Arbeitnehmer können für jeden pflegebedürftigen nahen Angehörigen nur einmal Pflege­zeit nehmen. Seit Juli 2008 dürfen sie für längs­tens sechs Monate unbe­zahlt vom Job aussetzen, um sich um einen pflegebedürftigen Verwandten zu kümmern. Die Pflege­zeit müssen sie am Stück nehmen. Es ist nicht möglich, einen Teil der sechs Monate später nach­zuholen, entschied das Arbeits­gericht Stutt­gart (Az. 12 Ca 1792/09).

Unabhängig von der Pflege­zeit für Angehörige, die bereits in eine Pfle­gestufe einge­stuft sind, dürfen Arbeitnehmer bis zu zehn Tage in Kurz­pflege­zeit gehen. Das ist zum Beispiel möglich, wenn ein Verwandter gestürzt ist und eine Einstufung in Pfle­gestufe I zu erwarten ist.

Tipp: Bitten Sie Ihren Arbeit­geber um unbe­zahlten Urlaub, wenn Sie mehr Zeit für die Pflege brauchen oder wenn Sie einen Menschen pflegen wollen, der kein Angehöriger ist.

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