Viel Geduld brauchen 30 000 geschädigte Anleger der Frankfurter Phoenix Kapitaldienst GmbH. Denn die Entschädigungseinrichtung für Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) in Berlin will erst zahlen, nachdem sie jeden Einzelfall geprüft hat. Das soll Monate dauern.

Noch länger, nämlich zwei bis drei Jahre, müssen Anleger warten, bis sie Schadenersatz aus der Insolvenzmasse bekommen.

Die EdW, die unabhängig vom Insolvenzverwalter arbeitet, entschädigt bis zu 20 000 Euro pro Anleger. Nicht ersetzen will die Entschädigungseinrichtung Kontostände oder Gewinne, die die Firma auf dem Konto „Phoenix Managed Account“ nur vorgetäuscht hat. Etwa 600 Millionen Euro sollen von diesem Konto verschwunden sein.

Anleger sollten ihre Ansprüche bei der EdW und dem Insolvenz­verwalter anmelden. Sie können dann von der EdW nicht erstattete Schäden teilweise aus den 205 Millionen Euro erhalten, die vom ­Insolvenzverwalter sichergestellt wurden. Finanztest schätzt, dass Anleger etwa 20 bis 25 Prozent ihres Schadens ersetzt bekommen. Zudem sollten Anleger von einem Anwalt prüfen lassen, ob sie ­gegen Vermittler oder andere Verantwortliche Ansprüche haben.

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