Phishing-Opfer müssen ihren Geld­instituten gegen­über nicht nach­weisen, dass sie eine Zahlung nicht selbst veranlasst haben, sondern von Internet­betrügern herein­gelegt wurden.

In einem vor dem Land­gericht Oldenburg verhandelten Fall ging es um einen Bank­kunden, der 11 000 Euro infolge von 44 unbe­rechtigten Über­weisungen von seinem Konto verloren hatte.

Das Geld forderte er von seiner Bank zurück. Diese weigerte sich, den Schaden zu begleichen. Das Gericht entschied für den Konto­inhaber. Ihm stehe Schaden­ersatz zu. Er müsse nicht nach­weisen, dass er Opfer von Phishing geworden ist und die Zahlungen nicht auto­risiert hat. Die Bank müsse beweisen, dass der Kunde den Vorgang veranlasst habe. Die Tatsache, dass Pin, Tan und Benutzer­name verwendet wurden, reiche nicht.

Beim Phishing fangen Betrüger persönliche Daten von Internetnutzern etwa über gefälschte Internet­adressen oder E-Mails ab. Sie wollen Geld von Online­konten stehlen. Im konkreten Fall war der Bank­kunde laut Gericht auf ein hoch­professionelles Vorgehen herein­gefallen (Az. 8 O 1454/15, nicht rechts­kräftig).

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