Pflegeheime Meldung

Pflege-Tüv: Kassen bewerten die Leistungen der Pflegeheime.

Die Krankenkassen haben schon mehr als 12 000 Pflegeheimen Schulnoten gegeben. Das ist zulässig, aber umstritten.

Schulnoten erlaubt

Die Bewertung der deutschen Pflegeheime durch den Medizinischen Dienst der gesetzlichen Krankenkassen ist verfassungsgemäß. Das hat das Landgericht Nordrhein-Westfalen entschieden (Az. L 10 P 10/10 B.). Die Betreiber eines Heims in Bochum, das im Qualitätscheck nur „befriedigend“ abschnitt, hatte sich gegen die Veröffentlichung der Note im Internet gewandt – ohne Erfolg.

Heime beteiligt

Das Prüfverfahren sei fair und neutral und die Heime ­seien beim Festlegen der Prüfkriterien beteiligt gewesen, meinte das Gericht. Zudem könnten sie die Noten direkt im Bericht kommentieren und eine ­erneute Prüfung beantragen.

Kritik bleibt

Trotz des Urteils bleiben die sogenannten Transparenzberichte in der Kritik von Heimen und Pflegeexperten. Bodo de Fries vom Evangelischen Johanniswerk bemängelt, dass die Prüfer zum Beispiel den Umgang mit demenzkranken Bewohnern in einem Heim bewerten, ohne mit den Bewohnern in Kontakt treten zu müssen. Der Pflegeexperte Claus Fussek hält den Pflege-Tüv gar für „mangelhaft“, weil eine schlechte Note in einem wichtigen Punkt wie der Medikamentenversorgung ausgeglichen werden könne, wenn ein Heim seine Mitarbeiter zum Beispiel in erster Hilfe schule. Diese Gewichtung der Kriterien hatte die Stiftung Warentest bereits vor einem Jahr gerügt (test 7/09, Pflegedienste. Selten gut beraten).

Tipp: Bis Ende 2010 wollen die Kassen alle deutschen Heime benoten. Knapp 12 000 Ergebnisse zu stationären Einrichtungen und rund 13 000 Beurteilungen zu Pflegediensten finden Sie bereits unter www.aok-gesundheitsnavi.de. Orientieren Sie sich nicht nur an der Gesamtnote, sondern schauen Sie unbedingt auch auf die Teilurteile. Die Kassen beginnen jetzt auch mit dem Ärztecheck, die Bewertung kommt von Patienten.

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