Gut über­standen: Nach einer Bindehaut­entzündung musste Angelina Kraskis Hanno­veraner Choicy 20 Tage in die Klinik.

Auch Tiere werden mal krank. Vor hohen Operations­kosten schützen OP-Kosten­policen. Unser Über­blick zeigt große Unterschiede zwischen den Tarifen.

Anfangs schien es nur eine kleine Sache zu sein, erinnert sich Angelina Kraski: „Das linke Auge meines Pferdes Choicy war ganz rot und entzündet. Die Ursache dafür war unklar.“ Eine Salbe vom Arzt half nicht, die Entzündung wurde mit jedem Tag schlimmer. Am Ende blieb nur noch die Entscheidung: Operieren, um das Auge zu retten, oder nicht operieren. Die Studentin und ihre Familie entschieden sich dafür: „Hätten wir es gelassen, wäre eine Narbe geblieben und Choicy hätte nur einge­schränkt sehen können.“

Neun Tarife von drei Anbietern

Knapp 2 700 Euro hat die Erkrankung des Auges die Familie gekostet. Eine OP-Kosten­versicherung hätte zumindest die Ausgaben für Diagnose, Operation und Nach­sorge in der Pfer­deklinik abge­deckt.

„Über den Abschluss einer OP-Kosten­versicherung hatten wir schon nachgedacht. Jedoch trat die Entzündung relativ rasch auf, kurz nachdem Choicy zu uns kam. Da hatten wir für den recht­zeitigen Abschluss nur wenig Chancen“, sagt die 20-jährige Reiterin.

Wer eine solche Versicherung sucht, wird schnell fündig. Mit je drei Angeboten bei drei Versicherern ist der Markt über­schaubar. Was Beitrags­höhe und Leistungs­umfang angeht, unterscheiden sich die Policen aber stark. So liegt beispiels­weise der güns­tigste Tarif, der R+V Basis, bei 95 Euro im Jahr und der teuerste, Premium Plus der Uelzener Versicherungen, bei 494 Euro.

Ausschluss von Erkrankungen

Auch die Leistungen variieren erheblich. So sind in einigen Tarifen bestimmte Erkrankungen und Operationen gezielt ausgeschlossen.

Zum Beispiel zahlt die Uelzener im Basis­tarif keine Operation an den Augen. Enthalten ist diese aber in den teureren Tarifen, Premium und Premium Plus, desselben Versicherers. Im Premium Plus erstattet die Uelzener bis auf wenige Ausnahmen jede Operation.

Gedeckelte Gesamt­kosten

Im Gegen­satz zur Uelzener begrenzen Allianz und R+V die Summen, die sie für eine Operation bezahlen. Besonders streng hand­habt das die R+V. Sie sieht Jahres­höchst­grenzen vor und schränkt zudem für jeden Versicherungs­fall die Erstattung der Kosten ein. Auch darf das Pferd nur in einer Pfer­deklinik und nicht ambulant versorgt werden.

Würde Angelina Kraski sich für den R+V Premium Tarif entscheiden, bekäme sie für eine Augen-OP höchs­tens 1 000 Euro erstattet. Davon gingen dann noch die Ausgaben von 526 Euro für die 20 Tage ab, die ihr Pferd in der Klinik blieb.

Auch bei der Allianz werden die Unterbringungs­kosten in die Erstattung miteinberechnet. Sie zahlt insgesamt bis 10 000 Euro im Jahr – unabhängig davon, wie oft ein Tier aufgrund derselben Ursache erkrankt ist.

Die Allianz deckelt die Kosten im Basis­tarif über den Gebühren­satz, den sie für die ärzt­liche Leistung über­nimmt. Meist reicht bei Pferden der einfache Satz. Wird es komplizierter, nimmt der Tier­arzt das Zwei- oder Dreifache für eine Leistung. Kunden zahlen das dann aus eigener Tasche.

Angelina Kraski weiß inzwischen: „Ich möchte eine Versicherung, die im nächsten Ernst­fall ausreichend leistet.“ Auf eines sollte die Studentin dabei achten: Schließt sie eine Versicherung ab, zahlt kein Anbieter sofort. Unabhängig vom Tarif gibt es über­all eine Warte­zeit – um auszuschließen, dass das versicherte Pferd schon krank ist.

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