Pflegereform Meldung

Von der Pflegeversicherung sollen künftig weitaus mehr Patienten profitieren als bisher: Der Betreuungsbetrag zur Unterstützung altersverwirrter Menschen gilt künftig auch für Patienten, die körperlich gesund sind und daher keiner Pflegestufe angehören. Ab dem 1. Juli dieses Jahres steigt der Betreuungsbetrag von jährlich 460 Euro auf bis zu 2 400 Euro und muss – wie gehabt – bei der Pflegeversicherung beantragt werden.

Auch Pflegegeld und Pflegesachleistungsbeträge steigen. Nach wie vor erhalten nur körperlich beeinträchtigte Menschen diese Hilfen. Das Pflegegeld – ein Zuschuss für Angehörige, welche die Pflege selbst in die Hand nehmen – steigt ab dem 1. Juli um jeweils 10 Euro pro Monat für alle Pflegestufen. Die Pflegesachleistungsbeträge, von denen die Pflegedienste finanziert werden, klettern um 16 bis 59 Euro. Nur die Sachleistungsbeträge für Härtefälle der ambulanten Pflege verharren mit 1 918 Euro monatlich auf dem alten Niveau. Bis 2012 steigen Pflegegeld und Pflegesachleistungsbeträge erneut moderat an, werden danach aber bis 2015 eingefroren.

Um eine Pflege zu organisieren, dürfen sich Angehörige künftig bis zu zehn Tage kurzfristig von der Arbeit freistellen lassen. Für die Betreuung kann sich jeder bis zu einem weiteren halben Jahr freinehmen – es sei denn, er arbeitet in einer Firma mit weniger als 16 Mitarbeitern. Die Pflegeversicherung übernimmt die Rentenbeiträge, und wer über seine Familie versichert ist, bleibt ohne zusätzliche Kosten krankenversichert. Das Gehalt entfällt in dieser Zeit aber komplett.

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