Pflege Betreuungs­kraft aus Osteuropa – die besten Vermittler

Pflege - Betreuungs­kraft aus Osteuropa – die besten Vermittler
Da sein. Eine Betreuungs­kraft hilft auch im Haushalt. © Getty Images

Rundum versorgt dank osteuropäischer Betreuungs­kraft. So lautet das Werbe­versprechen von Vermitt­lungs­agenturen. Stiftung Warentest hat 13 bundes­weit tätige Agenturen getestet.

Pflege Testergebnisse für 13 Ver­mitt­lungs­agenturen 05/2017

Inhalt
Liste der 13 getesteten Produkte
Ver­mitt­lungs­agenturen 05/2017
  • Brinkmann Pflegevermittlung Hauptbild
    Brinkmann Pflegevermittlung
  • Diadema Pflegevermittlung Hauptbild
    Diadema Pflegevermittlung
  • Die Perspektive Hauptbild
    Die Perspektive
  • Hausengel Hauptbild
    Hausengel
  • Linara Hauptbild
    Linara
  • Pflege zu Hause Küffel Hauptbild
    Pflege zu Hause Küffel
  • Pflegeagentur 24 Hauptbild
    Pflegeagentur 24
  • Pflegeherzen Hauptbild
    Pflegeherzen
  • Promedica Plus Hauptbild
    Promedica Plus
  • Rebis Betreuungs-Agentur Hauptbild
    Rebis Betreuungs-Agentur
  • Second Life Care Deutschland Hauptbild
    Second Life Care Deutschland
  • Seniocare24 Hauptbild
    Seniocare24
  • Sofiapflege Hauptbild
    Sofiapflege

Hilfe, um zu Hause zu bleiben

Bis zu 300 000 Menschen aus Osteuropa, die allermeisten davon Frauen, wohnen und arbeiten in deutschen Haushalten, wo sie Pflegebedürftige betreuen. „Polnische Pfle­gekräfte“ hat als Begriff bei Such­maschinen Konjunktur. Das Geschäft gründet auf doppelter Not. Auf der einen Seite stehen zahlreiche Menschen, die trotz Einschränkung in ihrer vertrauten Umge­bung bleiben möchten, aber nicht wissen wie sie das organisieren und bezahlen sollen. Hilfe durch deutsches Personal rund um die Uhr ist für Normal­verdiener kaum finanzier­bar. Auf der anderen Seite stehen zahlreiche Menschen aus Ländern mit nied­rigen Löhnen und schlechten Jobaussichten, die die berufliche Chance als Betreuungs­kraft ergreifen – selbst wenn das bedeutet, weit weg von Familie und Freunden zu sein.

1 470 bis 3 400 Euro monatlich

Viele der der Pfle­gekräfte aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern kommen über Vermitt­lungs­agenturen. Die werben oft mit einer „24-Stunden-Pflege“ oder „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“. Meist koope­rieren sie mit osteuropäischen Firmen, die die Betreuungs­kräfte rekrutieren und die Personal­ver­antwortung für sie tragen. Die Agenturen kümmern sich um die deutschen Kunden, nehmen ihnen viele organisatorische Dinge rund um die Vermitt­lung der Betreuungs­kräfte ab und unterstützen sie oft auch lang­fristig, etwa bei Problemen. 13 bundes­weit tätige Agenturen haben wir geprüft. Die Kunden zahlen monatliche Betreuungs­kosten von 1 470 bis 3 400 Euro.

Hinweis: Sie können oder möchten keine ausländische Betreuungs­kraft als Hilfe haben, wollen aber weiter zu Hause wohnen? Dann könnten Sie auch verschiedene Hilfs­angebote vor Ort nutzen – von ambulantem Pflege­dienst über Tages­pflege bis zu Essen auf Rädern. Was diese Angebote kosten und wie sie am besten kombiniert werden, erfahren Sie in unserem Artikel Pflege zu Hause: Hilfen gut kombinieren. Die beiden Artikel zum Thema „Pflege zu Hause“ und viele weitere Tests und Reports zu den Themen Pflege und Pflege­versicherung finden Sie auch in unserem Special Pflegeversicherung.

13 Agenturen für Betreuungs­kräfte im Test

Vermitteln die Agenturen Betreuungs­kräfte, die zum Bedarf der Hilfe­suchenden passen? Gehen sie recht­lich korrekt und sozial verantwort­lich vor? Wir haben den Firmen umfassende Fragebögen geschickt und mehr als 900 Dokumente gesichtet, die sie zum Beleg einreichten, zudem Webseiten, Infomaterial, Verträge. Vor Ort begut­achteten wir je drei Kunden­akten. Das Ergebnis ist durch­wachsen. 9 der 13 geprüften Agenturen sind hilf­reich bei der Vermitt­lung, die anderen nur bedingt bis wenig. Bei allen fanden wir Mängel in den Verträgen. Diese gehen vor allem zu Lasten der Pfle­gekräfte aus Polen und anderen Ländern Osteuropas. Wir fanden deutliche Hinweise, dass ihre Rechte ausgehöhlt werden, etwa bei Arbeits- und Ruhe­zeiten.

Die A1-Bescheinigung ist wichtig

Keine Agentur im Test informiert ihre Kunden gut, das gilt vor allem für recht­liche und finanzielle Aspekte. Wichtig ist, eine neue Betreuungs­kraft nach ihrer A1-Bescheinigung zu fragen. Das mehr­seitige Dokument wird von Behörden im Heimatland auf Antrag ausgestellt. Es belegt, dass die Sozial­versicherungs­beiträge dort fällig werden. Das nützt auch der deutschen Familie im unwahr­scheinlichen, aber nicht ausgeschlossenen Fall, dass der Zoll vor der Tür steht und eine Kontrolle macht.

Arbeits­bedingungen selber gestalten

Ansonsten hat jeder die Arbeits­bedingungen seiner Betreuungs­kraft selber mit in der Hand. Um sie zu entlasten, ihr etwa ihren freien Tag in der Woche zu ermöglichen, können Angehörige einspringen. Auch professionelle Angebote wie soziale Dienste, Verhinderungs- und Tages­pflege lassen sich nutzen. Die Pflegekassen finanzieren viele dieser Möglich­keiten. Wenn Sie den Artikel frei­schalten, erfahren Sie außerdem, wie Sie vorgehen müssen, wenn Sie selbst Arbeit­geber werden und Ihre Betreuungs­kraft direkt anstellen wollen.

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68 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Chris_65 am 28.09.2020 um 16:36 Uhr
Große Agentur = gute Kraft ?

Habe mir die Zeit genommen und die vielen Kommentare gelesen. Auch ich möchte hier meine Erfahrung teilen. Seit 2015 also gute fünf Jahre habe ich für meine Eltern eine Betreuungskraft bzw. Betreuungskräfte arrangiert. Die ersten drei Agenturen waren ein Reinfall. Dier Zusammenarbeit dauerte nicht länger als 10 Monate. Man muss aber hier erwähnen, es waren auch gute Damen dabei. Problem? Es kommt auf die Kräfte meistens an und nicht auf die Firmengröße, Werbung oder Tests. Schöne Personalbögen sind nur die Verpackung. Die Verpackung kann noch so toll sein wenn der gute Inhalt fehlt. Gewechselt habe ich die Agenturen, da ich nicht wie am Fließband behandelt werden wollte. Erst bei der vierten Agentur (eine aus Hildesheim: P...-Pflege...) bekam ich den Eindruck, hier schaut man auf die Wünsche der Kunden. Immer der gleiche Ansprechpartner, keine Warteschlange am Telefon usw. Fazit: Die Kräfte sind wichtig , nicht die Anzahl der Vorschläge. Verständnisvoller Ansprechpartner sind A u. O!

Diana_Hus am 29.05.2020 um 15:02 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: wegen Überprüfung auf Schleichwerbung

Kati_1975 am 09.05.2020 um 13:23 Uhr
Nach der Anzeige jetzt vor Gericht

Die Eltern meiner Freundin wurden angezeigt und hatten eine Kontrolle wegen ihrer polnischen Pflegerin. Die Pflegerin hatte keine richtigen Papiere. Ein Drama für die Familie und die Pflegerin. Der Vermittler stellte sich taub. Ich kann nur nochmals den Testsieger Küffel vom Test hier empfehlen. Die Papiere kommen automatisch mit der Pflegerin und wir haben die vom Anwalt rechtlich prüfen lassen und alles ist in Ordnung. Jeder sollte darauf wert legen um nicht vor Gericht zu landen. Das können wir nur dringend empfehlen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 27.04.2020 um 09:29 Uhr
Knebelverträge zulässig?

@Robert6: Vielen Dank für Ihre Anregung. (maa)

Robert6 am 27.04.2020 um 08:52 Uhr
Knebelverträge zulässig ?

Hallo,
die Stiftung Warentest würde den Verbrauchern ganz besonders helfen wenn sie die Vertäge der sogenannten Agenturen prüfen würde!
Auch wir sind auf Pfleger angewiesen und haben mit den Argenturen immer wieder großen Ärger.
Sehr viel seltener gibt es Ärger mit den Pflegern, die in der Überzahl gute Arbeit leisteten und auch Menschlich meist ein Gewinn sind.
Es gäbe aber Pfleger die bei uns schon waren und die wir gerne wieder hätten obwohl sie für die Argentur aus versändlichen Gründen nicht mehr arbeiten.
Sind denn diese Knebelverträge aus Bulgarien und aus Polen rechtens???
Z.B.
Obwohl der Pfleger keinerlei Ausbildung von der Argentur erhalten hat.
Der Pfleger sein Gehalt nur zum Teil erhielt?
Die Rente und/oder Krankenversicherungsbeiträge durch die Agentur nicht oder nur zum Teil bezahlt wurden?
Und laut der Zusicherung eines Pflegers, er nie einen Vertrag mit der Agentur unterzeichnet hat?
Also scheinbar der Pfleger mit gefälschte A1 bei uns war?