Abschlussalter und Gesundheitsfragen

Abschlussalter

Frage: Ich bin 23 Jahre alt. Sollte ich jetzt schon eine Pflegetagegeldversicherung abschließen?

Finanztest-Antwort: Eher nicht. Für junge Menschen am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn steht erst einmal die aktuelle Absicherung im Vordergrund. Kümmern Sie sich um Kranken-, Privathaftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung. Wenn Sie eine Familie gründen, empfiehlt Finanztest außerdem eine Risikolebensversicherung. Ist dann noch Geld übrig, machen Sie sich Gedanken, wie Sie den Grundstein zu Ihrer Altersvorsorge legen können. Wenn Sie in sehr jungen Jahren bereits eine Pflegetagegeldversicherung abschließen, profitieren Sie zwar von günstigeren Beiträgen. Sie können aber noch nicht einschätzen, ob Ihr Einkommen langfristig gesichert ist. Das kann zum Problem werden, falls Sie in Zukunft die Beiträge einmal nicht mehr zahlen können und die Versicherung kündigen müssen. Dann ist das gesamte bisher gezahlte Geld verloren.

Frage: Ich bin bereits 67 Jahre alt und möchte mich nun für den Pflegefall absichern. Welche Möglichkeiten habe ich?

Finanztest-Antwort: Eine Pflegetagegeldversicherung dürfte für Sie nicht mehr in Frage kommen, da die Beiträge bei einem Eintrittsalter über 60 Jahren enorm hoch sind. Möglicherweise bekommen Sie sogar gar keinen Vertrag mehr, weil Sie schon Vorerkrankungen haben. Eine Alternative bieten eventuell so genannte Pflegerentenversicherungen. Sie werden in der Regel von Lebensversicherern angeboten. Häufig können Sie diese auch in höherem Alter noch abschließen, teilweise auch, wenn Sie Vorerkrankungen haben. Achten Sie aber unbedingt auf die Punkte in der Checkliste.

Informieren Sie sich aber zudem über Möglichkeiten der Vorsorge ohne Versicherung: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, finanzielle Rücklagen fürs Alter zu bilden, auf die Sie dann auch im Pflegefall zurückgreifen können. Haben Sie Wohneigentum, können Sie beizeiten in den barrierefreien Umbau Ihres Hauses oder der Wohnung investieren. Geld, das im selbst genutzten Wohneigentum „verbaut“ ist, kann Ihnen auch das Sozialamt nicht mehr wegnehmen.

Außerdem gibt es in vielen Städten und Gemeinden Möglichkeiten der „sozialen Vorsorge“, zum Beispiel Nachbarschaftshilfe, Tauschringe, gegenseitige Hilfe in Kirchengemeinden oder Mehrgenerationen-Wohnprojekte. Diese Möglichkeit steht Ihnen offen, auch wenn Sie nicht viel Geld für eine Versicherung oder sonstige private Vorsorge haben.

Gesundheitsfragen

Frage: Ich bin 44 Jahre alt und würde gerne eine Pflegetagegeldversicherung abschließen. Muss ich angeben, dass ich einen Herzschrittmacher habe? Gilt dies für die Versicherer als Ablehnungsgrund?

Finanztest-Antwort: Sie müssen alle Fragen zu Krankenhaus-, Arzt- und sonstigen Behandlungen, Untersuchungen und Diagnosen vollständig beantworten und Ihre Ärzte von der Schweigepflicht entbinden. Selbst wenn nicht explizit nach einem Herzschrittmacher gefragt wird, müssen Sie Ihre Herzerkrankung also angeben. Für welche Krankheiten die Versicherer Risikozuschläge verlangen und welche Krankheiten generell ein Ablehnungsgrund sind, geben sie nicht bekannt. Die Unternehmen handhaben dies unterschiedlich. Es bleibt Ihnen also nichts anderes übrig, als parallel bei mehreren Versicherern Ihr Glück zu versuchen. Denn wenn Sie bereits einmal abgelehnt wurden, müssen Sie dies in folgenden Anträgen bei anderen Versicherern angeben und verschlechtern dadurch Ihre Chancen.

Frage: Sie schreiben, dass die Gesundheitsfragen im Antrag vollständig und korrekt zu beantworten sind, weil ich sonst später den Verlust meines Versicherungsschutz riskiere. Doch mit 50 Jahren kommt einiges an gesundheitlicher Vorgeschichte zusammen. Wie kann ich mich absichern, so dass die Versicherung später auf jeden Fall zahlt? Ich hätte kein Problem, der Versicherungsgesellschaft alle meine Arztunterlagen zu überlassen oder mich von einem Arzt der Versicherung durchchecken zu lassen.

Finanztest-Antwort: Leider ist Finanztest keine Pflegetagegeldversicherung bekannt, bei der die Versicherungsgesellschaft auf Gesundheitsfragen verzichtet und stattdessen eine Eingangsuntersuchung macht. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es also nicht.

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