Kinderlose müssen ab 1. Januar einen höheren Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung zahlen. Statt bisher 1,7 Prozent ihres Bruttogehalts sind nun 1,95 Prozent fällig. Eltern sind von der Erhöhung ausgenommen, auch wenn ihr Kind schon erwachsen ist oder gar nicht mehr lebt. Neben leiblichen Eltern sind auch Adoptiv-, Stief- und Pflegeeltern ausgenommen.

Um von dem Beitragszuschlag befreit zu werden, müssen die meisten Eltern nichts tun. Denn häufig weiß derjenige, der die Beiträge an die Pflegekasse abführt, dass sie ein Kind haben. Arbeitgeber wissen von den Kindern ihrer Arbeitnehmer, wenn diese auf der Lohnsteuerkarte eingetragen sind. Die Rentenversicherungsträger sind meist informiert, weil sie Kindererziehungszeiten erfassen.

Ist die Elternschaft bei der Stelle, die den Beitrag abführt, aber nicht bekannt, müssen Väter und Mütter sie dort nachweisen. Selbstständige, die ihren Pflegebeitrag selbst überweisen, müssen direkt bei der Pflegekasse belegen, dass sie Kinder haben.

Reichen Eltern während der Zeit von 1. Januar bis 30. Juni den Nachweis ein, wird das rückwirkend zum 1. Januar anerkannt. Haben sie dann bereits zu viel Pflegeversicherungsbeiträge gezahlt, erhalten sie diese zurück.

Bei Neugeborenen haben Eltern drei Monate Zeit für die Meldung. Sie wird dann rückwirkend ab dem Geburtsmonat anerkannt.

Als Nachweise gelten zum Beispiel die Geburts-, Abstammungs- oder Sterbeurkunde des Kindes. Auch das Stammbuch, die steuerliche Lebensbescheinigung des Einwohnermeldeamtes, Vaterschafts- und Adoptionsurkunden oder die Steuerkarte werden akzeptiert.

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