Zulage vom Staat: Mogel­packung

Seit Anfang 2013 erhält jeder eine staatliche Zulage von 5 Euro im Monat, wenn er eine private Pfleg­etagegeld­versicherung nach staatlichen Vorgaben abschließt und mindestens 10 Euro monatlich selbst zahlt.

Die Zulage gibt es nicht für bereits bestehende Verträge und auch nicht für unsere Testsieger aus den Tabellen. Die Kunden müssen einen geförderten Tarif abschließen. Doch diese Tarife taugen nicht viel – selbst für chro­nisch Kranke.

Ein Vorteil der geförderten Tarife ist zwar, dass jeder Kunde ab 18 Jahren einen Vertrag erhält, wenn er noch nicht pflegebedürftig ist. Die Versicherer dürfen niemanden wegen Krankheit ablehnen oder ihm Risiko­zuschläge oder Leistungs­ausschlüsse auferlegen. Wenn jedoch viele Kranke diese Verträge abschließen, hat dies zur Folge, dass die Beiträge in Zukunft stärker steigen dürften als in unge­förderten Tarifen.

Nachteile der Zulagen­tarife:

  • Die Leistungen reichen bei weitem nicht, um die Versorgungs­lücke im Pflegefall zu schließen. Die Verträge lassen es in der Regel nicht zu, sich durch höhere Beiträge eine ausreichende Absicherung zu erkaufen.
  • Insbesondere die Leistungen bei Demenz (Pfle­gestufe 0) sind bei gleichem Beitrag oft deutlich nied­riger als in Tarifen ohne Zulage.
  • Kunden müssen auch im Pflegefall weiter Beitrag zahlen – das frisst einen Teil der Leistung auf.
  • Durch die Inflation steigt der von uns berechnete Geldbedarf im Pflegefall. Einige geförderte Tarife sehen zwar eine dyna­mische Erhöhung der Leistung vor. Doch auch mit diesen Tarifen ist in 20 Jahren der inflations­bedingte Anstieg der Pflege­kosten kaum abge­deckt.
  • Die Warte­zeit, bis jemand erst­mals Leistungen erhält, beträgt meist fünf Jahre – in unge­förderten Tarifen sind es maximal drei Jahre, die meisten Versicherer verzichten sogar darauf.

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