Checkliste

Private Zusatzversicherung

Eine Pflegetagegeldversicherung ist eine private Zusatzversicherung für den Pflegefall. Sie ergänzt die Pflegepflichtversicherung für gesetzlich und privat Krankenversicherte, deren Leistungen nur einen kleinen Teil der Kosten decken. Falls der Versicherte pflegebedürftig wird, bekommt er pro Tag einen bestimmten Betrag – zum Beispiel 60 Euro. Den Tagessatz gibt es aber meist erst bei Pflegestufe III in voller Höhe. In den Stufen I und II zahlen die Versicherer weniger. Oft ziehen sie auch etwas von der Leistung ab, wenn jemand zuhause und nicht im Heim gepflegt wird. Zwei Drittel der Pflegebedürftigen sind jedoch in Stufe I oder II und werden zuhause versorgt. Finanztest empfiehlt deshalb Verträge, die dafür gute Leistungen vorsehen.
Tipp: In Heft 1/2009 hat Finanztest 26 Pflegetagegeldtarife getestet, die von den privaten Krankenversicherungsunternehmen angeboten werden.

Eignung der privaten Pflegetagegeldversicherung

Eine private Pflegetagegeldversicherung oder eine Pflegekostenversicherung kommt für Sie nur in Frage, wenn Sie:

  • beim Abschluss möglichst nicht älter als 55 Jahre alt sind.
  • vollständig gesund sind und auch in der Vergangenheit keine gravierenden Erkrankungen hatten.
  • sich sicher sind, dass Sie die hohen und in Zukunft voraussichtlich weiter steigenden Beiträge dauerhaft aufbringen können – auch im Rentenalter.

Alternative Vorsorge-Möglichkeiten

  • Gesetzliche Pflegeversicherung. Die beste und kostengünstigste Vorsorge ist die gesetzliche Pflegeversicherung. Sie nützt allen Alters- und Einkommensgruppen und kostet Frauen gleich viel wie Männer. Setzen Sie sich dafür ein, dass ihre Leistungen verbessert statt gekürzt werden!
  • Pflegekostenversicherung. Die Pflegekostenversicherung ist ebenso wie die Pflegetagegeldversicherung nur für Sie geeignet, wenn Sie die drei Punkte oben alle mit „ja“ beantworten können. Die Beiträge sind bei vergleichbaren Leistungen teilweise etwas niedriger. Zur Finanzierung einer selbst organisierten Pflege zu Hause ist sie allerdings weniger geeignet, da Kunden in der Regel nur Rechnungen für nachgewiesene Pflegeleistungen erstattet bekommen und nicht frei über das Geld verfügen können.
  • Pflegerentenversicherung. Dabei handelt es sich um eine private Rentenversicherung, die im Fall von Pflegebedürftigkeit einen monatlichen Geldbetrag zahlt. Solche Policen können auch ältere Menschen oft noch abschließen, teilweise sogar mit Vorerkrankungen.

Bei der Auswahl einer geeigneten Pflegerentenversicherung sollten Kunden auf folgende Punkte achten:

  • Wie wird der Pflegefall definiert? Gut ist es, wenn die Pflegerentenversicherung die Einstufung durch die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt. Schlecht für Kunden ist, wenn sie höhere Hürden überwinden müssen, um im Pflegefall an ihr Geld zu kommen.
  • Sind Leistungen in allen drei Pflegestufen vorgesehen, auch bei Pflege zu Hause? Vorsicht: Manche Angebote sehen nur Leistungen in Pflegestufe III vor oder nur bei Pflege in einem Heim.
  • In welcher Höhe ist die Leistung im Pflegefall garantiert? Nur auf garantierte Leistungen können Sie sich verlassen. Sind wesentliche Teile der Leistung von den Entwicklungen der Kapitalmärkte abhängig, rät Finanztest vom Abschluss ab.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1212 Nutzer finden das hilfreich.