Die Phoenix Kapitaldienst GmbH in Frankfurt am Main muss einem Anleger einen Schaden von rund 76.000 Mark ersetzen, den dieser beim Handel mit Warentermingeschäften erlitten hat. Die Firma habe den Anleger vor Vertragsabschluss nicht ausreichend über die Risiken der Geschäfte aufgeklärt und somit vorsätzlich sittenwidrig geschädigt, urteilte das Landgericht Frankfurt am Main (Az. 2-21 O 46/00).

Im vorliegenden Fall hatte ein Telefonverkäufer der Firma einem Malermeister binnen kurzer Zeit mehrfach Geld für angeblich lukrative Optionsgeschäfte abgeluchst, ohne ihn über die dafür anfallenden hohen Gebühren zu informieren, erklärte der Münchener Rechtsanwalt Frank Marzillier. Die dem Anleger überreichte Broschüre "Handelbare Optionen" genüge den strengen Anforderungen des Bundesgerichtshofs an die Risikoaufklärung nicht, urteilten die Richter. So befänden sich die Risikohinweise erst auf der Seite 27ff. Bei Erreichen dieser Stelle der Broschüre sei aber die Aufmerksamkeit und Aufnahmebereitschaft des Durchschnittskunden längst erlahmt. "Es fehlt eine prägnante, für den Leser auffällig herausgestellte Zusammenfassung der maßgebenden Risiken in klarer verständlicher Form, ohne Beschönigung und ablenkendes Beiwerk", erklärte das Gericht.

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