Pflegeversicherung: Die Pflegestufen und Pflegesätze

Pflegebedürftigkeit. Die Pflegeversicherung teilt die Pflegebedürftigkeit in drei Stufen ein. Voraussetzungen für die Zahlung von Pflegeleistungen sind dauerhafter täglicher Hilfebedarf bei Körperpflege, Ernährung und Mobilität („Grundpflege“) und mehrmals pro Woche im Haushalt. Der Aufwand für die Grundpflege muss überwiegen. Wer nur gelegentlich Unterstützung braucht, erhält keine Pflegeleistungen, kann aber unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen für Betreuung in Anspruch nehmen (siehe Tabelle „Geld für die Pflege“).

Pflegestufe I. Personen, die erheblich pflegebedürftig sind und bei der Körperpflege, der Ernährung oder bei der Mobilität mindestens einmal täglich für 90 Minuten Hilfe brauchen.

Pflegestufe II. Personen, die schwerpflegebedürftig sind und mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten für insgesamt mindestens drei Stunden Hilfe brauchen.

Pflegestufe III. Personen, die schwerstpflegebedürftig sind und täglich rund um die Uhr, auch nachts, Hilfe brauchen. Die Mindestgrenze für den Zeitaufwand beträgt fünf Stunden.

Pflegestufe III – Härtefall. Bei einem außergewöhnlich hohen Pflegeaufwand, der das übliche Maß der Stufe III weit übersteigt, ist in Einzelfällen eine Anerkennung als Härtefall möglich, beispielsweise im Endstadium von Aids- oder Krebserkrankungen.

Leistungen für Betreuung. Personen mit „eingeschränkter Alltagskompetenz“, wie zum Beispiel Demenzkranke oder psychisch Kranke haben zusätzlich Anspruch auf Leistungen für allgemeine Betreuung. Diese gelten für spezialisierte und qualitätsgesicherte Betreuungsangebote, zum Beispiel Orientierungs- und Gedächtnistraining, Betreuung in Alzheimergruppen, Tagespflege. Darauf haben auch Personen, die keine Pflegeleistungen erhalten (Pflegestufe 0), einen Anspruch.

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