Viermal Auszeit vom Job für die Pflege

Wollen Arbeitnehmer weniger arbeiten, um mehr Zeit für die Pflege eines Angehörigen zu haben, können sie zwischen vier Möglich­keiten wählen. Geld gibt es nur bei der 2015 einge­führten Kurz­pflege­zeit, auf die jeder einen Anspruch hat.

Auszeit für Pflege

Wie lange ist eine Frei­stellung möglich?

Gibt es finanzielle Hilfen?

Was müssen Arbeitnehmer tun?

Gibt es einen Rechts­anspruch auf Frei­stellung?

Wer hat Anspruch?

Kurz­pflege­zeit

Zehn Tage bei akut auftretender Pflegebedürftig­keit eines nahen Angehörigen.

Pflegekasse oder die private Kranken­versicherung des Angehörigen zahlen zehn Tage lang Pflege­unterstüt­zungs­geld, abhängig von Lohn­höhe, maximal aber 96,25 Euro pro Tag.

Sie müssen die Auszeit dem Arbeit­geber sofort mitteilen. Auf Verlangen müssen sie ein ärzt­liches Attest über die voraus­sicht­liche Pflegebedürftig­keit des Angehörigen vorlegen.

Ja. Die Betriebs­größe spielt keine Rolle.

Nahe Angehörige: Groß­eltern, Eltern, Stief­eltern, Schwieger­eltern, Geschwister, Ehepartner, einge­tragene Lebens­partner, Partner in einer eheähnlichen Lebens­gemeinschaft; Schwä­gerinnen und Schwäger; eigene Kinder, Schwieger­kinder und Enkel­kinder, Adoptiv- und Pflege­kinder.

Pflege­zeit gibt es auch für Kinder, Adoptiv- und Pflege­kinder des Gatten oder Lebens­part­ners.

Pflege­zeit

Drei Monate zur Sterbe­begleitung. Wenn absehbar ist, dass die pflegebedürftige Person nicht mehr lange leben wird.

Für die Zeit der Frei­stellung gewährt das Bundes­amt für Familie und zivilgesell­schaftliche Aufgaben (Bafza.de) ein zins­loses Darlehen. Das Darlehen beträgt maximal 50 Prozent des monatlichen Netto­gehalts und wird in Raten ausgezahlt. Inner­halb von 48 Monaten nach Beginn der Frei­stellung muss es zurück­gezahlt werden. In Härtefällen können die Raten gestundet oder teil­weise erlassen werden.

Sie müssen dem Arbeit­geber spätestens zehn Tage vor der Pflege­zeit schriftlich den Umfang der künftigen Arbeits­zeit mitteilen. Auch ist eine Bescheinigung über die Pflegebedürftig­keit des Angehörigen notwendig.

Die Pflege­versicherung zahlt auf Antrag Zuschüsse zur Kranken- und Pflege­versicherung sowie Rentenbeiträge. Zudem sind Pflegende in der Zeit gegen Arbeits­losig­keit versichert.

Ja, wenn der Betrieb mehr als 15 Mitarbeiter hat.

Sechs Monate für die Pflege von bereits pflegebedürftigen Angehörigen mit mindestens Pfle­gestufe I.

Familien­pflege­zeit

24 Monate für die Pflege von bereits pflegebedürftigen Angehörigen mit mindestens Pfle­gestufe I.

Sie müssen mindestens 15 Wochen­stunden arbeiten. Schriftliche Mitteilung an den Arbeit­geber spätestens acht Wochen vor Beginn der Familien­pflege­zeit ist notwendig.

Ja, wenn der Betrieb mehr als 25 Mitarbeiter hat.

Betrieblicher Sonder­urlaub für die Pflege

Tage oder Monate je nach Tarif­vertrag des Betriebes.

Wenige Tage bezahlten Urlaub oder mehrere Monate unbe­zahlten Urlaub.

Sie müssen in Tarif­vertrag oder Betriebs­ver­einbarung nach­lesen, welche Regeln für Sonder­urlaub für die Pflege gelten, und die Zeit beantragen.

Ja, wenn es Tarif­vertrag oder Betriebs­ver­einbarung so fest­legen.

Angestellte.