Pflege­versicherung Meldung

Ab 2017 gelten neue Regeln für die Einstufung in der gesetzlichen Pflege­versicherung. Die bisherigen drei Pfle­gestufen werden von fünf Pfle­gegraden abge­löst. Und bei der Begut­achtung von Pflegebedürftigen spielen dann auch soziale Kontakte und Alltags­gestaltung eine Rolle. Sie oder Angehörige sind von der Umstellung betroffen – und haben Fragen? Dann schreiben Sie an pflegestaerkungsgesetz@stiftung-warentest.de. Unsere Experten sammeln die Fragen und klären sie in der Bericht­erstattung in Finanztest und auf test.de.

Das bringt die Reform der Pflege­versicherung

Gute Nach­richten für Pflegebedürftige: Die meisten werden durch die Reform besser gestellt und erhalten mehr Geld (siehe unsere Meldung Pflegeversicherung: Das ändert sich ab 2017). Einzig Versicherte mit körperlichen Einschränkungen, bei denen eine Pflegebedürftig­keit absehbar ist, sollten noch in diesem Jahr einen Antrag auf eine Pfle­gestufe stellen. So sichern sie sich ihren Anspruch auf höhere Leistungen. Reagieren sollten jetzt auch diejenigen, die über­legen, in der nächsten Zeit ins Pfle­geheim zu ziehen und noch auf wenig Hilfe angewiesen sind. Ab nächstem Jahr gibt es hier weniger Leistungen von der gesetzlichen Pflege­versicherung und der Eigen­anteil an den Pflege­kosten im Heim wird in den nied­rigen Pfle­gegraden höher sein als bisher. Menschen mit höheren Pfle­gegraden profitieren dagegen: Bei ihnen sinkt der Eigen­anteil.

Tipp: Alle wichtigen Fragen zum Thema beant­wortet unser Themenpaket Pflege und Versicherung.Auf 87 Seiten finden Sie darin Tests und Reports zur gesetzlichen und privaten Pflege­versicherung, zur Entlastung von pflegenden Angehörigen und zu unterschiedlichen Möglich­keiten des Wohnens im Alter.

Gleicher Eigen­anteil im Heim

Die Kosten für Bewohner eines Pfle­geheims setzen sich zusammen aus den

  • Kosten für die Pflege,
  • den Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung,
  • den Kosten für die Ausbildung der Azubis
  • sowie den Investitions­kosten des Heimes.

An den Pflege­kosten beteiligt sich die Pflegekasse anteilig. Je höher die Pfle­gestufe, umso höher ist auch der Anteil. Ab 2017 wird der Eigen­anteil an den Pflege­kosten für jeden Heimbe­wohner – unabhängig in welchen Pfle­gegrad er einge­stuft ist – gleich sein. Bisher steigen diese Kosten für den Bewohner, wenn er in eine höhere Pfle­gestufe einge­stuft wird. Das liegt daran, dass mit höherem Pflegebedarf auch mehr Personal notwendig ist. Der Eigen­anteil wird zukünftig um die 580 Euro liegen. Die genaue Höhe ist abhängig von der Einrichtung.

Tipp: Ausführ­liche Informationen rund um die stationäre Pflege bietet unser Special Stationäre Pflege. Hier lesen Sie, wie Sie eine gute Einrichtung finden und die best­mögliche Pflege erhalten.

Viele Pflegebedürftige bekommen künftig mehr Geld

Der Gesetz­geber will, dass durch die Reform niemand schlechter gestellt wird als zuvor. Viele Pflegebedürftige, vor allem diejenigen mit einer einge­schränkten Alltags­kompetenz, bekommen zudem mehr Geld. Beispiel: Ein Pflegebedürftiger, der in Pfle­gestufe I mit einge­schränkter Alltags­kompetenz einge­stuft wurde und Pflegegeld erhält, wird auto­matisch in Pfle­gegrad 3 überge­leitet. Im neuen Jahr bekommt er damit 545 Euro im Monat. Das sind 229 Euro mehr als jetzt noch.

Tipp: Sind Sie sich nicht sicher, was die Umstellung für Sie oder Ihren Angehörigen bedeutet und haben Sie Fragen dazu, schreiben Sie uns unter pflegestaerkungsgesetz@stiftung-warentest.de. Ihre Angaben werden von der Stiftung Warentest selbst­verständlich streng vertraulich behandelt.

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