Wer kranken Angehörigen die Unterbringung im Pflegeheim mitfinanziert, kann die Kosten als außergewöhnliche Belastung nach Paragraph 33 Einkommensteuergesetz absetzen. Entgegen der Auffassung des Finanzgerichts Köln lassen sich nicht nur reine Pflegekosten abziehen, sondern auch Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung, entschieden die Richter am Bundesfinanzhof in München (Az. III R 80/97). Auch die Aufwendungen für die Unterbringung seien Krankheitskosten, wenn wie in dem entschiedenen Fall die kranken Eltern ins Pflegeheim müssen.

Der Bundesfinanzhof schränkt zwar ein, dass sich nur Mehrkosten, die gegenüber der normalen Lebensführung entstehen, abziehen lassen. Doch die Eltern bestritten einen Großteil der Heimkosten von ihrer Rente selber: 1990 zahlten sie 43.782 Mark, im Jahre 1991 32.920 Mark und 1992 28.357 Mark. Für ihren Unterhalt gaben die Eltern selbst also schon weit mehr als den Regelsatz der Sozialhilfe aus. Das war auch weit mehr als pro Tag 36 Mark, die die Finanzbehörde als Haushaltsersparnis ansetzt, wenn die eigene Wohnung aufgelöst ist. Somit kann der Nachwuchs seine Ausgaben für die Eltern voll absetzen.

Einen zusätzlichen Pflegepauschbetrag von 1.800 Mark verwehrten allerdings die obersten Richter aus München dem Steuerzahler. Ausgaben für hauswirtschaftliche Dienstleistungen seien bereits in den Gesamtkosten für Unterbringung und Pflege berücksichtigt. Deshalb war die Klage in diesem Punkt nicht erfolgreich.

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