Alt und Jung: Blick­winkel wechseln

Alt werden ist nicht leicht. Ist ein Mensch auf Unterstüt­zung angewiesen, muss er akzeptieren: Er kann viele Dinge nicht mehr allein tun.

Ängste treten auf. Ist die Mutter plötzlich darauf angewiesen, dass andere ihr helfen, kann das bei ihr große Ängste auslösen. Die Folge: Statt der Tochter dank­bar für die Unterstüt­zung zu sein, nörgelt sie ständig oder macht ihr Vorwürfe, „dass sie nichts richtig macht“.

Sinne lassen nach. Ältere hören und sehen meist schlecht. Konzentration und Gedächt­nis lassen nach. Auch fehlen Mutter oder Vater oft die Worte, wenn sie etwas sagen wollen. Das macht unsicher. Darüber mit den Kindern zu sprechen, ist vielen sehr unangenehm. Sie versuchen, das zu über­spielen.

Ungeduld übt Druck aus. Auch das Zeitgefühl ändert sich. Mutter und Vater brauchen länger für tägliche Hand­lungen. Sprechen Sohn oder Tochter schnell oder treiben die Eltern zur Eile, etwa um einen Termin einzuhalten, setzt das stark unter Druck. Die Ungeduld lässt bei den einen Trotz aufkommen, andere ziehen sich eher in sich zurück.

Tipp 1: Das Verhältnis entspannt sich oft, wenn Kinder versuchen, ihre Eltern zu verstehen und die Welt einmal mit ihren Augen zu sehen.

Tipp 2: Beziehen Sie die Pflegebedürftigen ein. Sie können zum Beispiel den Enkeln Geschichten vorlesen. Das Gefühl, gebraucht zu werden, stärkt das Selbst­bewusst­sein und macht es leichter, eigene Einschränkungen zu akzeptieren.

Tipp 3: Die Eltern sollten über ihre Lebens­gestaltung bestimmen können. Entscheiden Sie nicht einfach über ihren Kopf hinweg. Solange die Eltern sich nicht selbst gefährden, ist es wichtig, dass die Umwelt ihre Entscheidungs­hoheit respektiert.

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