Pflegetagegeldversicherung Meldung

Fast jeder Zweite wird irgendwann pflegebedürftig. Mit der Computeranalyse der Stiftung Warentest finden Sie günstige Angebote für eine private Absicherung. Dazu beantwortet test wichtige Fragen zum Thema.

Wie funktioniert die Pflegetagegeldversicherung überhaupt?

Sie zahlt zusätzlich zur staatlichen Pflichtversicherung. Der Patient bekommt ein Tagegeld, zum Beispiel 40 Euro pro Tag. Dar­über kann er frei verfügen, er kann es für ein Heim ausgeben, für Pflegedienste oder Verwandte, die ihm zuhause helfen. Den vollen Betrag zahlen die meisten Verträge aber erst in Pflegestufe III. Ist der Patient „nur“ in Stufe I oder II, bekommt er weniger. Einige Tarife zahlen auch weniger, wenn er zuhause bleibt und nicht ins Heim geht.

Reicht denn die staatliche Pflegeversicherung nicht aus?

Nein. Sie zahlt zum Beispiel in Stufe I nur 420 Euro monatlich, wenn ein Pflegedienst ins Haus kommt. Das reicht oft nicht aus. Bei Pflege im Heim gibt es zwar mehr, aber auch das deckt oft nicht alle Kosten. Wenn die Rente zu niedrig ist, muss der Patient sein Erspartes aufbrauchen. Ist auch das weg, springt zwar das Sozialamt ein, aber es holt sich das Geld von den Kindern zurück.

Brauchen auch Beamte solch eine Pflegetagegeldpolice?

Beamte erhalten Beihilfe vom Dienstherrn. Aber die deckt zusammen mit der Pflichtversicherung nur so viel ab, wie auch Arbeitnehmer bekommen würden. Die wahren Kosten liegen jedoch oft höher – auch bei Bundesbeamten, die unter Umständen etwas mehr von der Beihilfe erhalten.

Ich bin schon 60 Jahre alt. Nehmen die Versicherer mich trotzdem?

Einige Gesellschaften nehmen neue Kunden nur, wenn sie noch nicht 60 Jahre alt sind, manche gehen auch bis 65 Jahre. Außerdem steigen die Beiträge, je älter man bei Vertragsabschluss ist. Es empfiehlt sich daher, die Versicherung schon vorher abzuschließen, am besten noch unter 55 Jahren.

Und wenn ich nicht mehr so ganz gesund bin, was ist dann?

Dann nimmt die Versicherung Risikozu­schläge oder lehnt Sie ganz ab. Beantworten Sie dennoch im Versicherungsantrag alle Fragen nach bisherigen Behandlungen, Untersuchungen und Diagnosen genau. Falls Sie etwas verschweigen, kann die Versicherung im Ernstfall die Zahlung verweigern.

Tipp: Stellen Sie gleich bei mehreren Versi­cherern parallel einen Antrag. Denn wenn Sie bereits von einem abgelehnt wurden, müssen Sie das später den anderen Versi­che­r­ern mitteilen. Falls Sie am Ende auf mehreren Verträgen sitzen, macht das nichts: Policen, die Sie nicht möchten, können Sie innerhalb von 14 Tagen widerrufen.

Was kostet denn solch ein Vertrag? Ist er teuer?

Das kommt auf die gewünschten Leistungen an – und auf den Anbieter. Für eine günstige Police mit guten Konditionen zahlt eine Frau, die bei Vertragsabschluss 45 Jahre alt ist, etwa 40 Euro im Monat. Dann bekäme sie bei Pflege zuhause etwa 400 Euro monatlich in Pflegestufe I, rund 850 Euro in Stufe II und 1 300 Euro in Stufe III. Geht sie in ein Pflegeheim, sind es für alle Stufen knapp 1 800 Euro. Bei Eintrittsalter 55 Jahre muss sie bereits 65 Euro Beitrag zahlen. Einen 45-jährigen Mann kostet es ab etwa 30 Euro, bei Eintrittsalter 55 Jahre knapp 50 Euro. Die Preisunterschiede sind enorm. Wir suchen günstige Angebote für Sie heraus. Im Frage­bogen können Sie ankreuzen, wie viel Geld Sie in den Pflegestufen erwarten. Sie brauchen das nur für die Pflegestufe einzutragen, die Ihnen am wichtigsten ist. Die Leistungen in den anderen Stufen berechnet der Computer automatisch.

Tipp: Zwei von drei Pflegebedürftigen sind in Stufe I oder II und werden zuhause versorgt. Achten Sie daher darauf, sich auch für diese Fälle ausreichend abzusichern.

Ist der Beitrag für die Pflegetagegeldversicherung steuerlich absetzbar?

Ja. Aber nur Beamte, Selbstständige, Pensionäre und Rentner haben dadurch einen kleinen Steuervorteil – Angestellte nicht, auch wenn das Finanzamt seit Jahresbe­ginn höhere Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anerkennt.

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