Pfle­geeltern werden

Wer gesucht wird. Über­legen Sie, ob Sie ein Pflegekind aufnehmen? Viele Jugend­ämter sind auf der Suche nach Familien, Paaren oder Singles, die Pflege­kinder bei sich aufnehmen können. Erster Ansprech­partner ist das Jugend­amt. Hier können Interes­sierte sich in einem unver­bindlichen Gespräch über den Verfahrens­ablauf und das Leben mit einem Pflegekind informieren. Sind die formalen Voraus­setzungen erfüllt, folgt ein mehr­tägiges Vorbereitungs­seminar.

Formale Voraus­setzungen

  • Bewerbung als Pfle­geeltern
  • Vorlage eines erweiterten polizei­lichen Führungs­zeug­nisses
  • Gesund­heits­attest aller erwachsenen Pflege­personen
  • Sichere wirt­schaftliche Lage
  • Ausreichend Platz
  • Einverständnis der Familien­mitglieder, auch der leiblichen Kinder
  • Teil­nahme an Schu­lungen
  • Teil­nahme an Eignungs­verfahren
  • Bereitschaft zur Zusammen­arbeit mit Jugend­amt, leiblichen Eltern und Institutionen wie Kinder­garten und Schule sowie Therapeuten.

Was noch wichtig ist. Sie über­nehmen eine ähnlich große Verantwortung wie leibliche und Adoptiv­eltern. Ihnen sollte bewusst sein, dass das Kind in seine leibliche Familie zurück­kehren kann. Als Pfle­geeltern vertreten Sie die Interessen des Kindes in seinem Alltag. Sie müssen Verläss­lich­keit und eine Portion Gelassenheit mitbringen. Zeit ist genauso wichtig. Häufig haben die Kinder Termine: Besuchs­treffen mit den leiblichen Eltern, Hilf­eplange­spräche, Therapie­termine wie Ergo­therapie, Logopädie und Früh­förderung. Zwei Eltern­teile mit Voll­zeitjobs, beschäftigt mit einem Kleinkind – das wird kaum funk­tionieren. Bei größeren Kindern geht das schon eher. Als Pfle­geeltern bekommen Sie finanzielle Hilfe wie Pflegegeld, Kindergeld und Steuer­vorteile.

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