Diese Hilfs­angebote gibt es

Angehörige

Pflege zu Hause Test

Angehörige gelten als „Deutsch­lands größter Pflege­dienst“. Eine Rund­umbetreuung kann nicht jeder leisten, etwa wenn er viel arbeitet oder nicht vor Ort wohnt. Es nützt schon, wenn Angehörige ab und zu da sind, manche Aufgaben über­nehmen. Teils kümmern sich auch Freunde oder Nach­barn, kochen für den Bedürftigen mit oder helfen im Haushalt.

Finanzierung. Als Lohn für Angehörige oder andere Helfer können Empfänger ihr Pflegegeld weitergeben. Angehörige haben Anspruch auf kostenlose Beratung und Kurse seitens der Pflegekasse. Psycho­logische Hilfen finden sie etwa unter pflegen-und-leben.de.

Haus­notruf

Pflege zu Hause Test

Leben Senioren allein, sind sie meist auf sich gestellt. Per Haus­notruf können sie im Fall der Fälle Hilfe rufen, etwa bei einem Sturz. Mit einem „Funk­finger“, der beispiels­weise am Hand­gelenk getragen wird, lässt sich unkompliziert eine Notrufzentrale alarmieren, die geeignete Schritte einleitet.

Finanzierung. Wohl­fahrts­verbände, etwa das Deutsche Rote Kreuz oder die Malteser, und private Anbieter verlangen monatlich ungefähr 20 Euro plus Anschluss­gebühr. Pflegekassen über­nehmen auf Antrag 18,36 Euro, wenn man meist allein zu Hause ist und mindestens Pfle­gegrad 1 hat.

Essen auf Rädern

Pflege zu Hause Test

Kaum noch einkaufen, nicht mehr kochen, nur an der Haustür das Menü entgegen­nehmen: Essen auf Rädern kann im Alltag eine enorme Hilfe sein. Angeboten wird es von Wohl­fahrts­verbänden, privaten Trägern, teils auch von Metzgereien, Gast­stätten oder Senioren­einrichtungen. Meist gibt es eine Auswahl – das ist gut für abwechs­lungs­reiche Kost.

Finanzierung. Die Preise variieren, häufig sind Haupt­mahl­zeiten ab ungefähr 5 Euro zu haben. Die Kosten tragen Kunden in aller Regel selbst, denn auch als Nicht­pflegebedürftige müssten sie ihr Essen selber kaufen.

Hilfe im Haushalt

Pflege zu Hause Test

Putzen, Waschen, Rasenmähen: Haus­arbeit fällt Hilfs­bedürftigen oft schwer. Diverse kommerzielle Dienst­leister können einspringen. Das Angebot ist groß.

Finanzierung. Legale Arbeit ist steuerlich absetz­bar, auch eine Finanzierung durch die Pflegekasse möglich: Für die Hilfe im Haushalt lässt sich das Pflegegeld nutzen oder ein Pflege­dienst (siehe Soziale Dienste). Ab Pfle­gegrad 1 ist auch der vielseitig verwend­bare Entlastungs­betrag von 125 Euro im Monat einsetz­bar, aber nur für speziell anerkannte Dienst­leister. Diese erfahren Sie etwa bei der Pflegekasse.

Soziale Dienste

Pflege zu Hause Test

Pflege­leistungen sind oft nicht alles, was Bedürftige brauchen. Ihnen tun auch soziale Aktivitäten gut. Es gibt immer mehr Angebote wie Demenz- oder Tanzcafés, Besuchs- und Begleit­dienste, zum Beispiel zum Vorlesen, für Spaziergänge oder für Arzt­besuche. Auch pflegende Angehörige können solche Dienste sehr entlasten.

Finanzierung. Helfer engagieren sich oft ehren­amtlich, was Kosten senkt. Für anerkannte Dienste lässt sich ab Pfle­gegrad 1 der Entlastungs­betrag (125 Euro im Monat) nutzen, zu erfragen etwa bei der Pflegekasse.

Ambulanter Pflege­dienst

Pflege zu Hause Test

Professionelle Pfle­gekräfte leisten bei der häuslichen Betreuung oft einen wesentlichen Beitrag. Neben Körper­pflege wie Waschen, Duschen, Anziehen können sie bei weiteren Dingen helfen, etwa beim Essen. Selbst Vorlesen und andere soziale Dienste oder Haus­halts­arbeiten sind möglich. Doch kann das in der Summe recht teuer werden. Pflege­dienste über­nehmen selten allein die Versorgung eines Hilfs­bedürftigen mit allen Facetten.

Finanzierung. Die Pflegekasse zahlt bis zu einem Höchst­betrag. Diese „Sach­leistung“ beträgt 689 bis 1 995 Euro pro Monat (Pfle­gegrad 2 bis 5). Ab Grad 1 lässt sich unter Umständen auch der Entlastungs­betrag (125 Euro im Monat) nutzen – mit dem Pflege­dienst besprechen. Meist rechnet dieser direkt mit der Kasse ab. Ist er teurer, als sie bezahlt, tragen Kunden den Rest. Daher ist es hilf­reich, wenn neue Pflege­dienste zunächst bei einem Haus­besuch den Bedarf absprechen, Kosten­vor­anschläge machen und auf die Eigenbe­teiligung hinweisen, wenn sie anfällt.

Pflege­dienste über­nehmen auch „Behand­lungs­pflege“. Dazu zählt, Verbände zu wechseln oder Arzneien zur korrekten Einnahme bereit­zulegen. Solche Leistungen bezahlt die Krankenkasse des Pflegebedürftigen. Dafür muss ein Arzt die Behand­lungs­pflege verordnen.

Tages- und Nacht­pflege

Pflege zu Hause Test

Tages­pflege-Einrichtungen stehen meist von morgens bis nach­mittags offen. Sie bieten Pflege, Mahl­zeiten, therapeutische und soziale Hilfe. Ein Fahr­dienst kann die Gäste abholen und nach Hause bringen. Das Angebot ist sehr hilf­reich, wenn jemand daheim unter Einsamkeit und Langeweile leidet oder Angehörige sich nur nach der Arbeit kümmern können. Es lässt sich oft auf Probe nutzen.

Nacht­pflege ist bislang sehr selten und kann beispiels­weise durch einen Pflege­dienst erfolgen. Denk­bar ist sie, wenn pflegende Angehörige ansonsten keinen erhol­samen Schlaf finden. Gerade Demenzpatienten sind ab spät­abends häufig sehr unruhig.

Finanzierung. Die Preise für das Angebot variieren. Wird es durch­gängig genutzt, können 2 000 Euro oder mehr pro Monat anfallen. Es sind aber auch einzelne Tage pro Woche buch­bar. Das spart Geld und kann zur Abwechs­lung oder Entlastung von Angehörigen bereits reichen. Pflegekassen gewähren monatliche Zuschüsse von 689 Euro bis 1 995 Euro (Pfle­gegrad 2 bis 5). Ab Pfle­gegrad 1 ist zudem der Entlastungs­betrag von 125 Euro im Monat einsetz­bar. Zusätzlich besteht ab Pfle­gegrad 2 Anspruch auf Pflegegeld und/oder Sach­leistungen für einen ambulanten Pflege­dienst.

Verhinderungs- und Kurz­zeit­pflege

Pflege zu Hause Test

Wenn ein Angehöriger oder eine andere Privatperson Pfle­geaufgaben über­nimmt und verreisen möchte oder krank wird, lässt sich die Zeit mithilfe der „Verhinderungs­pflege“ über­brücken. Sie kann in der Wohnung des Hilfs­bedürftigen erfolgen, zum Beispiel durch eine andere vertraute Person oder einen Pflege­dienst. Alternativ ist die Unterbringung in einem Heim möglich.

Auch die „Kurz­zeit­pflege“ ist eine Zwischenlösung – etwa, wenn jemand akut pflegebedürftig aus der Klinik kommt und noch nicht klar ist, wie er zukünftig versorgt werden soll. Die Kurz­zeit­pflege findet meist in einem Pfle­geheim statt.

Finanzierung. Für beide Varianten zahlt die Pflegekasse bis zu 1 612 Euro im Jahr. Teils lassen sich die Leistungen aufstocken – ruhig bei der Kasse nach­fragen. Die Kurz­zeit­pflege darf regulär maximal acht Wochen pro Jahr dauern, die Verhinderungs­pflege bis zu sechs Wochen. In diesem Zeitraum wird das Pflegegeld um jeweils 50 Prozent gekürzt.

Verhinderungs­pflege ist auch aufgeteilt in einzelne Wochen oder Tage möglich – selbst stunden­weise, etwa wenn die Pflege­person etwas zu erledigen hat oder um ihr einen freien Nach­mittag zu ermöglichen. Bei weniger als acht Stunden Abwesenheit wird das Pflegegeld nicht gekürzt.

Kombileistung

Pflege zu Hause Test

Viele Angebote aus dem Hilfenetz lassen sich kombinieren. Das gilt beispiels­weise für das Pflegegeld, das Empfänger an Angehörige oder sons­tige Helfer weitergeben können, und die Sach­leistung für den Pflege­dienst. Dann verringert sich das Pflegegeld in dem Maß, in dem man die Sach­leistung in Anspruch nimmt.

Finanzierung. Auch Kombinationen aus vielen finanziellen Hilfen seitens der Pflegekasse sind möglich, etwa von Pflegegeld, Sach­leistung, Entlastungs­betrag, Tages- und Verhinderungs­pflege.

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