Pfefferminz, Fenchel, Kamille & Co

So haben wir getestet

Pfefferminz, Fenchel, Kamille & Co Testergebnisse für 64 Kräuter­tees 04/2017

Inhalt

Im Test: 64 Kräuter­tees, davon 15-mal Fenchel, 18-mal Pfefferminz, 15-mal Kamille und 16 Kräuter­teemischungen. 16 der Tees tragen das Biosiegel, 4 Produkte sind als Arzneitee im Handel, 4 Fenchel­tees als Tee für Babys und Kinder. Wir wählten über­wiegend viel­verkaufte Handels- und Herstel­lermarken aus.
Einkauf: November/Dezember 2016.
Preise: Wir ermittelten sie durch Anbieterbefragung im Februar 2017.

Unter­suchungen

Wir haben die Tees ausschließ­lich auf Schad­stoffe untersucht. Die wichtigsten Punkte: Wir prüften auf 28 Pyrrolizidinalkaloide und deren Umwandlungs­produkte. Außerdem analysierten wir alle Tees auf Pestizide und Anthrachinon. Kamillentee und Kräuter­teemischungen prüften wir noch auf Nikotin, weil die Literatur über entsprechende Belastungen berichtet. Ergänzend prüften wir die Baby­tees auf Nitrat: Sie sind in diesem Punkt sicher.

Folgende Methoden wurden einge­setzt:

  • Pyrrolizidinalkaloide und deren N-Oxide: Analyse von 28 verschiedenen Substanzen in Anlehnung an BfR-Methode nach Fest­phasen­extraktion mittels LC-MS/MS. Es wurde mindestens eine Misch­probe aus drei Packungen untersucht; bei Auffälligkeiten weitere Packungen. Beim am höchsten belasteten Produkt wurde insgesamt aus 16 Packungen geprüft.
  • Pestizide: Wir prüften mittels GC-MS/MS und LC-MS/MS in Anlehnung an die Methode L 00.00–115 der Amtlichen Samm­lungen von Unter­suchungs­verfahren nach § 64 Lebens­mittel- und Futtermittel­gesetz­buch (ASU).
  • Anthrachinon: Wir prüften in Anlehnung an Methode L 00.00–115 der ASU mittels GC-MS/MS.
  • Nikotin: Wir prüften in Anlehnung an Methode L 00.00–115 der ASU mittels LC-MS/MS.
  • Nitrat: Wir prüften gemäß Methode L 26.00–1 der ASU.

Die Befunde an Pyrrolizidinalkaloiden bewerteten wir nach der Tages­zufuhr, die die Europäische Behörde für Lebens­mittel­sicherheit Efsa und das Bundes­institut für Risiko­bewertung als „wenig bedenk­lich“ einschätzen: Für einen 60 Kilogramm schweren Erwachsenen sind das 0,42 Mikrogramm. Bei der Bewertung von Pestiziden, Anthrachinon und Nikotin orientierten wir uns an den zulässigen gesetzlichen Höchst­gehalten für Kräutertee beziehungs­weise für Pfefferminze.

Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass sich Produktmängel verstärkt auf das Schad­stoff­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einem Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertung setzten wir ein: Das Urteil für Schad­stoffe konnte nicht besser sein als das jeweils schlechteste Urteil für eine einzelne Schad­stoff­kategorie.

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15 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Trisha89 am 02.11.2018 um 15:07 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 01.03.2018 um 11:13 Uhr
welche Chargen noch im Handel

@Ex-Kd: Bei Lebensmitteltests handelt es sich immer um eine Momentaufnahme. Ob noch getestete Chargen im Handel erhältlich sind, ist uns nicht bekannt. Der Test gibt aber einen guten Überblick welche Teesorten wenig bis nicht belastet sind. So sind Fencheltees frei von Pestiziden und PA aus Wildkräutern. Das gilt auch für die meisten Pfefferminztees. Während Kamille z.B. bei der Ernte leicht mit Wildkräutern verwechselt werden kann und die Tees daher vermehrt PA enthalten können. (bp)

Ex-Kd am 27.02.2018 um 10:37 Uhr
gute und sehr gute Tees im Test

@Stiftung_Warentest
Da Sie empfehlen Ihren Test als Entscheidungsgrundlage zu nehmen, was denken Sie, welche der getesteten Chargen noch zu bekommen sind?

Profilbild Stiftung_Warentest am 16.02.2018 um 13:03 Uhr
gute und sehr gute Tees im Test

@Axel4Home: Welche Teesorten wir empfehlen, können Sie in diesem Test nachlesen. Nach dem Freischalten des Tests, können Sie die interaktive Tabelle gut dafür nutzen, um diejenigen Tees anzeigen zu lassen, die hinsichtlich der Schadstoffbelastung mit sehr gut und gut bewertet wurden. (PF)

Alex4Home am 16.02.2018 um 10:51 Uhr
Welche Teesorte, kann man sorglos trinken?

Den aktuellen Meldungen zufolge scheinen mir die Hersteller die Schadstoffe nicht im Griff zu haben. Gibt es noch Teesorten, die z.B. bedingt durch die Herkunft oder die Anbauweise, unbedenklich sind?