Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt oft nur einen Teil der Kosten. Wer keine private Zusatzpolice hat, muss fürs Heim zuzahlen oder wird zum Sozialfall.

Über zwei Millionen Deutsche sind heute pflegebedürftig. Gut ein Viertel lebt in Heimen, die meisten werden von Angehörigen versorgt. Ob das auch bei den heute 25- bis 40-Jährigen so bleiben wird, ist fraglich – selbst für Eltern, die auf die Hilfe ihrer Kinder hoffen.

Denn wenn Berufstätige künftig alle paar Jahre einem neuen Job hinterherziehen, die Zahl der Singlehaushalte wächst und weniger Frauen ihren Beruf aufgeben, um Angehörige zu pflegen, wird private Absicherung immer dringender.

Die gesetzliche Versicherung reicht meist nur für einen Teil der Kosten. Ihre Leistungen hängen von der Pflegebedürftigkeit ab, die in drei Stufen ermittelt wird. Außerdem kommt es darauf an, ob der Patient zu Hause versorgt wird oder im Heim. Für häusliche Pflege gibt es weniger, für vollstationäre Pflege mehr. Bei häuslicher Pflege kann er wählen, ob er sich die Kosten für einen Pflegedienst erstatten lässt (bis zu einer Obergrenze) oder ob er das niedrigere Pflegegeld nimmt und damit Angehörige oder andere Helfer bezahlt. Auch eine Kombination aus beidem ist möglich. Darüber hinaus trägt die Pflegekasse die Kosten für teilstationäre Pflege in einer Einrichtung der Tages- und Nachtpflege. Sie zahlt Zuschüsse für Hilfsmittel und Umbauten in der Wohnung oder wenn als Vertretung ein Pflegedienst gebraucht wird, weil der eigentliche Helfer Urlaub machen will.

Auf keinen Fall gehören dazu aber Annehmlichkeiten, die vielen alten Menschen eine bedeutende Verbesserung ihrer Lebensqualität bringen: Hilfe beim Einkaufen, Begleitung beim Spazierengehen oder Vorlesen aus der Zeitung.

Wer das will, muss den eigenen Geldbeutel zücken. Doch der ist meist leer, denn Rente und Pflegeversicherung reichen oft nicht für die Heimkosten, die meist bei 2  000 bis 3 000 Euro monatlich liegen. Deshalb gibt es Pflegezusatzversicherungen. Sie werden in zwei Varianten angeboten:

Pflegetagegeldpolice: Gezahlt wird ein fester Tagessatz, egal wie hoch die Kosten später sind. Bei häuslicher Pflege werden oft 25 oder 30 Prozent weniger gezahlt. Der Versicherte kann über das Geld frei verfügen. Hat er großzügig kalkuliert, bleibt eventuell ein Restbetrag, den er für zusätzliche Leistungen nutzen kann.

Pflegekostenpolice: Hier wird ein Teil der Differenz zwischen gesetzlicher Leistung und tatsächlichen Kosten gezahlt. Wie viel genau, kann der Kunde selbst festlegen. Obergrenze ist meist das Doppelte der gesetzlichen Leistung, in Stufe III also 2 864 Euro. Diese Verträge greifen nur, wenn der Patient in ein Heim geht, nicht also bei häuslicher Pflege.

Außerdem gibt es Restkostentarife. Sie übernehmen nur einen Teil der Differenz, bis 80 Prozent, sodass der Patient selber zuzahlen muss. Diese Variante lohnt sich, wenn er in ein sehr teures Heim geht.

Unser Computerservice sucht besonders geeignete, preisgünstige Angebote für Ihren Versicherungswunsch. Tarife, die eventuell etwas billiger sind, doch wichtige Leistungen auslassen, beziehen wir nicht ein. Im Fragebogen können Sie festlegen, wie viel Ihr Vertrag mindestens leisten soll, jeweils für die Pflegestufen I und III. Kreuzen Sie an, ob Sie einen Tagegeld- oder einen Kostentarif wünschen. Wenn Sie auf Leistungen in Stufe I verzichten können, senkt das den Monatsbeitrag erheblich. Allerdings sind dann auch die zahlenmäßig häufigsten Pflegefälle von der Erstattung ausgeschlossen.

Ab einem Eintrittsalter von 50 Jahren sind die Verträge recht teuer. Wer dennoch einen Teilschutz möchte, sollte niedrige Erstattungen wählen. Besonders in Stufe I lässt sich auch damit auskommen.

Preisbeispiel: Ein 50-Jähriger möchte eine Tagegeldpolice, die bei Heimunterbringung mindestens 1 600 Euro in Stufe III zahlt und 600 Euro in Stufe I. Bei häuslicher Pflege sollen es 800 Euro in Stufe III sein, 150 Euro in Stufe I. Das würde ihn monatlich gut 40 Euro kosten.

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