Die etwa 30 000 Geschädigten der insolventen Kapitalanlagegesellschaft Phoenix Kapitaldienst aus Frankfurt am Main müssen weiter auf Auszahlungen aus der Insolvenzmasse warten. Das Landgericht Frankfurt am Main hat den von über 97 Prozent der Gläubiger verabschiedeten Insolvenzplan nicht bestätigt. Jetzt soll der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entscheiden.

Verzögerung bei Auszahlung

Gegen die Entscheidung des Landgericht Frankfurts wollen Gläubigerausschuss und Insolvenzverwalter Frank Schmitt von der Rechtsanwaltsgesellschaft Schultze & Braun Rechtsbeschwerde beim BGH einlegen. Die Beschwerde soll verhindern, dass alle Rechtsfragen des Insolvenzverfahrens in langwierigen Prozessen über alle Instanzen entschieden werden müssen. Dadurch würde sich die Auszahlung der Gelder an geprellte Anleger erheblich verzögern. Die Karlsruher Richter sollen klären, ob der Plan zur Auszahlung der Gelder an geprellte Anleger rechtmäßig ist. Mit einer Entscheidung ist frühestens 2008 zu rechnen.

Anleger mit eigenen Vorstellungen

Hintergrund der Auseinandersetzungen sind unterschiedliche Auffassungen über die Verteilung des Geldes zwischen Insolvenzverwalter und Gläubigerausschuss auf der einen und dem von einigen Anlegern gegründeten Rechtsverfolgungspool auf der anderen Seite. Während der Geschäftsführer des Rechtsverfolgungspool meint, dass die Insolvenzmasse nach der Entscheidung des Frankfurter Gerichts ausgeschüttet werden könne, hält Verwalter Schmitt dies für falsch.

Größter Gläubiger will vollen Ersatz

Schmitt und der Gläubigerausschuss wehren sich dagegen, dass etwa der vom Rechtsverfolgungspool vertretene größte Gläubiger, die Citco Global Custody N.V. , eine volle Rückzahlung der Einlage bekommen soll, weil sie erst kurz vor der Insolvenz im März 2005 eingezahlt habe. Eine solche Verteilung würde Auszahlungen an Einzahler früherer Jahre ausschließen. Stattdessen wollen sie eine prozentual gleiche Verteilung unabhängig vom Einzahlungsdatum für die Geschädigten erreichen. Dieser Verteilungsschlüssel, den der Insolvenzplan vermitteln sollte, wird jetzt mit der Beschwerde zum BGH weiter verfolgt

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