Voll­stationäre Pflege im Heim

Bei der voll­stationären Pflege im Heim hat der Gesetz­geber an zwei Stell­schrauben gedreht. Einmal ändern sich die Leistungen, die Heime für die Versorgung der Pflegebedürftigen bekommen. Das hat aber keine direkten finanziellen Auswirkungen auf die Pflegebedürftigen, anders als die Änderung beim Eigen­anteil – den Kosten, die sie für die vergleichs­weise teure Versorgung im Heim selbst tragen.

Ab 2017 einheitlicher Eigenbeitrag

Bisher ist es so, dass der Eigen­anteil mit jeder Pfle­gestufe steigt: Zwischen mehreren Hundert bis deutlich über tausend Euro im Monat. Ab 2017 ist das anders. Es wird einen einrichtungs­einheitlichen Eigen­anteil unabhängig vom Pfle­gegrad geben. Er wird für jede Einrichtung einzeln fest­gelegt und hängt auch von der Zusammenset­zung der Bewohner ab. Experten wie die Bundes­interes­senvertretung für alte und pflege­betroffene Menschen gehen davon aus, dass der Eigen­anteil von Menschen mit wenig Pflegebedarf durch die Reform vergleichs­weise steigen wird und stark pflegebedürftige Menschen entlastet werden.

Bestands­schutz beim Eigen­anteil

Auch hier gilt: Kein Pflegebedürftiger soll sich schlechter­stellen. Bestands­schutz haben alle, die bereits Leistungen für die voll­stationäre Pflege beziehen oder diese bis Ende 2016 beantragen – auch wenn sich die Bewil­ligung ins Jahr 2017 zieht. Für Menschen mit leichten körperlichen Einschränkungen, die mit dem Gedanken spielen, in einem Heim zu leben, könnte ein Umzug dieses Jahr güns­tiger sein.

Vor 2017

Ab 2017

Pfle­gestufe

Leistung (Euro/Monat)

Eigen­anteil

Pfle­gegrad

Leistung (Euro/Monat)

Eigen­anteil

Unterschied bei

Leistung (Euro)

Auswirkungen auf Eigen­anteil

Vor 2017

Ab 2017

Pfle­gestufe

Leistung (Euro/Monat)

Eigen­anteil

Pfle­gegrad

Leistung (Euro/Monat)

Eigen­anteil

Unterschied bei

Leistung (Euro)

Auswirkungen auf Eigen­anteil

Menschen mit körperlichen Einschränkungen

I

1 064

Steigt mit der Pfle­gestufe

2

770

Einheits­betrag in allen Graden 1, Höhe je nach Heim

–2941

Voraus­sicht­lich steigt er für künftige Heimbe­wohner mit nied­rigem Pfle­gegrad und sinkt für künftige Heimbe­wohner mit hohem Pfle­gegrad.

II

1 330

3

1 262

–681

III

1 612

4

1 775

163

Menschen mit einge­schränkter Alltags­kompetenz (durch Demenz, psychische Krankheiten etc.)

0

2312

Steigt mit der Pfle­gestufe

2

770

Einheits­betrag in allen Graden 1, Höhe je nach Heim

539

Voraus­sicht­lich steigt er für künftige Heimbe­wohner mit nied­rigem Pfle­gegrad und sinkt für künftige Heimbe­wohner mit hohem Pfle­gegrad.

I

1 064

3

1 262

198

II

1 330

4

1 775

445

III

1 612

5

2 005

393

Härtefall

1 995

5

2 005

10

    • 1 Für Heimbe­wohner, die bereits Leistungen beziehen, gilt Bestands­schutz.
    • 2 Den Betrag für ambulante Sach­leistungen zahlen die Pflegekassen auch bei stationärer Pflege.

    Dieser Artikel ist hilfreich. 64 Nutzer finden das hilfreich.