Pflaster zur Narbenreduktion Meldung

Zu bemitleiden ist ein mondänes Modell, dessen Gesicht durch einen mensurähnlichen Schmiss entstellt wird. Über ganzseitigen Anzeigen steht der Spruch: "So eine Narbe lässt sich nicht verstecken. Aber deutlich reduzieren."

Den ästhetischen Kraftakt soll das Beiersdorf-Produkt "Hansaplast Narben Reduktion", ein Pflaster "zur Narbenbehandlung auf sanfte Art" bewältigen. Wir haben Wirksamkeit und Verträglichkeit des Narbenpflasters acht Wochen lang getestet ­ ganz in der Hoffnung auf das Werbeversprechen: "Erhabene und gerötete Narben werden bereits nach einer Anwendungszeit von acht Wochen flacher, weicher und deutlich weniger sichtbar."

Zehn Prüfpersonen zwischen 22 und 71 Jahren wendeten die Pflaster an. Sie tragen alte und frische Narben und gehören zu jenen Menschen, die zur wulstigen Narbenbildung neigen. Sie werden als Nutzer des Narbenpflasters besonders angesprochen: Störende Narben an Beinen, Bauch, Brust, Hand, Hals und Arm sollten fühl- und sichtbar reduziert, Narbenwucherungen flacher und glatter, Rotverfärbungen unauffälliger werden.

Geschehen soll das ohne Wirkstoff, allein durch Wärme, die Förderung von Stoffwechselprozessen in Haut und Narbengewebe sowie durch leichten mechanischen Druck. Der hemmt bei Narben angeblich Wucherungen. Des besseren Vergleichs wegen wurden die Narben nur teilweise abgedeckt.

Die meisten Testpersonen sagten zur Wirksamkeit des Pflasters "mangelhaft". Unmittelbar nach Abnahme gab es vereinzelte günstigere Noten. Doch von Dauer waren sie nicht: Eine Woche später war in neun Fällen überhaupt keine deutliche Wirkung mehr bei Narbenbildung und Färbung festzustellen. Eine Dermatologin bestätigte das. Sie hatte schon die ersten geringen Anfangserfolge nicht bestätigen können. Eine einzige Teilnehmerin, die sich zunächst über eine deutliche Aufhellung und eine flachere, glattere Narbe auf ihrer Brust gefreut hatte, war nun ebenfalls enttäuscht.

Die Fixierpflaster, mit denen die Pads befestigt werden müssen, verursachten übrigens bei sieben unserer Testpersonen Juckreiz, Rötung und vereinzelt sogar Papeln.

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