Vergleich: Private Tarife und gesetzliche Kassen

Art der Leistung

Normale Tarife in der

privaten Krankenversicherung

Standardtarif in der privaten Krankenversicherung 1

Gesetzliche Krankenversicherung

Art der Leistung

Normale Tarife in der

privaten Krankenversicherung

Standardtarif in der privaten Krankenversicherung 1

Gesetzliche Krankenversicherung

Krankenhaus

Auswahl des Kranken-
hauses

  • Wahl unter allen Krankenhäusern.
  • Kurkliniken jedoch nur nach Genehmigung durch die Versicherungsgesellschaft.
  • Wahl unter allen Krankenhäusern, die nach der Bundespflegesatzverordnung bzw. dem Krankenhausentgeltgesetz abrechnen.
  • Kurkliniken jedoch nur nach Genehmigung durch den Versicherer.
  • Behandlung im nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus. Privatkliniken nur im Notfall. Geht der Versicherte in ein teureres Krankenhaus als das nächstgelegene, muss er die Mehrkosten selbst zahlen.

Unterbringung

  • Im Einbett- oder Zweibettzimmer.
  • In einigen  wenigen Tarifen: Mehrbettzimmer.
  • Meist im Mehrbettzimmer. 2
  • Meist im Mehrbettzimmer. 3

Behandelnder Arzt

  • Chefarzt.
  • In einigen wenigen Tarifen: diensthabender Krankenhausarzt (z.  B. Stationsarzt).
  • Diensthabender Krankenhausarzt ( zum Beispiel Stationsarzt). 2
  • Diensthabender Krankenhausarzt (zum Beispiel Stationsarzt). 3

Arzthonorare (Krankenhaus)

Je nach Tarif Erstattung

  • über den Höchstsatz der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) hinaus,
  • bis zu diesem Höchstsatz (3,5-fach)
  • oder nur bis zum Regelhöchstsatzsatz (2,3-fach).
  • Die Arzthonorare sind in der diagnoseabhängigen Vergütung für die allgemeinen Krankenhausleistungen enthalten, die der Versicherer dem Krankenhaus pauschal für die gesamte Behandlung zahlt.
  • Die Arzthonorare sind in der diagnoseabhängigen Vergütung für die allgemeinen Krankenhausleistungen enthalten, die die Krankenkasse dem Krankenhaus pauschal für die gesamte Behandlung zahlt.

Zuzahlungen im
Krankenhaus

  • Bei den meisten Tarifen: keine.
  • Bei wenigen Tarifen: Zuzahlung, z. B. 15 Euro pro Tag in den ersten 7 Tagen.
  • Für Erwachsene ab 18 Jahre: 10 Euro je Kalendertag für maximal 28 Tage im Jahr.
  • Für Erwachsene ab 18 Jahre: 10 Euro je Kalendertag für maximal 28 Tage im Jahr.

Ambulante Leistungen

Auswahl des Arztes oder Zahnarztes

  • Alle Ärzte und Zahnärzte.
  • In den meisten Tarifen: Kostenerstattung auch für Behandlungen durch Heilpraktiker.
  • Alle Ärzte und Zahnärzte – eine Versorgungsgarantie gibt es aber nur bei Ärzten und Zahnärzten mit Kassenzulassung.
  • Keine Kostenerstattung für Heilpraktiker.
  • Alle Ärzte bzw. Zahnärzte mit einer Kassenzulassung.
  • Keine Kostenübernahme für Behandlungen durch Heilpraktiker.

Versorgungs-garantie

  • Keine: Der Arzt oder Zahnarzt ist mit Ausnahme von Notfällen nicht zur Behandlung verpflichtet.
  • Ärzte und Zahnärzte mit Kassenzulassung sind zur Behandlung von Patienten im Standardtarif verpflichtet.
  • Ärzte und Zahnärzte mit Kassenzulassung sind zur Behandlung von Kassenpatienten verpflichtet.

Honorare für Leistungen niedergelassener Ärzte und Zahnärzte

Je nach Tarif Erstattung

  • über die Höchstsätze der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bzw. Zahnärzte (GOZ) hinaus, bis zu diesen Höchstsätzen (3,5-fach)
  • oder nur bis Regelhöchstsatz (2,3-fach).
  • Honorare, die höher sind als der jeweilige Tarif vorsieht, trägt der Versicherte selbst.
  • Die Honorare der Kassen(zahn)ärzte werden zu 100 Prozent erstattet.
  • Die Vergütung beträgt zurzeit maximal
  • für Ärzte: 1,8-facher GOÄ-Satz,
  • für Zahnärzte: 2,0-facher GOZ-Satz. 4
  • Die Krankenkasse übernimmt 100 Prozent der Kosten für Behandlungen, die als Sachleistung in Anspruch genommen werden.
  • Ärzte rechnen ihre Leistungen über die kassenärztliche Vereinigung ab, Zahnärzte über die kassenzahnärztliche Vereinigung.

Arzneimittel

  • In fast allen Tarifen volle Kostenerstattung für alle verordneten apothekenpflichtigen Arzneimittel.
  • Bei einzelnen Tarifen jedoch für Arzneimittel eine Selbstbeteiligung in Höhe von 10 % oder 20 % der Kosten.
  • Für Patienten unter 12 Jahren: verordnete apothekenpflichtige Medikamente.
  • Für Patienten ab 12 Jahre: nur verordnete verschreibungspflichtige Medikamente.
  • Keine Kostenerstattung für Medikamente, die in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen werden (siehe rechts).
  • Es gilt eine Selbstbeteiligung des Versicherten von 20 %, maximal 306 Euro im Jahr. 5
  • Für Patienten unter 12 Jahren: verordnete apothekenpflichtige Medikamente.
  • Für Patienten ab 12 Jahre: nur verordnete verschreibungspflichtige Medikamente.
  • Kostenübernahme nur bis zu festen Höchstbeträgen (Festbeträge). Nicht bezahlt werden Lifestyle-Arzneien, unwirtschaftliche Medikamente, für Versicherte ab 18 Jahren auch keine Mittel gegen Bagatellerkrankungen.
    Versicherte ab 18 zahlen 10 % der Kosten  zu, je Packung mindestens 5, maximal 10 Euro.

Hilfsmittel
(z.B. Hörgeräte, Rollstühle oder Prothesen)

Je nach Tarif

  • unterschiedliche Leistungsobergrenzen für einen Teil der Hilfsmittel
  • oder wie in der gesetzlichen Versicherung Beschränkung auf die einfache Ausführung.
  • Für Brillen und Kontaktlinsen meist Höchstbeträge von 50 bis 400 Euro jährlich oder alle zwei Jahre; in einigen Tarifen gar keine Erstattung.

Erstattet werden Kosten für

  • aufgelistete Hilfsmittel in Standardausführung.
  • Für Brillengläser: Zuschuss nur für Kinder oder schwer Sehbehinderte.
  • Für Rollstühle max. 767 Euro, für Hörgeräte max. 512 Euro innerhalb von drei Jahren.
  • Selbstbeteiligung des Versicherten von 20 %, maximal 306 Euro im Jahr. 5

Übernommen werden Kosten für

  • im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführte Hilfsmittel in einfacher Ausführung (Festbeträge, festgelegte Preise).
  • Für Brillengläser: Zuschuss nur für Kinder oder schwer Sehbehinderte.
  • Versicherte ab 18 leisten eine Zuzahlung von 10 % der von der Kasse übernommenen Kosten, mindestens 5, höchstens 10 Euro.

Heilmittel
(z. B. Krankengymnastik, Massagen)

Kostenerstattung für verordnete Heilmittel, je nach Tarif

  • keine Selbstbeteiligung oder
  • Selbstbeteiligung zwischen 10 % und 25 %.
  • In einigen Tarifen Erstattung nur für im jeweiligen Verzeichnis aufgeführte Heilmittel.

Erstattet werden Kosten für

  • verordnete Heilmittel, die im Heilmittelverzeichnis des Standardtarifs aufgeführt sind.
    Es gilt eine Selbstbeteiligung des Versicherten von 20 %, maximal 306 Euro im Jahr. 5

Übernommen werden Kosten für

  • zugelassene, verordnete Heilmittel.
    Erwachsene ab 18 Jahre leisten für Heilmittel eine Zuzahlung von 10 % der Kosten plus 10 Euro je Verordnung.

Psychotherapie

Je nach Tarif

  • mit unbegrenzter Sitzungszahl im Jahr oder
  • begrenzt auf 20 bis 50 Sitzungen im Jahr;
  • zum Teil nur nach vorheriger Genehmigung,
  • zum Teil nur durch Ärzte, nicht durch psychologische Psychotherapeuten.
  • In einigen wenigen Tarifen gar keine Leistungen für ambulante Psychotherapie.
  • Maximal 25 Sitzungen im Jahr.
  • Nur nach vorheriger Genehmigung.
  • Sowohl durch Ärzte als auch durch psychologische Psychotherapeuten.
  • Je nach Therapieverfahren bis zu 160 Sitzungen je Behandlung, in Ausnahmefällen bis zu 300 Sitzungen.
  • Nur nach vorheriger Genehmigung.
  • Sowohl durch Ärzte als auch durch psychologische Psychotherapeuten.

Zahnarzt

Zahnbehandlung
(z. B. Füllungen)

Je nach Tarif

  • Erstattung von 50 % bis 100 % der Kosten.
  • Vollständige Erstattung für Zahnbehandlung.
  • Für Inlays jedoch nur in Höhe von 65 Prozent der Kosten für eine metallische Ausführung ohne Verblendung.
  • Vollständige Kostenübernahme für zugelassene Leistungen (z. B. Amalgamfüllungen).
  • Zuschuss für Inlays in Höhe der Kosten für eine normale Füllung.

Zahnersatz
(z. B. Kronen, Brücken)

Je nach Tarif

  • 50 % bis 90 % der Kosten.
  • Bei einigen Tarifen zusätzliche Obergrenzen für die zahntechnischen Leistungen (Laborkosten).
  • Kostenübernahme zu 65 % für zugelassene Leistungen wie Kronen oder Brücken in metallischer Ausführung.
  • Keine Kostenübernahme für Verblendung von Kronen außerhalb des Frontbereichs, maximal zwei Implantate zur Befestigung von Zahnersatz im zahnlosen Unterkiefer.
  • Festzuschuss in Höhe von 50 Prozent des Betrags für die Regelversorgung,
  • bei regelmäßiger Zahnpflege und Vorsorge bis zu 65 Prozent.
  • Verblendungen von Kronen außerhalb des Frontbereichs und Implantate gelten nicht als Regelversorgung, die Kasse zahlt aber den Festzuschuss für die Regelversorgung.

    Stand: 1. Juli 2007

    • 1 Die Angaben gelten sowohl für den modifizierten Standardtarif für Unversicherte als auch für den Standardtarif für Rentner; für Beihilfeberechtigte gelten die Leistungen im Umfang des versicherten Prozentsatzes.
    • 2 Versicherte dürfen keine privaten Zusatzversicherungen abschließen.
    • 3 Versicherte können eine private Krankenhauszusatzversicherung für Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung abschließen.
    • 4 Diese Höchstsätze können durch Verträge zwischen dem Verband der privaten Krankenversicherung und den kassenärztlichen bzw. kassenzahnärztlichen Vereinigungen in Zukunft geändert werden.
    • 5 Die Selbstbeteiligungen von 20 % für Arzneimittel, 20 % für Hilfsmittel und    20 % für Heilmittel betragen insgesamt maximal 306 Euro im Jahr.