Die Pflegeversicherung wird reformiert. Davon sollen vor allem Demenzkranke, Behinderte und psychisch Kranke profitieren. Das empfiehlt der Abschlussbericht einer Expertenkommission, der nun vorliegt.

Reform

Demenzpatienten, Behinderte und psychisch Kranke erhalten in Zukunft womöglich bessere Unterstützung durch die gesetzliche Pflegeversicherung. Die Bundesregierung hat nun den Abschlussbericht eines eigens eingesetzten Beirates zur Reform des Pflegebedürftigkeitsbegriffs erhalten.

Expertenrat

Nach Auffassung der Experten soll die Schwere der Pflegebedürftigkeit künftig danach beurteilt werden, in welchem Maße jemand insgesamt in seiner selbstständigen Lebensführung und Teilhabe am Alltagsleben eingeschränkt ist. Statt bisher drei Pflegestufen soll es fünf Stufen der „Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ geben.

Hilfebedarf

Pflegeversicherung Meldung

Demnächst sollen mehr Menschen Anspruch auf Unterstützung im Alltag bekommen. Bis zu 4 Milliarden Euro im Jahr soll das kosten.

Bislang spielte fast nur der Hilfebedarf bei körperlichen Verrichtungen wie Essen oder Körperpflege sowie im Haushalt eine Rolle. Nun sollen die Gutachter des medizinischen Dienstes der Krankenkassen mit einem neu entwickel­ten Verfahren einschätzen, bei welchem der folgenden acht Lebensberei­che jemand Hilfe benötigt: Mobilität, kognitive und kommu­nika­ti­ve Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Probleme, Selbstversorgung, Umgang mit krankheits-/the­ra­piebedingten Anforderungen und Belastungen, Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte, außer­häus­liche Aktivitäten, Haushaltsführung.

Finanzierung

„Diese Weiterentwicklung begrüßen wir sehr“, sagt Rolf Höfert, der für den Deutschen Pflegerat an mehreren Sitzungen des Beirats teilnahm. Ein weiteres Gutachten soll klären, wie viel Geld dafür nötig ist. Dann müsse die Bundesregierung zeigen, was ihr eine bessere Versorgung pflege- und hilfebedürftiger Menschen wert ist, fordert Höfert.„Kostenneutral geht das nicht. Wenn sich eine größere Zahl Pflegebedürftiger das gleiche Geld teilen müssen, verschlechtert sich die Versorgung insgesamt.“

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