Pfefferminz, Fenchel, Kamille & Co Test

Abwarten. 5 bis 10 Minuten sollen Kräuter­tees ziehen. Kochendes Wasser löst Aromen am besten und tötet Keime ab.

Pfefferminze, Fenchel, Kamille oder bunte Mischungen – diese Kräuter­tees trinken die Bundes­bürger am meisten. Wir haben insgesamt 64 Tees der vier Sorten auf Schad­stoffe geprüft, zum Beispiel auf Pestizide und Gifte aus Wild­kräutern. Gut die Hälfte der Produkte über­zeugt, einige sind aber kritisch belastet. Vor allem bei den Fenchel­tees gibt es viele sehr gute Produkte. Ein Tee ist mangelhaft: Anbieter Kusmi Tea nahm seinen Kamillentee nach Bekannt­werden der Test­ergeb­nisse vom Markt.

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TestPfefferminz, Fenchel, Kamille & Cotest 04/2017
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Gifte aus Wild­kräutern

Versehentlich mitgeerntete Wild­kräuter können Kräuter­tees mit besonders kritischen Schad­stoffen belasten – mit Pyrrolizidinalkaloiden, kurz PA. In der Natur schützen sich Pflanzen damit vor Fraß­feinden, in Lebens­mitteln sind sie aber uner­wünscht: Bei Tieren erwiesen sich die Substanzen als krebs­er­regend und Experten gehen davon aus, dass PA auch beim Menschen kanzerogen wirken können. Eine leberschädigende Wirkung ist belegt. Das PA-Problem in Tee ist noch nicht lange bekannt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte es 2013 entdeckt und die Anbieter aufgefordert, das Problem soweit wie möglich zu beheben. Die Tester wollten wissen, was sich inzwischen getan hat. Sie schickten 64 Kräuter­tees der Sorten Pfefferminz, Fenchel, Kamille sowie Kräuter­mischungen zum Schad­stoff-Check ins Labor. Die Prüfungen konzentrierten sich nicht nur auf PA, sondern auch auf weitere Substanzen wie Pestizide, Nikotin und Anthrachinon – letzteres kann über Verbrennungs­prozesse in Tees geraten.

Pestizide sind nicht die kritischsten Schad­stoffe

Der Test zeigt, dass in Kräuter­tees durch­aus Pestizid­rückstände vorkommen. Die PA-Befunde aber gaben mehr Anlass zur Sorge. Noch existiert kein Grenz­wert, um sie zu einzuordnen. Daher orientieren sich die Tester an der Tages­menge, die das BfR als wenig bedenk­lich ansieht. Die PA-Gehalte der Tees im Test stellen demnach kein akutes Risiko dar. Doch der geprüfte Kamillentee von Kusmi Tea war so extrem belastet, das bei regel­mäßigem Konsum ein Risiko für die Leber nicht auszuschließen ist: Ein Beutel enthielt das 380-Fache der wenig bedenk­lichen Tages­menge. Aufgrund der besorgnis­erregenden Befunde haben wir die Öffent­lich­keit bereits Mitte Januar vorab informiert und davor gewarnt, den betroffenen Tee zu trinken. Der Anbieter rief Produkte der Charge darauf­hin vom Markt zurück (siehe Meldung Kamillentee von Kusmi: Extrem mit Schadstoffen belastet).

In Kamillentee besonders hohe PA-Gehalte

Die Tester fanden in Kamillen­tees und Kräuter­teemischungen häufiger PA als in anderen Sorten. Das kann bota­nische Gründe haben. So ähneln sich etwa die Blütenköpfe von Kamille und Greiskraut, einem PA-haltigen Wild­kraut. Es kommt vor, dass es zwischen Teepflanzen auf einem Feld wächst und am Ende mitgeerntet wird. Anbieter gehen eigenen Angaben zufolge schon seit der BfR-Warnung 2013 gegen die kritischen Wild­kräuter aus den Familien der Korb­blütler, Borretschgewächse und Hülsenfrüchtler vor. Die Maßnahmen reichen – je nach Sorte – etwa vom regel­mäßigen Absuchen der Felder über die Schulung der Erntehelfer bis hin zu genauen Sortierungen nach der Ernte.

Bio-, Baby- und Arznei­tees

Einige Kräuter­tees im Test tragen besondere Siegel oder Auslobungen. So sind vier Fenchel­tees für Säuglinge aufgemacht, weshalb die Tester sie extra auf Nitrat prüften – eine Substanz, die im Extremfall Blausucht bei Babys verursachen kann. 16 Produkte tragen das EU-Ökosiegel, das Teebauern etwa den Einsatz von synthetischen Pestiziden verbietet. Und vier Tees heißen Arznei­tees, was ihre Anbieter nach dem Europäischen Arznei­buch zu besonderen Rein­heits- und Identitäts­prüfungen verpflichtet. Außerdem müssen Arznei­tees höhere Gehalte an ätherischen Ölen aufweisen als herkömm­liche Tees aus Supermärkten und von Discountern. Ob diese besonderen Tees besser abge­schnitten haben als „gewöhnliche“ Kräuter­tees, erfahren Sie, wenn Sie den Testbe­richt frei­schalten.

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