Ausgewählt, geprüft, bewertet

Im Test: Wir haben 13 Pflegerenten­tarife untersucht, die von Lebens­versicherungs­unternehmen angeboten werden. Es wurden nur Tarife bewertet, mit denen der Versicherte für alle drei Pfle­gestufen Leistungen erhält und die unabhängig von anderen Versicherungs­verträgen abge­schlossen werden können. Eine Todes­fall­leistung sollte nicht enthalten sein.

Allianz, Gothaer und Nürn­berger haben die Teil­nahme an unserem Vergleich abge­lehnt.

Modell­fälle

Wir haben die Tarife jeweils getrennt für Frauen und Männer bewertet. Unsere Modell­kunden sind gesund und bei Vertrags­beginn 45 oder 55 Jahre alt. Datum des Vertrags­beginns ist der 1. Dezember 2010, für die flexiblen Tarife (siehe unten) der 1. Februar 2011. Den monatlichen Beitrag, den die Kunden bis zum Eintritt des Pflegefalls zahlen, haben wir auf 100 Euro fest­gelegt. Pflegebedürftige erhalten Leistungen ab Pfle­gestufe I oder 3 Punkten auf der ADL-Skala (Aktivitäten des täglichen Lebens). In Pfle­gestufe III erhält der Versicherte 100 Prozent der vereinbarten Leistung, für die Stufen I und II zahlen die Versicherer einen Teil dieser Leistung.

Flexible Tarife: In den flexiblen Tarifen kann der Kunde die Höhe der Pflegerente für jede Pfle­gestufe selbst fest­legen. Für die Bewertung haben wir die Leistungen in den Pfle­gestufen so gewählt, dass sie dem von uns erwarteten Bedarf am nächsten kommen. In Pfle­gestufe III erhält der Versicherte 100 Prozent der vereinbarten Leistung, in den Stufen I und II erhält der Kunde die maximal mögliche prozentuale Leistung.

Leistungs­kenn­zahl: Die Kenn­zahl drückt in Prozent aus, inwieweit die garan­tierte Pflegerente den erwarteten Finanzbedarf deckt. Dabei haben wir die zu erwartende Abweichung zur Finanzierungs­lücke in den einzelnen Pfle­gestufen gewichtet, je nachdem, wie wahr­scheinlich es ist, in die jeweilige Stufe zu kommen.

Garan­tierte monatliche Rente: Wir haben nur die garan­tierten monatlichen Leistungen in den Pfle­gestufen ohne Über­schüsse bewertet.

... bei Beitrags­frei­stellung nach 20 Jahren: Dargestellt ist der Wert in Pfle­gestufe III bei Beitrags­frei­stellung nach 20 Jahren.

Verbraucherfreundlich­keit der Bedingungen

Dynamik ohne Gesund­heits­prüfung möglich: Wir haben es positiv bewertet, wenn der Versicherer in bestimmten Zeit­abständen ohne erneute Gesund­heits­prüfung eine Erhöhung der Pflegerente zum Ausgleich von Kosten­steigerungen anbietet. Dies kann unabhängig von Alter und Pflegebedürftig­keit oder einge­schränkt der Fall sein. Erhöht ein Kunde die vereinbarte Rente, so steigt sein Beitrag entsprechend. Zusätzlich bieten manche Versicherer an, bei bestimmten Anlässen wie Eheschließung die Rente ohne erneute Gesund­heits­prüfung zu erhöhen. Diese Option wird oft auf ein bestimmtes Alter beschränkt und kann nicht beliebig oft genutzt werden.

Sonderzahlung: Bei Eintritt des Pflegefalls erhält der Kunde in einigen Tarifen eine einmalige Zahlung. Ihre Höhe kann garan­tiert sein (ja).

eingeschränkt = Sonderzahlung nur in Pfle­gestufe III oder nur in Form von Über­schüssen.

Europa­weite Leistung: In den meisten Tarifen bekommt der Versicherte auch Geld, wenn er in ein Land der Europäischen Union oder des Europäischen Wirt­schafts­raumes umzieht.

eingeschränkt = Ärzt­liche Unter­suchungen in Deutsch­land erforderlich.

Kosten: Bewertet wurde, inwieweit Kosten bei Beitrags­frei­stellung oder Kündigung anfallen.

Rück­kaufs­wert: Besteht bei Kündigung der Anspruch auf Auszahlung?

Weitere Merkmale (ohne Bewertung)

Leistung bei Demenz: Stellt ein Arzt bei einem Patienten eine mindestens mittel­schwere Demenz fest, erhält er Leistungen, als sei er in die genannte Pfle­gestufe einge­stuft.

Beitrags­zahlung höchs­tens bis ... : Auch wenn der Versicherte nicht pflegebedürftig wird, zahlt er ab dem genannten Alter keine Beiträge mehr.

Höchst­eintritts­alter: Bis zu diesem Alter können gesunde Kunden einen Vertrag abschließen.

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