Pflegeversicherung Meldung

Pflege ist teuer. Ein Pflegeheim kostet für einen Schwerstpflegebedürftigen schnell 3 000 Euro im Monat. Davon übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung höchstens 1 432 Euro. Den Rest müssen Betroffene selbst zahlen - von ihrer Rente und ihrem Vermögen. Ist alles aufgebraucht, springt die Sozialhilfe ein. Wenn möglich, holt sie sich das Geld von unterhaltspflichtigen Angehörigen wieder. Wer sich und seinen Kindern das ersparen will, kann mit einer Pflegezusatzversicherung privat vorsorgen. Sie schließt die Versorgungslücke. Finanztest nennt besonders geeignete Angebote.

Pflegeversicherung reicht nicht aus

Seit 1995 ist die gesetzliche Pflegeversicherung für alle Krankenversicherte vorgeschrieben. Sie bietet Pflegebedürftigen eine finanzielle Grundabsicherung. Das bedeutet: Die Pflegekasse zahlt festgelegte Zuschüsse für die Pflege zu Hause, für professionelle häusliche Pflegedienste oder für die Pflege im Heim. Wie viel Geld Pflegebedürftige erhalten, hängt unter anderem davon ab, wie viel Hilfe sie im Alltag benötigen. Das ermittelt der medizinische Dienst der Krankenkassen oder der Gutachterdienst der privaten Versicherer. Ist die Pflegebedürftigkeit festgestellt, weist die Pflegekasse dem Versicherten eine der drei möglichen Pflegestufen zu. Je höher die Pflegestufe, desto höhere Leistungen erhält er (siehe Testkompass). In der Regel reichen diese Zuschüsse für die Pflegekosten aber nicht aus. Betroffene müssen aus eigener Tasche hinzuzahlen oder rechtzeitig mit einer Zusatzversicherung vorsorgen.

Tagegeld oder Kostenersatz

Die Versicherer bieten die Zusatzversicherung entweder als Pflegetagegeldtarif oder als Pflegekostentarif an. Mit dem Tagegeldtarif erhalten die Versicherten im Pflegefall eine bestimme Summe, das Tagegeld. Die Höhe des Tagegelds hängt von der Pflegestufe ab. Die tatsächlichen Pflegekosten spielen keine Rolle. Die Tagegeld-Police empfiehlt sich für Versicherte, die später wahrscheinlich von Angehörigen zu Hause versorgt werden und die im Pflegefall frei über das Geld verfügen wollen, etwa weil sie davon auch einen Begleiter für den Spaziergang bezahlen möchten. Solche Extras erhält der Versicherte mit dem Kostentarif nicht. Der Versicherer beteiligt sich bis zu einer festgelegten Obergrenze nur an den reinen Pflegekosten. Und zwar an den Restkosten, die nach den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung übrig bleiben. Der Kunde muss sie durch Belege nachweisen.

Besser früh vorsorgen

Jeder kann eine private Pflegezusatzversicherung abschließen - je früher, desto besser. Denn die Beiträge richten sich nicht nur nach vereinbarten Leistungsumfang und Geschlecht des Antragstellers, sondern auch nach seinem Alter und Gesundheitszustand bei Vertragsschluss. Die Versicherer stellen im Antrag Gesundheitsfragen, die der Kunde vollständig und korrekt beantworten muss. Wer unter Vorerkrankungen leidet, muss mit einem Risikozuschlag rechnen. Generell gilt: Je jünger und gesünder der Antragsteller ist, desto günstiger der Versicherungschutz. Frauen zahlen allerdings aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung immer deutlich höhere Beiträge als gleich alte Männer. Umso wichtiger, dass sie früh anfangen vorzusorgen.

Tipps: Wie Sie rechtzeitig vorsorgen können
Testkompass: Besonders geeignete Angebote

Dieser Artikel ist hilfreich. 1058 Nutzer finden das hilfreich.