Pfusch am Bau Meldung

Bei eklatanten Mängeln kann der Bauherr Abriss und Neubau verlangen.

Ist der Rohbau eines Hauses mit gravierenden und die Standsicherheit bedrohenden Mängeln behaftet, muss die Baufirma den Schaden ersetzen und die Kosten für Abriss und Neubau über­nehmen. Das hat das Ober­landes­gericht Köln (Az. 16 U 63/15) entschieden.

Baumaterialien entsprachen nicht den Din-Normen

Das Unternehmen hatte beim Rohbau unter der Bodenplatte unter anderem Dämm­stoffe einge­baut, die von der Bauaufsicht nicht zugelassen waren, und das Mauer­werk nicht standsicher ausgeführt. Auch andere Baumaterialien entsprachen nicht den Din-Normen.

Bauherr muss keine Nachbesserung akzeptieren

Nach dem Gutachten eines Sach­verständigen war es möglich, die Standsicherheit und Dichtig­keit des Gebäudes durch Nachbesserungen zu gewähr­leisten. Das wäre aber für den Bauherrn mit neuen Risiken verbunden gewesen und hätte nichts daran geändert, dass im Gebäude baurecht­lich nicht zugelassene Materialien verbaut waren. Darauf muss sich der Bauherr nicht einlassen, entschied das Gericht. Ist die Herstellung eines mangelfreien Bauwerks nur durch Abriss und Neubau möglich, muss die Baufirma dafür aufkommen.

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