Pflegebedürftige und Angehörige: Seit 2009 Anspruch auf Beratung

Persönlich. Seit Anfang 2009 haben Pflegebedürftige und ihre Angehörigen einen gesetzlichen Anspruch auf eine individuelle Pflegeberatung.

Qualifiziert. In Zukunft soll das in Pflegestützpunkten geschehen. Speziell qualifizierte Mitarbeiter der Pflegekassen sollen Ratsuchende persönlich begleiten, Fragen beantworten und sie bei der Organisation der Pflege und anderer Hilfsmaßnahmen unterstützen. Auf Wunsch kann ein individuel­ler Hilfsplan entwickelt werden („Fallmanagement“). Die Beratung kann in den Pflegestützpunkten oder bei den Hilfesuchenden zuhause stattfinden.

Gebündelt. Die Einrichtung von Pflege­stützpunkten geht auf die Pflege­reform von 2008 zurück. Ziel ist, möglichst alle vor Ort verfügbaren Angebote rund um die Pflege, wie Pflegedienste, mobile soziale Dienste, Altenhilfe, Sozialamt und ehrenamtliche Angebote, unter einem Dach zu bündeln und leichter zugänglich zu machen.

Verpflichtet. Die Bundesländer und Pflegekassen sind nun in der Pflicht. Wie sie das Konzept der gebündelten Beratung umsetzen, ist den einzelnen Bundesländern überlassen. Der Aufbau von Pflegestützpunkten in den jeweiligen Gemeinden liegt in der Verantwortung der Kranken- und Pflegekassen. Sie sollen dabei möglichst die vor Ort bereits vorhandenen Informa­tions-, Beratungs- und Koordinierungsstellen einbeziehen und eine unabhängige Beratung gewährleisten.

Regional. Da solche Angebote bisher regional sehr unterschiedlich vertreten sind, wird es eine Weile dauern, ehe im gesamten Bundesgebiet flächendeckend Pflegestützpunkte zur Verfügung stehen. Zu den Vorreitern mit besonders vielen Stützpunkten gehört zum Beispiel Rheinland-Pfalz. Dort wurden die vorhandenen Beratungs- und Koordinierungsstellen in Pflege­stützpunkte umgewandelt.

Pilot-Stützpunkte. In jedem Bundesland gibt es aber schon Pilot-Stützpunkte – insgesamt 20 an der Zahl –, deren Arbeit und Erfahrungen vom Kuratorium Deutsche Altershilfe wissenschaftlich begleitet werden. Daraus sollen Empfehlungen für den Ausbau weiterer Stützpunkte abgeleitet werden. In einem Zwischenbericht vom vergangenen Jahr heißt es, dass die entstehenden Vernetzungs- und Koordinierungsstrukturen „die Effizienz der Pflegeberatung wesentlich erhöhen können“. Ein aktueller Bericht wird Ende August veröffentlicht, nachzulesen unter www.werkstatt-pflegestuetzpunkte.de.

Tipp: Wenn Leistungen der Pflege­versicherung beantragt werden, informiert die Pflegekasse, wo sich der nächste Pflegestützpunkt befindet oder welche andere Pflegeberatung vor Ort erreichbar ist.

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