Viele Anleger des Phoenix Kapitaldienst müssen bereits erhaltene Beträge an den Insolvenzverwalter der Firma zurückzahlen. Das gilt, wenn die Zahlungen ihre ursprünglichen Einlagen überstiegen haben und bis zu vier Jahren vor der Pleite der Firma erfolgt sind. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden (Az. IX ZR 195/07).

Damit gab der BGH Phoenix-Insolvenzverwalter Frank Schmitt von der Rechtsanwaltsgesellschaft Schultze & Braun in Frankfurt am Main recht. Schmitt hatte argumentiert, dass die Auszahlungen an Anleger nur vorgetäuschte Gewinne waren und aus den Einzahlungen der neuen Anleger geflossen waren. Deshalb seien die angeblichen Gewinne zulasten der Neuanleger ausgezahlt worden.

Der BGH begründete sein Urteil mit der Insolvenzordnung, wonach alle Gläubiger gleich behandelt werden müssten. Auf erfundene Renditen gezahlte Gewinne müssten in die Insolvenzmasse fließen und am Ende des Insolvenzverfahrens gleichmäßig an die etwa 30 000 Gläubiger der Gesellschaft verteilt werden.

Bisher konnte der Insolvenzverwalter 235 Millionen Euro sichern. Der Gesamtschaden soll bei rund 600 Millionen Euro liegen.

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