Photovoltaik­versicherung Guten Schutz gibt es für unter 100 Euro im Jahr

Knapp 1,6 Millionen Photovoltaikanlagen gibt es in Deutsch­land. Rund 928 000 davon gehören Privathaushalten, schätzt der Bundes­verband Solar­wirt­schaft. Die meisten stehen auf Dächern. Die Solar­anlage zu versichern ist sinn­voll. Doch oft ist der Schutz löch­rig, wie unser Test von 42 Photovoltaik­versicherungen zeigt. Die erfreuliche Nach­richt: Gute Verträge gibt es schon für unter 100 Euro im Jahr.

Photovoltaik­versicherung

  • Alle Testergebnisse für Photovoltaik­schutz als Zusatz­bau­stein 03/2017 Anzeigen
  • Alle Testergebnisse für Separate Photovoltaik­ver­sicherungen 03/2017 Anzeigen
Inhalt
Liste der 42 getesteten Produkte
Photovoltaik­schutz als Zusatz­bau­stein 03/2017 - Zusatz­bau­stein zu emp­fehlens­werten Wohn­gebäude­ver­sicherungen
  • Allianz
  • Axa
  • Basler
  • Bayerische
  • Bayerische
  • Bruderhilfe
  • DEVK
  • Gothaer
  • Huk-Coburg Allg.
  • Huk24
  • Rheinland
  • Waldenburger
  • WGV
Photovoltaik­schutz als Zusatz­bau­stein 03/2017 - Zusatz­bau­stein zu nur einge­schränkt emp­fehlens­werten oder nicht getesteten Wohn­gebäude­ver­sicherungen
  • BGV
  • Inter
  • Lippische
  • ÖVB
  • Provinzial Rheinland
  • Signal Iduna
  • SV Spark.Vers.
  • VGH
  • VHV
Separate Photovoltaik­ver­sicherungen 03/2017 - Angebote mit Finanztest-Mindest­schutz Photovoltaik
  • Axa
  • Signal Iduna
Separate Photovoltaik­ver­sicherungen 03/2017 - Angebote, die nicht alle Leis­tungen des Finanztest-Mindest­schutz bieten
  • Arag
  • Basler
  • Concordia
  • Condor
  • Condor
  • Debeka
  • Ergo
  • Inter
  • Inter
  • Oberösterreichische
  • Oberösterreichische
  • Öffentliche Braunschweig
  • R+V
  • R+V
  • VHV
  • VPV
  • Waldenburger
  • Zurich

Teure Schäden durch Brand

Eine Versicherung für die Photovoltaikanlage ist keine Pflicht, aber jedem Besitzer zu empfehlen. Denn Schäden sind oft teuer, vor allem durch Sturm, Über­spannung und Feuer. Bei einem Brand können die Flammen aufs Haus über­greifen. Brände sind bei Solar­anlagen selten – im Falle eines Falles aber sehr teuer. Wurden die Module über Kredit finanziert, verlangen die meisten Banken ohnehin eine Versicherung. Marder­probleme kommen häufiger vor. Der Schaden an sich ist meist nur gering, aber die Suche nach der Ursache dauert lang.

Diese Schäden verursachen hohe Kosten

Für Schäden durch Feuer und Sturm mussten die Versicherer 2012 am meisten bezahlen. Brände sind selten, aber besonders teuer. Neuere Daten gibt es nicht.

Photovoltaik­versicherung - Guten Schutz gibt es für unter 100 Euro im Jahr
© Stiftung Warentest

Zwei Varianten sind möglich

Es gibt zwei mögliche Arten, sich zu versichern:

  • über einen Zusatz zu einer bereits bestehenden Wohngebäudeversicherung oder
  • über einen separaten Vertrag bei einem anderen Anbieter.

Unser Test zeigte, dass bei beiden Varianten viele Tarife Lücken lassen. Teils sind Über­spannung, Tierbiss oder Ertrags­ausfall nicht versichert. Finanztest hat daher einen Mindest­schutz fest­gelegt.

Diesen Stan­dard sollten die Policen erfüllen

Eine Photovoltaik­versicherung sollte leisten bei

  • Brand, Blitz­schlag, Über­spannung durch Blitz
  • Sturm, Hagel
  • Elementargefahren wie Schnee­druck, Lawinen
  • Diebstahl
  • Bedienungs­fehler
  • Kurz­schluss
  • Wasser, Frost
  • Tierbiss bis mindestens 1 000 Euro
  • Ertrags­ausfall
  • grober Fahr­lässig­keit bis mindestens 2 500 Euro.

(Details im Unter­artikel Diese Leistungen sollte die Police enthalten.)

Im Schadens­fall leichter mit nur einem Versicherer

Vorteil der Verträge, die als Zusatz zur Wohn­gebäude­versicherung angeboten werden: Wenn im Brandfall die Anlage und das Haus betroffen sind, hat der Kunde es mit nur einem Versicherer zu tun. Wird die Anlage über einen anderen Anbieter versichert, müssen im Streitfall Gutachter klären, welcher Schaden­anteil zu Lasten der Gebäude­versicherung geht und welcher zu Lasten der Photovoltaik­police.

Haft­pflicht­schutz nicht vergessen

Besitzer von Photovoltaikanlagen sollten unbe­dingt auch ihr Haft­pflich­trisiko versichern. Fall ein Brand auf das Nach­barhaus über­greift oder ein Sturm Module vom Dach fegt, die ein vorm Haus geparktes Auto treffen, kann ein größerer Schaden entstehen. In modernen Privathaftpflichtversicherungen sind die Solar­anlagen von Privatleuten meist enthalten.

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7 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 22.02.2021 um 13:29 Uhr
Wohngebäudeversicherung

@RuthLippertStockum5: Unsere neue Untersuchung zu den Wohngebäudeversicherungen finden Sie hier:
https://www.test.de/Wohngebaeudeversicherung-Vergleich-4255878-0/

RuthLippertStockum5 am 21.01.2021 um 15:09 Uhr
Wohngebäudeversicherung

Wir sind bei der HUK versichert. Im Dez. 2020 haben wir eine Photovoltaik Anlage installieren lassen. Das Angebot der Versicherung für unser EFH mit der Photovoltaik Anlage überrascht uns sehr. Sie steigt von 246,96 EUR auf 425,73EUR + Photovoltaikanlage 29,04 EUR.
Zusammensetzung:
Brand, Blitzschlag, Detonation, Explosin, Verputtung,Implosion ua. 53,17EUR,
Leitungswasser, Rohrbruch, Frost (Leitungswasserrisiko) 207,84 EUR,
Sturm, Hagel 96,67 EUR, Überschwemmung, Erdfall, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen, Vulkanausbruch 69,05 EUR.
Es wurden offenbar neue Kriterien zur Beitragserhöhung erfunden.
Ist in absehbarer Zeit mit einem neuen Test Wohngebäudeversicherung zu rechnen?
Bleiben Sie gesund

Franz84 am 14.11.2018 um 07:02 Uhr
Achtung Unterversicherung!

Wir bauen demnächste auf unser Hausdach eine PV. Ich musste feststellen,
dass es viele Tarife nicht mehr gibt bzw diese umbenannt/verändert wurden. Daher ist der Test leider schon wieder veraltet.
Zusätzlich handelt es sich bei der Signal Iduna Versicherung (Testsieger Preis/Leistung) um eine Elektronik Versicherung für das ganze Haus, nicht um eine spezielle PV-Anlagen-Versicherung.
Es wird nicht nur die PV versichert! Hat man nun teure andere Geräte im Haus (so wie wir zB eine Wärmepume, elektrische Rolläden etc), kann es sein, dass man unterversichert ist, da alle elektronischen Geräte inkl. PV den Wert von 50.000 Euro überschreiten.

oliverf72 am 15.02.2018 um 10:39 Uhr
Inhalt Vergleichstabellen

Mindestschutz und Preis sind die einzigen Inhalt aus dem Vergleich die nützlich sind. Hier hätte man sich deutlich mehr Mühe geben können. Die Vergleiche sagen so gut wie garnichts aus.. Da waren sogar 1,50Euro zuviel...

Profilbild Stiftung_Warentest am 17.02.2017 um 10:19 Uhr
Allianz und Marderbiss

@Tobintax: Die von Ihnen gefundene Einschränkung gilt nur bei der Wahl des Tarif-Bausteins "GebäudePlus". Hierbei handelt es sich um einen zusätzlichen, nicht notwendigen Tarif-Baustein. Deswegen wurde dieser in unserer Untersuchung nicht berücksichtigt.
Wer die im Test veröffentliche Absicherungsvariante der Allianz wählt ("SicherheitPlus" plus Baustein "HaustechnikPlus"), hat das Problem nicht und bekommt einen uneingeschränkten Schutz vor Schäden durch Tier- bzw. Marderbiss. (maa)