Pflege ist teuer. Wer in einem Heim versorgt werden muss, zahlt dafür je nach Pflegebedürftigkeit und Heim oft 2.000 bis 3.000 Euro im Monat. Die Pflegepflichtversicherung zahlt jedoch höchstens 1.688 Euro und das auch nur in Härtefällen. Da sind Rente und Vermögen schnell aufgebraucht. Im Ernstfall heißt das: Das Sozialamt muss einspringen. Bei hohem Einkommen oder großen Vermögen sind Kinder, Ehepartner und Eltern von pflegebedürftigen Angehörigen in der Pflicht. Da liegt die Suche nach einer geeigneten Zusatzversicherung nahe. Finanztest hat einschlägige Angebote untersucht und sagt, wo es günstigen Schutz gibt.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Pflegezusatzversicherung.

Rechtzeitige Vorsorge günstiger

Vor allem jüngere Menschen verdrängen das Thema oft. Eines Tages pflegebedürftig zu werden, ist für sie schwer vorstellbar. Doch das Risiko ist hoch: Bei den 85– bis 90-Jährigen liegt der Anteil der Pflegebedürftigen bei 38 Prozent, und von den über 90-Jährigen sind 60 Prozent ständig auf fremde Hilfe angewiesen. Gerade in jungen Jahren lohnt sich die Beschäftigung mit dem Thema: Frühe Vorsorge ist günstiger. Die Finanztest-Anforderungen genügenden Pflege-Tagegeld-Policen kosten für 33-Jährige zwischen 5 und 39 Euro im Monat. Wer erst mit 53 einsteigt, muss für den gleichen Schutz mehr als doppelt so hohe Beiträge zahlen.

Tagegeld oder Kostenersatz

Zur Wahl steht der Zusatzschutz für den Fall der Pflegebedürftigkeit in zwei Varianten: als Tagegeld- oder Kostenversicherungen. Die Tagegeldversicherung zahlt unabhängig von den tatsächlichen Kosten einen bestimmten Tagessatz. Die Kostenversicherung übernimmt einen großen Teil der die Leistungen der Pflichtversicherung übersteigenden Pflegekosten. Eine Tagegeldversicherung ist die richtige Wahl für Menschen, die im Alter voraussichtlich von Verwandten oder Freunden gepflegt werden. Bei überwiegend professioneller Betreuung ist meist eine Pflegekostenversicherung günstiger. Dabei spielt keine Rolle, ob im Heim oder zu Hause gepflegt wird.

Unterschiede bei den Bedingungen

Wie gut der Schutz im Pflegefall ist, hängt von den Versicherungsbedingungen ab. Die Unterschiede sind groß. Bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit vertrauen die meisten Gesellschaften auf die Einstufung bei der gesetzlichen Pflegeversicherung. Doch mancher Anbieter verlangt darüber hinaus zusätzliche Atteste. Schlimmer noch: Gelegentlich sind im Kleingedruckten Regelungen enthalten, wonach die Versicherung ihrem pflegebedürftigen Kunden die Untersuchung durch fremde Ärzte sogar außer Haus zumuten darf. Ebenfalls ungünstig sind so genannte Karenzzeiten. Die Versicherung zahlt dann nicht sofort, sondern erst drei Monate nach Feststellung der Pflegedürftigkeit.

Geringe Auswahl an geeigneten Angeboten

Bei vielen Angeboten gehen die Einschränkungen so weit, dass der versprochene Schutz nicht mehr den Erwartungen gerecht wird. Nach der Finanztest-Untersuchung sind nur drei von neun Pflegekostentarifen und acht von 32 Tagegeldpolicen geeignet, um für den Pflegefall vorzusorgen. Zwei Angebote fielen positiv auf: Die Mannheimer übernimmt bei ihrem Pflegekosten-Tarif ZP 80 Prozent der Kosten, für die die Leistungen der Pflichtversicherung nicht ausreichen - ohne jede Obergrenze. Beim Barmenia-Tagegeld-Tarif PTE/40 EUR steigen die Leistungen am 65. Geburtstag um 20 Prozent an. Immer nach fünf weiteren Jahren werden die Leistungen erneut um denselben Betrag erhöht.

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