Abrechnung mit dem Finanzamt: Steuervergünstigungen für die Solaranlage

Umsatzsteuer. Betreiber einer Solaranlage mit maximal 17 500 Euro Umsatz im Jahr zählen als Kleinunternehmer, die von der Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) befreit sind. Meist ist es aber vorteilhafter, wenn sie sich für die Umsatzsteuer entscheiden. Dann können sie sich die Umsatzsteuer vom Finanzamt für ihre Anlage sofort zurückholen. Das sind mehrere tausend Euro.

Die Entscheidung hat zur Folge, dass für die Vergütung vom Netzbetreiber die Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt werden muss. Das kostet nichts, weil die Steuer ein durchlaufender Posten ist. Anlagenbetreiber stellen den Posten zuvor dem Netzbetreiber in Rechnung. Für selbstgenutzten Strom müssen Betreiber, wie andere Kunden auch, Umsatzsteuer zahlen. Die können sie nicht zurückholen.

Einkommensteuer. Gewinn oder Verlust aus dem Betrieb ihrer Anlage müssen Eigentümer in der Einkommensteuererklärung angeben. Vor allem in den ersten Jahren führen Abschreibungen und Kreditzinsen oft zu steuerlichen Verlusten, die das zu versteuernde Einkommen senken.

Einnahmen sind die vom Netzbetreiber gezahlte Vergütung samt Umsatzsteuer sowie die vom Finanzamt erstattete Umsatzsteuer. Für selbstgenutzten Strom zählen auch die ersparten Stromkosten dazu. Betriebsausgaben sind abgeführte Umsatzsteuern, Versicherungs-, Reparatur-, Wartungs- und Kreditkosten sowie die Abschreibung.

Betreiber einer Fotovoltaikanlage können im ersten Jahr oft eine Sonderabschreibung von 20 Prozent der Anschaffungskosten nutzen. Danach schreiben sie über 20 Jahre jährlich 5 Prozent der verbleibenden Kosten ab (lineare Abschreibung). Nur Besitzer, die ihre Anlage bis Ende 2010 installiert haben, können ihre Anschaffungskosten in sinkenden Raten (degressive Abschreibung) abschreiben.

Tipp: Mehr zu Steuervorteilen von Anlagenbetreibern in Finanztest 10/2012.

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