Pflegezusatzversicherung Meldung

Die gesetzliche Absicherung gegen Pflegebedürftigkeit im Alter reicht meist nicht aus. Deshalb sind private Zusatz­versiche­rungen sinnvoll.

Schon heute ist gut jeder Zehnte der über 65-Jährigen pflegebedürftig. Wer kein Sozialfall werden will, braucht eine gute Zusatzversicherung.

Wer heute mitten im Leben steht, muss nicht nur das Rentenloch fürchten, sondern auch die Pflegelücke. Millionen Menschen werden im Alter pflegebedürftig – und dadurch zum Sozialfall. Denn Pflege ist teuer: Über 1 500 Euro kostet ein günstiger Heimplatz in Pflegestufe I, in Pflegestufe III geht fast nichts unter 3 000 Euro. Da hilft die gesetzliche Pflegeversicherung kaum weiter. Selbst wenn sie 1 023 Euro beziehungsweise 1 432 Euro in Stufe III zuschießt, klafft eine große Lücke.

Höchste Zeit also für eine ausreichende, private Absicherung. Zumal die Zuschüsse der Pflegekassen alles andere als sicher sind. Im vergangenen Jahr machten sie ein Rekorddefizit. Die Gründe: immer mehr Pflegebedürftige, die immer älter werden, dazu steigende medizinische Kosten. Außerdem werden weniger Pflegebedürftige von Angehörigen versorgt, denn immer mehr Frauen sind berufstätig, die Zahl der Singlehaushalte und der Kinderlosen steigt. Die Pflege durch Angehörige ist für die Kassen aber günstiger, weil sie dafür nur deutlich geringere Zuschüsse geben müssen.

Wer nicht auf einem dicken finanziellen Polster sitzt, muss sich daher versichern, um im Alter nicht als Pflegebedürftiger auf Sozialhilfe angewiesen zu sein. Solche Zusatzpolicen werden in zwei Varianten angeboten.

Pflegetagegeld

Mit der Pflegetagegeldversicherung erhalten Versicherte das bei Vertragsab­schluss vereinbarte Tagegeld. Liegen die tatsächlichen Kosten in dem später gewählten Pflegeheim höher, gibt es trotzdem nicht mehr als vereinbart. Diese Tarife sind dann ein Tipp, wenn der Kunde gern frei über sein Geld verfügen möchte. Zum Beispiel kann es ja sein, dass er lieber ein preisgünstiges Heim wählt und sich mit dem überschüssigen Geld etwas mehr Komfort leistet – zum Beispiel Personal zum Vorlesen oder zum Spazierengehen. Das volle Tagegeld gibt es bei diesen Tarifen allerdings meist nur bei schwerer Pflegebedürftigkeit, also in Stufe III.

Pflegekostentarife

Pflegekostentarife satteln auf die Leistungen der Pflegekasse einen Teil auf. Die Höhe dieses Anteils kann der Kunde selbst festlegen, zum Beispiel, dass die Versicherung Zahlungen in Höhe von 30 Prozent der Kassenleistung überweist. Wer zum Beispiel 100 Prozent festlegt, bekäme heute in Pflegestufe III bei Heimunterbringung 1432 Euro monatlich von der Kasse und weitere 1 432 Euro von der Zusatzversi­cherung – zusammen 2 864 Euro. Würde das Heim 3 000 Euro kosten, müsste er also 136 Euro aus seiner eigenen Rente zuschießen. Vorteil dieser Tarife: Die Leistungen wachsen automatisch mit den steigenden Kosten.

Darüber hinaus werden auch Restkostentarife angeboten. Sie übernehmen einen Teil der Differenz zwischen Kassenleistung und Pflegekosten. Sie ziehen aber meist eine Obergrenze ein, zum Beispiel maximal 80 Prozent der Differenz oder maximal 1 534 Euro in Pflegestufe III.

Im Kupon rechts unterscheiden wir nicht nach Tarifarten. Dort geben Sie einfach an, wie hoch die Versicherungsleistung sein soll. Wir suchen dann die passenden günstigen Angebote für Sie her­aus. So können Sie selbst entscheiden, ob Sie aus der Liste einen Tagegeld- oder einen Pflegekostentarif wählen.

Egal welche Variante Sie nehmen: Sowohl beim Tagegeld als auch beim Pflegekostentarif sollte die Versicherung nicht nur bei Pflege im Heim zahlen, sondern auch bei häuslicher Unterbringung. Außerdem sollte sie in allen drei Pflegestufen zahlen. Tarife, bei denen sie in Stufe I nichts leistet, halten wir für unzureichend. Denn fast die Hälfte aller Pflegebedürftigen ist dort eingruppiert.

Außerdem sollte der Vertrag die Möglichkeit lassen, die Leistungen nachträglich zu erhöhen, um Kostensteigerungen zu begegnen. Eine Karenzzeit – zum Beispiel, dass erst drei Monate nach Anerkennung der Pflegebedürftigkeit gezahlt wird – sollte ausgeschlossen sein. Für eine Zumutung halten wir es, wenn der Kunde regelmäßig ärztliche Atteste vorlegen muss, um nachzuweisen, dass er weiterhin pflegebedürftig ist. Stattdessen sollte der Vertrag die Feststellungen der gesetzlichen Pflegeversicherung übernehmen.

40 Euro monatlich für 50-Jährige

Bei der Auswertung berücksichtigen wir nur Angebote, die Ihre Vorga­ben erfüllen. Die höhere der beiden Zahlenvorgaben im Kupon deckt nach heutigem Stand die durchschnittlichen Versorgungslücken ab. Sie bekommen von uns eine Liste mit preisgünstigen Angeboten, die zu Ihrem Versicherungswunsch passen. Im Kupon können Sie festlegen, wie viel Ihr Tarif mindestens monatlich zahlen soll, und zwar für Pflegestufe III (schwere Pflegebedürftigkeit) und Pflegestufe I. Die Leistungen für Stufe II liegen dann dazwischen.

Beispiel: Ein 50-Jähriger möchte einen Tagegeldtarif, der bei Heimunterbringung in Stufe III mindestens 1 600 Euro zahlt, in Stufe I mindestens 600 Euro. Bei häuslicher Pflege reichen ihm 800 Euro beziehungsweise 150 Euro. Für diesen Vertrag wären etwa 40 Euro monatlich fällig. Ein Pflegekostentarif läge bei etwa 30 Euro.

Die Beiträge richten sich nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand. Frauen zahlen meist etwas mehr als Männer, weil sie länger leben und häufiger zum Pflegefall werden. Die Verträge laufen meist über ein, zwei oder drei Jahre und verlängern sich dann automatisch. Allerdings müssen die Unternehmen nicht jeden nehmen. Je nach Krank­heitsvorge­schichte können sie Kunden ablehnen oder Risikozuschläge verlangen.

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