Pferdehalter-Haft­pflicht­versicherung Reitbe­teiligungen richtig versichern

07.06.2021
Pferdehalter-Haft­pflicht­versicherung - Reitbe­teiligungen richtig versichern
Reitbe­teiligung. Bei der Haft­pflicht­versicherung gibt es oft Lücken im Versicherungs­schutz. © mauritius images / Westend61

Ein Pferd macht viel Arbeit. Pferdehalter bieten daher oft Reitbe­teiligungen an. Was viele nicht wissen: Trotz Mitversicherung sind oft nicht alle Unfälle in der Pferdehalter-Haft­pflicht versichert.

Reitbe­teiligung vertraglich regeln

Manche Pferde­besitzer teilen sich ihre Vier­beiner gegen Gebühr mit anderen Reitern. Die Konditionen der Reitbe­teiligung halten sie oft vertraglich fest. Dieser Vertrag schließt aber nicht auto­matisch die Haftung des Halters gegen­über der Reitbe­teiligung aus.

Pferdehalterin haftet für Unfall

Eine Frau hatte eine Reitbe­teiligung an einer Arabers­tute. Als sie das Pferd striegelte, trat es aus. Die Reiterin wurde am Knie erwischt und zog sich einen Kreuz- und Innenband­riss zu. Sie war der Meinung, dass die Pferdehalterin für den Vorfall haften muss, und verlangte Schmerzens­geld und Schaden­ersatz – insgesamt rund 20 000 Euro. Die Halterin hingegen war der Ansicht, dass die Reitbe­teiligung selbst verantwort­lich sei und mit dem Reitbe­teiligungs­vertrag auto­matisch ein Haftungs­ausschluss vereinbart wurde.

Kein auto­matischer Haftungs­ausschluss

Das Land­gericht München I gab der Klage statt. Ein Reitbe­teiligungs­vertrag führe per se nicht zu einem Haftungs­ausschluss. Halter müssen haften, wenn ihr Pferd eine Reitbe­teiligung verletzt (Az. 20 O 2974/19).

Reitbe­teiligung mitversichern

Wer ein eigenes Pferd hat, braucht eine Pferdehalter-Haftpflichtversicherung. Kommt eine Reitbe­teiligung hinzu, sollte sie unbe­dingt mitversichert werden. Dann sind Schäden versichert, die das Pferd unter Betreuung der Reitbe­teiligung bei Dritten verursacht – zum Beispiel wenn das Pferd beim Ausritt scheut und ein fremdes Auto demoliert.

Versicherungs­lücken können teuer werden

Die Reitbe­teiligung selbst ist aber kein Dritter. Versicherungen springen daher nicht auto­matisch ein, wenn das Pferd die Reitbe­teiligung verletzt. Hat die Pferde­besitzerin der Arabers­tute dies beispiels­weise nicht mitversichert, wird sie vermutlich auf Kosten für Schaden­ersatz und Schmerzens­geld sitzen bleiben.

Tipp: Wir raten Pferdehaltern mit einer Reitbe­teiligung, sicher­zugehen, dass ihre Versicherung auch bei Schäden einspringt, die der Reitbe­teiligung entstehen – inklusive möglicher Regress­ansprüche der Krankenkasse

07.06.2021
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