch und mit knusp­rigem Boden – damit über­rascht manche Tiefkühlpizza im Test. Allerdings enthalten auch die besten Produkte viel Fett, Kalorien und Salz.

Satt­macher für Eilige, Studentenessen, Notre­serve – Tiefkühlpizza ist ein schnelles Gericht und sehr beliebt, vor allem die Sorte Salami. Elf Pizzen verspeiste jeder Bundes­bürger 2013 im Durch­schnitt. Unser Test­ergebnis könnte den Verkauf weiter beflügeln.

Bei der Verkostung der Salami-Pizzen fielen den Experten etliche Produkte auf, die selbst hohen kulinarischen Ansprüchen genügen. Die Back­frische von Wagner und zwei von Dr. Oetker, die Tradizionale und die Ofen­frische, ragten sensorisch heraus. Ihr Belag war besonders aromatisch, ihr Boden außen durch­gängig knusp­rig und innen luftig-locker, auch der Rand. Viele weitere Salami-Pizzen über­zeugen ebenfalls. 19 schneiden insgesamt gut ab, 6 befriedigend. Die Pizza von Real/Tip ist wegen unzu­treffender Zubereitungs­empfehlung und des teils rohen und bitteren Gemüses nur ausreichend. Die Casa Romantica ist mit viel Weißöl belastet und daher mangelhaft.

Der Test zeigt auch: Salami-Pizza enthält viel Energie, Fett und Salz. Das hält die meisten aber nicht davon ab, eine leckere Pizza komplett zu verspeisen. Basis unserer ernährungs­physiologischen Beur­teilung ist deshalb eine ganze Pizza. Wir berechneten die Nähr­werte pro Pizza und verglichen die Daten mit den wissenschaftlichen Ernährungs­empfehlungen. Die meisten Produkte sind in diesem Prüf­punkt nur befriedigend, vier sogar nur ausreichend.

Pizza Salami im Test Test

Zwei Salamisorten: Herkömm­liche Salami und orangerote Peperoniwurst - die Präparation bestätigt die Deklaration der Pizza von Eismann (Foto links).
Wenig Belag: Wenig Salami und Käse finden sich auf der Pizza Rewe/Ja!. Andere, allen voran Bofrost, bieten deutlich mehr Käse und Wurst (Foto rechts).

Die Referenz vom Pizza­stein

Der Boden entscheidet maßgeblich über die Qualität einer Pizza. Darin sind sich Bäcker und Fans einig. Um für die Tiefkühl­produkte einen stan­dardisierten Vergleich zu haben, entwickelten wir nach umfang­reichen Recherchen und Versuchen ein Rezept für eine leckere Pizza für zuhause. Wir kneteten in der Laborküche einen Teig mit wenig Hefe, ließen ihn 21 Stunden gehen, formten Pizza­fladen – mit dem Hand­ballen statt dem Nudel­holz. Statt auf einem Blech wurde die Pizza auf einem Pizza­stein geba­cken, Unser Vergleichsmaßstab - die "Referenzpizza".

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Auf dem Pizza­stein geba­cken. Er speichert Hitze und über­trägt sie optimal.

Das Backen auf dem Stein verhilft der Referenzpizza zu einem optimalen Boden: Er ist immer gleich, knusp­rig und locker. Doch er unterscheidet sich von einer Pizza aus dem holz­befeuerten Stein­ofen einer Trattoria. Der macht mit seinen hohen Temperaturen von mehr als 300 Grad Celsius den Boden garan­tiert knusp­rig und hinterlässt eine leichte Aschenote.

Mehr als jedes zweite Produkt wirbt mit „Stein­ofenpizza“ oder „im Stein­ofen geba­cken“. Nach Auffassung der Gesell­schaft deutscher Chemiker reicht es, wenn Pizza dafür auf Natur-, Kunst­stein oder Schamott geba­cken ist. Ein kompletter Ofen aus Stein muss nicht sein. Das Besondere am Backen auf Stein: Er speichert die Hitze, über­trägt sie optimal – direkt, gleich­mäßig, schnell.

Mit einer Ausnahme sind alle geprüften Tiefkühlpizzen vorgebacken. Das soll sie während der Lagerung stabil halten und zuhause immer das gleiche Backer­gebnis garan­tieren. Je nach empfohlener Temperatur – sie reicht von 200 bis 250 Grad Celsius – brauchen die Pizzen bestenfalls noch neun Minuten. Kaum eine soll vorher angetaut werden.

Die Ofen­frische von Dr. Oetker ist als einzige im Test nicht vorgebacken, sie hat einen rohen Teig. Frisch aus dem Ofen erinnert sie durch deutliche Bräunung und sehr rustikalen Charakter an hand­gemachte Pizza, obwohl sie das Resultat industrieller Rezeptur und Technologie ist. Die Tradizionale von Dr. Oetker sieht ähnlich aus.

Zwei Große beherr­schen den Markt

Die klassischen Marken Dr. Oetker und Wagner (Nestlé) versorgen die Bundes­bürger je zu etwa einem Drittel mit Tiefkühlpizza. Im Test sind sie mit je drei Pizzen vertreten, die sich unterscheiden: So hat die Ristorante von Dr. Oetker keine rustikale Note wie die Ofen­frische und die Tradizionale, einen dünnen Boden und kostet weniger. Anders als bei der Back­frischen ist die Salami auf Wagners Biopizza nicht gepökelt. Alle Pizzen der Markt­führer sind gut.

Befriedigend schneiden fast nur Eigenmarken des Handels ab. Die Pizzen zum Stück­preis ab 83 Cent sind stark nachgefragt: Sie decken den Rest des Marktes ab.

Ein Nischen­produkt ist die glutenfreie Salami-Pizza von Schär. Sie enthält Reis- statt Weizenmehl und eignet sich für Menschen mit der Stoff­wechselkrankheit Zöliakie, die kein Gluten aus Weizen vertragen. Das Reismehl führt zu einem untypischen Boden – leicht glasig, kompakt und zäh.

Weißöl in einem Pizza­boden

Massive Kritik haben wir am Boden der Salami-Pizza Casa Romantica. Er war stark mit Weißöl belastet. Die Lebens­mittel­industrie darf es als tech­nisches Öl für Maschinen und Geräte nutzen. Sie muss aber sicher­stellen, dass möglichst nichts ins Produkt gelangt. Die hohe Weiß­ölbelastung der Pizza Casa Romantica ist vermeid­bar und wider­spricht der guten Herstellungs­praxis. Das ist für uns mangelhaft – auch wenn keine Gesund­heits­gefahr besteht.

Viel Fett und Kalorien

Fast alle Pizzen wiegen mehr als angegeben – bis zu zehn Prozent. Die glutenfreie von Schär ist mit 307 Gramm die leichteste, die Ofen­frische von Dr. Oetker mit 403 Gramm die schwerste. Jedes Gramm mehr bedeutet mehr Energie, Fett und Salz. Das kann sich im ernährungs­physiologischen Urteil rächen. Das lautet für die Ofen­frische nur ausreichend. Bezogen auf 100 Gramm ist ihr Energie-, Fett- und Salz­gehalt dagegen unauffäl­lig. Auch nur ausreichend in diesem Prüf­punkt sind beide Pizzen von Aldi Süd sowie die Casa Romantica. Letztere bringt zudem 38 Gramm mehr Gewicht auf die Waage, als auf der Packung steht.

Aldi (Nord) und Norma machen es besser: Ihre Pizzen Mama Mancini Edel-Salami und Villa Gusto sind als einzige ernährungs­physiologisch gut.

Mehr Salz, als gut wäre

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6 Gramm pro Tag – mehr Salz sollte man nicht zu sich nehmen. Drei der besten Pizzen über­schreiten das Limit: Alnatura mit 7 Gramm, die Tradizionale und die Ofen­frische von Dr. Oetker mit jeweils 6,2 Gramm. Das heißt fürs restliche Essen am Tag: möglichst salz­frei.

Manche Pizza enthält Rapsöl mit Omega-3-Fett­säuren, die Herz und Hirn gut tun. Die Gehalte über­treffen teils sogar die empfohlene Tages­zufuhr von 1,2 Gramm. Spitze mit 1,8 Gramm Omega-3-Fett­säuren pro Pizza ist Dr. Oetker Ristorante. Auch Penny, Rewe Beste Wahl und Aldi (Nord)/Mama Mancini Pizzeria Salame liefern viel.

Das ist aber kein Alibi, täglich Pizza zu essen. Wir empfehlen: eine halbe Pizza und einen Salat mit einer Soße aus Rapsöl – eine leckere und gesunde Kombination.

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