Die Pflegekasse muss die Kosten für Fahrt und Unterkunft eines mitreisenden Familien­mitglieds – auch im Ausland – über­nehmen, wenn dieses vertretungs­weise einen Versicherten pflegt, so ein Urteil des Bundes­sozial­gerichts (Az. B 3 P 4/14 R). Geklagt hatte die Mutter eines 14-Jährigen mit Pfle­gestufe.

Die Familie machte Urlaub in der Schweiz. Während die Mutter Ski fuhr, pflegte der Groß­vater den Sohn. Die Kasse zahlte dafür das Pflegegeld, lehnte es aber ab, ihm 279 Euro Fahrt- und Unter­kunfts­kosten im Rahmen der Verhinderungs­pflege zu erstatten.

Die Pflegekasse muss das Geld nun doch bezahlen. Die Verhinderungs­pflege, auch Ersatz­pflege genannt, wird gezahlt, wenn pflegende Angehörige wegen Urlaub oder Krankheit nicht pflegen können. Springen Verwandte bis zum zweiten Grad ein, zahlt die Kasse bis zum 1,5-Fachen des Pflegegeldes. Zudem über­nimmt sie Kosten – wie im vorliegenden Fall. Sie zahlt bis zu 1 612 Euro für maximal sechs Wochen im Jahr.

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