Pfeffermühlen Test

Ein Klassiker hängt die Konkurrenz ab: Mit der Hand­mühle von Peugeot würzen Köche am besten, egal ob Suppe oder Steak. Zudem ist sie äußerst robust. Andere Mühlen schwächeln im Dauer­test, zwei elektrische versagen ganz.

Sie treten schlank und elegant oder klassisch kurvig auf, mit verspielten Riffeln oder blauen Flügeln. Sie bestechen durch Glit­zersteine, Gold­knäufe, edles Holz oder gebürs­teten Stahl – bei kaum einem anderen Küchen­utensil spielt das Design eine ähnlich große Rolle wie bei der Pfeffermühle. Das Auge isst bekannt­lich mit. Aber für den Genuss auf dem Teller kommt es auf die inneren Werte der Mühlen an.

Fein für Soßen, mittel­fein zerrieben für Gemüse oder grob zerkleinert für scharfe Marinaden – die optimale Mühle mahlt Pfeffer präzise und gleich­mäßig in mehreren Stufen. Außerdem muss sie leicht zu benutzen und robust sein. Im Test kämpfen 18 Pfeffermühlen um einen Platz am Herd, vom 10-Euro-Preiskracher bis zum High-End-Modell für 85 Euro.

Peugeot pfeffert am besten

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Keramikmahl­werk. Keramik ist rost­frei, mahlt auch Salz und andere Gewürze. Wer ohne Mahl­gut mahlt, riskiert, dass die Keramikzähne leiden.
Stahlmahl­werk. Früher war es Stan­dard, im Test haben es nur vier Mühlen. Sie sind oft nicht für Salz geeignet. Stahl ist zwar robust, kann aber korrodieren.

Das Herz­stück jedes der Modelle im Test – 4 elektrische und 14 manuell bedien­bare – ist ein Kegelmahl­werk aus Stahl oder Keramik. Doch einige Mühlen zermalmen die scharfen Körner nicht fein genug, andere scheitern daran, sie grob zu zerteilen. Zwei elektrische fallen im Dauer­test durch. Auch bruch­fest sind nicht alle. Nur vier Mühlen schneiden insgesamt gut ab.

Eine echte Küchen­hilfe in allen drei Mahl­graden ist nur die Paris u Select von Peugeot: Ob pulv­rig, zerrieben oder zerstückelt, das Ergebnis über­zeugt. Allerdings ist die Einfüll­öffnung der Mühle so klein, dass Körner beim Nach­schütten leicht daneben­landen. Der knubbelige Klassiker erweist sich dafür als sehr robust und halt­bar im Test. Kein Wunder, schließ­lich stellen die Franzosen seit gut 140 Jahren Pfeffermühlen her. Ihr erstes Kraft­fahr­zeug folgte erst 15 Jahre später.

Sechs Batterien in acht Monaten

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Hung­rig. Sechs Batterien in acht Monaten leeren Stoha und Adhoc, wenn sie täglich ein halbes Gramm Pfeffer mahlen.

Ähnlich verläss­lich mahlt das elektrische Schwestermodell, die Peugeot Elis Sense. Damit sie läuft, benötigt sie – wie auch die anderen Elektromodelle – sechs Batterien. Die reichen bei Peugeots 85 Euro teurer Mühle für etwa 250 Gramm Pfeffer. Bei Stoha sowie Adhoc ist bereits nach etwa 115 Gramm ein neuer Satz Batterien fällig. Wer mit diesen Mühlen täglich ein halbes Gramm Pfeffer mahlt, braucht nach knapp acht Monaten sechs neue Batterien.

Einer der wenigen Vorteile der elektrischen Modelle ist ihre einfache Bedienung, sogar mit nur einer Hand, wie etwa bei WMFs Kipp­mühle. Ihr Clou: Einfach umdrehen und schon mahlt sie los – allerdings auch, wenn sie versehentlich umkippt.

Mahl­grad einstellen: Nichts für Laien

Einige Schwierig­keiten hatten die Tester damit, den Mahl­grad einzustellen, etwa bei Mühlen mit einer recht kleinen Schraube am Kopf. Besonders fummelig ist das beim 10-Euro-Modell des Möbel­hauses Höffner. Bei den beiden Peugeot-Mühlen lassen sich dagegen besonders leicht verschiedene Mahl­grade regeln. Sie verfügen über einen Einstell­ring, wie auch einige Konkurrenten.

Bequem lässt sich zum Beispiel auch die rustikale William Bounds justieren. Das amerikanische Unternehmen setzt allerdings auf kundige Käufer: Die Stufen heißen C, M und F. Eine Erklärung fehlt. Laut Webseite des Anbieters stehen die Buch­staben für Coarse (grob), Medium (mittel) und Fine (fein). Insgesamt schneidet die US-Mühle nur mittel­mäßig ab.

Zu grob für feine Suppen

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Feine Stufe. Pulverfein gemahlener Pfeffer schmeckt besonders scharf.
Mitt­lere Stufe. Der Pfeffer ist gleich­mäßig mittel­fein zerrieben. Das gelingt nur vier Mühlen gut.
Grobe Stufe. Die Körner sind in wenige Stücke zerteilt. Die Schärfe entsteht beim Kauen.

Viel Hand­arbeit erforderte der Würz-Versuch: Dabei mahlten die Tester mit jeder Mühle 10 Gramm Pfeffer in drei Stärkegraden – schwungvoll und mit leisem Knacken aus dem Hand­gelenk oder mit stoischem Surren per Knopf­druck. Mithilfe verschiedener Siebe ermittelten sie, ob das Ergebnis ideale Körn­chengröße hat, also weder zu fein noch zu grob gemahlen ist. Insgesamt werteten die Prüfer 216 Proben aus.

Hobby­köche wissen, wie wichtig der Mahl­grad für das Pfefferaroma ist und somit auch für das zu würzende Gericht. Je feiner die Mühle mahlt, desto mehr ätherische Öle setzt sie beim Pfeffer frei und desto schärfer schmeckt er.

Nicht sonderlich fein mahlen die Ceramill de Luxe von WMF und die Cole & Mason. Das ist ärgerlich, wenn der Koch etwa eine Soße oder Suppe würzen will. Die nach ihrem Designer benannte Michael Graves von Alessi hingegen bekommt den Pfeffer nicht grob genug hin, etwa fürs Marinieren. Ikeas blauer Hingu­cker wiederum bricht die Körner in viel zu große Stücke.

Aroma­verlust bei WMFs Kipp­mühle

Damit Pfeffer aromatisch bleibt, muss er trocken, kühl, licht- und luft­geschützt lagern. Perfekt leistet das keine der getesteten Mühlen. Mehrere besitzen einen Glas- oder Acrylkörper, durch den der Koch sieht, wann er nach­füllen muss. Praktisch, aber schlecht fürs Aroma, denn so gelangt Licht an das Gewürz. Ein anderes Manko haben Mühlen, bei denen das Mahl­werk im Kopf sitzt. Bei ihnen landen zwar keine Krümel auf dem Tisch, dafür rutschen die zurück in den Vorrats­behälter. In der Kipp­mühle von WMF sammelt sich schnell bereits gemahlener Pfeffer. Der verliert das Aroma deutlich schneller als ganze Körner.

Tipp: Füllen Sie nur so viel Pfeffer in die Mühle, wie Sie in wenigen Wochen verbrauchen. Sonst verliert er an Qualität.

Bei Ikeas Kryddig ist der Lack ab

Die Hälfte der Mühlen über­stand den Dauer­test mühelos. Er simuliert gut fünf Jahre. In dieser Zeit mahlen die Modelle von Ikea, Höffner und Adhoc Classic Medium jedoch nicht nur Pfeffer: Durch das Aufeinander­reiben von Dreh­kopf und Körper schmirgelt bei ihnen Lack oder Kunststoff ab; beides kann im Pfeffer landen.

Bei der elektrischen Adhoc gab das Getriebe relativ schnell auf. WMFs Kipp­mühle verstellte den Mahl­grad von selbst und ließ sich nach einiger Zeit gar nicht mehr justieren – dann fielen aus ihr nur noch ganze Körner. Das Schwestermodell, Ceramill de Luxe, schlägt sich tadellos, solange sie nicht von der Arbeits­platte stürzt. Sie brach im Fall­test, ebenso die Zassen­haus Aachen.

Das Schmuck­stück gut behandeln

Köche sollten eine Mühle nicht ständig über dem dampfenden Kochtopf verwenden. Stahl könnte korrodieren und das Mahl­werk verkleben. Zudem dringt der feuchte Dampf womöglich ins Innere und beein­trächtigt den Pfeffer. Im Test schlagen sich die meisten Mühlen bei hoher Luft­feuchte erfreulicher­weise wacker.

Tipp: Mahlen Sie den Pfeffer extra in ein Schüsselchen. Falls das Mahl­werk mal verklebt, machen Sie einen Durch­gang mit trockenen Reiskörnern. Die reinigen es.

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