Pflegezusatzversicherung Meldung

Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet nur einen Grundschutz. Wer sicher sein will, im Alter gut versorgt zu werden, braucht eine Zusatzversicherung.

Endlich mehr Geld für die Pflege: Ab Juli 2008 will die Pflegeversicherung ihre Leistungen heraufsetzen, zum ersten Mal seit ihrer Einführung 1995. Doch wer glaubt, damit werde das Pflegeproblem gelöst, ist auf dem Holzweg: Erstens gibt es maximal 1 470 Euro monatlich, das sind gerade mal 38 Euro mehr als bisher. Zweitens bekommen nur Schwerstpflegebedürftige in Stufe III so viel Geld. Dagegen liegen die Sätze in den Stufen I und II, in denen mehr als 80 Prozent der Pflegebedürftigen sind, deutlich niedriger. Und drittens reicht das Geld ohnehin vorn und hinten nicht.

Das gilt selbst dann, wenn der Patient zuhause bleibt und einen Pflegedienst kommen lässt. Vor allem wenn die professionellen Helfer mehrfach am Tag kommen müssen, fällt die Rechnung oft höher aus als die Sätze der Pflegeversicherung. Das war schon bei der Einführung der Versicherung so. Die Erhöhung wird daran nicht viel ändern (siehe Tabelle „Mehr von der Pflegeversicherung“).

Treffen kann es jeden. Derzeit sind rund 2,1 Millionen Menschen pflegebedürftig. Und das sind nicht nur hochbetagte Senioren. Täglich erleiden etwa 20 Kinder Lähmungen oder Dauerschäden nach Unfällen. 2006 waren rund 355 000 Pflegebedürftige jünger als 60 Jahre.

Doch mit zunehmendem Alter wird das Problem virulent. Von den über 80- bis 84-Jährigen ist fast jeder fünfte pflegebedürftig, ab 85 Jahren fast jede zweite Frau und jeder dritte Mann. Etwa ein Drittel der Betroffenen wird in einem Pflegeheim versorgt – und das ist teuer. Rund 2 500 bis 3 500 Euro pro Monat kosten solche Heime im Regelfall.

Wenn die Rente und das Geld aus der Pflegekasse dafür nicht reichen, muss der Patient zunächst seine Ersparnisse aufbrauchen, danach wird er ein Fall für die Sozialhilfe: Altersarmut droht. Das passiert jedem dritten Pflegebedürftigen, der ins Heim muss. Das Sozialamt übernimmt dann den Differenzbetrag, holt sich sein Geld aber von den Kindern zurück, je nach deren finanzieller Leistungskraft zumindest einen Teilbetrag.

Pflegegeld deutlich geringer

Pflegebedürftige, die deshalb erst mal versuchen, nicht ins Heim zu gehen, sondern sich zuhause von den Kindern, anderen Angehörigen oder von Freunden versorgen zu lassen, erhalten von der Kasse nur ein Pflegegeld. Das fällt viel geringer aus als die Sätze, die die Kasse für denselben Patienten an ambulante Pflegedienste oder an Heime überweisen würde.

Für privat Krankenversicherte sieht es nicht besser aus: Die Pflegeversicherung stellt für sie dieselben Leistungen bereit wie für Kassenmitglieder.

Eine zusätzliche, private Absicherung für den Pflegefall ist also sinnvoll. Günstige Verträge finden Sie mit unserem Fragebogen. Die Policen werden von gewerblichen Versicherern angeboten, nicht von den Krankenkassen. Diese vermitteln aber manchmal Produkte von Versicherungsgesellschaften. Es gibt im Wesentlichen zwei Varianten:

Pflegetagegeldversicherung

Tagegeldtarife ähneln der Krankenhaustagegeldversicherung. Es wird eine Summe festgelegt, beispielsweise 50 Euro pro Tag, die im Pflegefall gezahlt wird.

Die Patienten haben das Geld zur freien Verfügung, ohne Kosten nachweisen zu müssen. Sie können es Angehörigen zahlen oder auch Pflegediensten. Sie können der Nachbarin Geld geben, damit sie für sie mitkocht oder die Blumen pflegt. Sie können Studenten bezahlen, die den Hund ausführen oder ihnen nachmittags vorlesen. Allerdings gibt es bei vielen Tarifen die volle Summe erst in Pflegestufe III. Außerdem leisten einige bei Pflege zuhause weniger als bei Pflege im Heim.

Achtung: Für bedenklich halten wir Angebote, die bei häuslicher Pflege oder in Stufe I nichts zahlen. Denn zwei Drittel werden zuhause versorgt, und fast die Hälfte hat Pflegestufe I. Besser sind Tarife, bei denen es keine Rolle spielt, wie und wo die Pflege organisiert ist: ob zuhause, im Heim oder in der Senioren-WG, ob von Pflegediensten oder Verwandten.

Pflegekostenversicherung

Die Pflegekostenversicherung trägt in der Regel nur die tatsächlichen Pflegekosten, die der Patient mit Belegen nachweist.

Es gibt diese Verträge im Wesentlichen in zwei Varianten: Die eine stockt die Leistung der gesetzlichen Versicherung um einen bestimmten Prozentsatz auf, der bei Vertragsschluss festgelegt wird. Dieser Prozentsatz sollte so hoch sein, dass die Police zusammen mit dem Geld von der Kasse den größten Teil der Kosten abdeckt und dem Pflegebedürftigen genug Rente zum Leben bleibt.

Die zweite Variante finanziert die Restkosten, die nach Leistung der Pflegekasse übrig bleiben, bis zu einer monatlichen oder jährlichen absoluten Obergrenze. An steigende Kosten passt sich die Versicherungsleistung nicht automatisch an.

Für beide Varianten der Pflegekostenversicherung gilt, dass sie in der Regel nur Leistungen erstatten, die im Katalog der gesetzlichen Versicherung stehen. Unterkunft und Verpflegung im Heim werden also nicht übernommen – und schon gar nicht Kosten für angenehme Hilfen wie Hund ausführen oder Vorlesen. Außerdem erhält der Patient deutlich weniger Geld, wenn er sich zuhause pflegen lässt.

Unterschiedliche Preise

Für die meisten Kunden empfiehlt sich die Tagegeldversicherung. Denn sie lässt mehr Entscheidungsspielraum. Dagegen sind Pflegekostentarife eher für Kunden sinnvoll, die jetzt schon wissen, dass sie nicht von Angehörigen gepflegt werden, sondern professionelle Hilfe brauchen.

Tipp: Wählen Sie keinen Vertrag, bei dem Sie alle paar Monate nachweisen müssen, dass Sie weiter pflegebedürftig sind.

Die Preise hängen vom Versicherungsumfang ab: je höher das Tagegeld oder die Übernahme der Pflegekosten, desto teurer die Police. Um einzuschätzen, wie groß die Versorgungslücke etwa ist, haben wir anhand der Durchschnittskosten für ambulante und stationäre Pflege die Restkosten ermittelt, die nach Zahlung der gesetzlichen Pflegekasse bleiben. Mit den in der Tabelle „Das kostet Pflege“ genannten Beträgen müssen Pflegebedürftige rechnen. Denn dass die Kosten sinken oder die gesetzlichen Leistungen stark erhöht werden, ist kaum zu erwarten.

Risikozuschläge

Für Krankheiten verlangen die Versicherer Zuschläge. Dennoch sollten Sie keinesfalls bei den Gesundheitsfragen schummeln, denn dann muss die Versicherung im Ernstfall nicht zahlen.

Um einen Inflationsausgleich einzubauen, ist es wichtig, dass die Police eine Dynamik zulässt. Der Kunde hat dann die Möglichkeit, die Leistungen nachträglich an gestiegene Preise anzupassen, ohne Risikozuschläge für hinzugekommene Krankheiten zahlen zu müssen.

Außerdem ist das Eintrittsalter des Kunden entscheidend. Je älter er bei Vertragsabschluss ist, desto teurer wird es. Frauen zahlen mehr als Männer, weil sie länger leben und mit höherer Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig werden. Mit 63 Jahren erhalten Interessenten bei einigen Gesellschaften keinen Vertrag mehr, bei anderen müssen 63-jährige Frauen bis zu 150 Euro Monatsbeitrag, Männer bis zu 100 Euro zahlen. Zwischen den Anbietern gibt es jedoch sehr große Preisunterschiede.

Einen günstigen Vertrag finden

Deshalb unsere Computeraktion: Hier finden Sie preisgünstige Verträge, die auf Ihren Versicherungswunsch zugeschnitten sind. Eine Auswertung kostet 16 Euro.

Im Fragebogen können Sie festlegen, wie viel Ihre Police mindestens im Monat leisten soll – in Pflegestufe III (schwerste Pflegebedürftigkeit) sowie in Stufe I.

Beispiel: Ein 50-Jähriger möchte einen Tagegeldtarif, der bei Heimunterbringung in Stufe III mindestens 1 300 Euro zahlt, in Stufe I sollen es 600 Euro sein. Bei Pflege durch Angehörige zuhause sollen es in Stufe III mindestens 800 Euro sein, 250 Euro in Stufe I. Diese Versicherung würde monatlich rund 50 Euro kosten.

Mit den höheren Zahlenvorgaben im Fragebogen werden die Versorgungslücken abgedeckt, die sich in der Zukunft ergeben. Dabei haben wir auf die durchschnittlichen Kosten nach heutigem Stand 30 Prozent aufgeschlagen.

Für Interessenten über 55 Jahre bieten die Versicherer nur ein eingeschränktes Angebot. Und wer über 70 Jahre alt oder bereits pflegebedürftig ist, bekommt von keiner Gesellschaft mehr einen Vertrag. Deshalb können wir für diese Fälle auch keine Auswertung erstellen.

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