Steuer und Höhe des Pflegetagegeldes

Frage: Kann ich die Beiträge zu einer privaten Pflegezusatzversicherung von der Steuer absetzen?

Finanztest-Antwort: Ja. Angestellte, Beamte, Pensionäre und Rentner können für eine ganze Palette von Versicherungen maximal 1 500 Euro (Ehepaare 6 000 Euro) im Jahr als Vorsorgeaufwendungen absetzen. Ist ein Ehepartner selbstständig, der andere Arbeitnehmer, Beamter, Pensionär oder Rentner, beträgt der Höchstbetrag für beide zusammen 3 900 Euro (1 500 Euro + 2 400 Euro). Bis zum Jahr 2005 galt eine andere Regelung, die vor allem für viele Selbstständige, Beamte und Rentner günstiger war. Wer mit der alten Regelung besser bedient ist, bekommt sie noch bis zum Jahr 2019 weiter. Geben Sie deshalb alle Versicherungsbeiträge in der Steuererklärung an. Das Finanzamt prüft automatisch, mit welcher Regelung sie besser fahren. Nach der alten Regel sind bei Rentnern, Pensionären und Selbstständigen Versicherungsbeiträge bis zu 5 736 Euro im Jahr Sonderausgaben. Die ersten 4 402 Euro können sie voll geltend machen, die weiteren 1 334 Euro nur zur Hälfte. Das Finanzamt zieht also bis zu 5 069 Euro (Ehepaare 10 138 Euro) von den zu versteuernden Einkünften ab.

Frage: Wenn ich pflegebedürftig werde und Geld aus einer privaten Pflegetagegeldversicherung erhalte – muss ich dieses Geld dann als Einkommen versteuern?

Finanztest-Antwort: Nein. Leistungen aus Kranken- und Pflegeversicherungen sind steuerfrei.

Beamte und Beihilfe

Frage: Ich bin Beamtin und erhalte im Pflegefall Beihilfe vom Dienstherrn. Außerdem bin ich bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen in der Pflegepflichtversicherung. Brauche ich überhaupt eine zusätzliche private Absicherung für den Pflegefall?

Finanztest-Antwort: Für den Pflegefall vorzusorgen ist auch für Beamte sinnvoll. Die Beihilfe deckt zusammen mit den Leistungen der privaten Pflegepflichtversicherung für Beamte nur so viel ab, wie die gesetzliche Pflegekasse zum Beispiel bei einem Arbeitnehmer zahlen würde. Die tatsächlichen Kosten sind jedoch oft deutlich höher. Für den Fall einer Pflege im Heim haben Bundesbeamte jedoch einen Vorteil: Wenn die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie die Investitionskosten im Pflegeheim einen bestimmten Prozentsatz ihres regelmäßigen Einkommens übersteigen, erhalten sie zusätzliches Geld von der Beihilfe. Bundesbeamte sollten also vor allem Wert auf eine gute Absicherung für die Pflege zu Hause legen.

Höhe der Versicherung

Frage: In welcher Höhe sollte ich Pflegetagegeld versichern?

Finanztest-Antwort: Wenn Sie von der Finanztest-Schätzung ausgehen, brauchen Sie im Extremfall schon heute bis zu 2 000 Euro im Monat zusätzlich zu den Leistungen der gesetzlichen Versicherung. Das entspricht einem Tagegeld von 67 Euro. Bei vielen Gesellschaften ist ein so hohes Tagegeld aber gar nicht versicherbar, deshalb hat Finanztest für den Test Pflegetagegeld-Versicherungen ein Tagegeld von 60 Euro angesetzt. Damit das Tagegeld an die künftig steigenden Kosten angepasst werden kann, empfiehlt Finanztest Verträge, bei denen eine so genannte Dynamik ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist. Das bedeutet, dass der Versicherer in regelmäßigen Abständen die Höhe der versicherten Leistung anpasst – entsprechend erhöhen sich dann aber auch die Beiträge.

Frage: Wenn ich mehrere Anträge gleichzeitig stelle, bekomme ich vielleicht auch bei mehreren Versicherern einen Vertrag. Wie kann ich verhindern, doppelt und dreifach Beiträge zahlen zu müssen?

Finanztest-Antwort: Sie haben ein Widerrufsrecht. Widerrufen Sie Verträge, die Sie nicht behalten möchten, innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Police.

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