Pflegekosten Meldung

Pflege ist teuer - auch wenn Angehörige sich um die Versorgung kümmern. Allein die Ausgaben für Hilfsmittel, Wäsche und Fahrten können ganz schön ins Geld gehen. Erst recht wirds teuer, wenn ein Pflegedienst zum Einsatz kommt. Immerhin beteiligt sich das Finanzamt an den Kosten. Sie lassen sich als außergewöhnliche Belastung geltend machen und mindern dann nach Abzug der so genannten zumutbaren Belastung das steuerpflichtige Einkommen. Finanztest sagt, welche Kosten das Finanzamt berücksichtigt und welche Belege Sie dafür vorlegen müssen.

Pauschbetrag bei hoher Pflegebedürftigkeit

Ganz einfach ist es für Angehörige von Pflegebedürftigen, die in Pflegestufe III eingeordnet sind und einen Schwerbehindertenausweis mit dem Buchstaben H für Hilfsbedürftig oder eine entsprechende Bescheinigung vom Versorgungsamt haben. Bei Ihnen bleibt auf Antrag ein Pauschbetrag von 924 Euro pro Jahr steuerfrei. Allerdings dürfen sie für die Pflege keinerlei Vergütung erhalten. Auch Geld aus der Pflegeversicherung dürfen Angehörige nicht für sich selbst, sondern höchstens treuhänderisch zum Wohl des Betreuten ausgeben. Den Pauschbetrag gibts auch, wenn zusätzliche professionelle Pflegekräfte im Einsatz sind. Bedingung: Angehörige müssen mindestens zehn Prozent des insgesamt erforderlichen Pflegeaufwands leisten.

Abrechnung im Detail

In der Regel sind die Kosten jedoch viel höher. Dann ist oft die Abrechnung im Detail günstiger. Absetzbare Kosten sind nicht nur die Ausgaben für medizinische Hilfsmittel, sondern auch für Fahrten zum Angehörigen (30 Cent je Kilometer), Wäsche und Telefongespräche. Allerdings sind die Leistungen der Pflegeversicherung anzurechnen. Auch die Einkünfte von Pflegebedürftigen sind abzuziehen, soweit sie 7 946 Euro Grundfreibetrag einschließlich Werbungskosten- und Bezügepauschale übersteigen.

Zumutbare Belastung

Von den Kosten, die nach Anrechnung von Pflegeleistungen und Einkünften des Pflegebedürftigen übrig bleiben, ist noch die zumutbare Belastung abzuziehen. Sie beträgt zwischen ein und sieben Prozent der Einkünfte. Beispiele: Ein Prozent gilt für Eltern von mehr als zwei Kindern mit einem Gesamtbetrag der Einkünfte von bis zu 51 130 Euro. Eine Belastung von sieben Prozent ist laut Gesetz für Alleinstehende mit Einkünften von über 51 130 Euro zumutbar.

Steuerbonus bei Einsatz von Profis

Professionelle Pflege ist besonders teuer. Dafür wird sie seit diesem Jahr als so genannte haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich auch besonders berücksichtigt. Vom Anteil der Kosten für die Profipflege, der als zumutbare Belastung nicht weiter berücksichtigt wird, erstattet das Finanzamt 20 Prozent, maximal allerdings 600 Euro pro Jahr. Vor allem bei Gutverdienern macht dieser Steuerbonus oft mehr Geld aus, als sonst an Steuerersparnis durch Abrechnung der Pflegekosten möglich ist.

Extra-Infos zu Heimkosten

Weitere Details und Musterrechnungen für die Abrechnung von Kosten für Pflege von Angehörigen zu Hause liefert FINANZtest 5/2005 und test.de komplett und interaktiv. Noch viel höhere Kosten als bei der Pflege daheim entstehen bei Unterbringung in Heimen. Wie Angehörige diese beim Finanzamt geltend machen, beschreibt Finanztest in Heft 6/2005 (ab Mittwoch, 18. Mai im Handel).

komplett und interaktiv: Weitere Informationen zum Thema

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