Beschichtete Pfannen im Test

So haben wir getestet

Beschichtete Pfannen im Test Testergebnisse für 14 Beschichtete Pfannen 01/2021

Inhalt

Im Test: 14 Pfannen mit Antihaft­beschichtung aus Kunststoff und 28 Zenti­meter Durch­messer am oberen Rand. Wir kauf­ten sie im Juni und Juli 2020 ein. Die Preise erfragten wir von den Anbietern im September und Oktober 2020.

Beschichtung: 35 %

Die Prüfungen erfolgten in Anlehnung an den Norm­entwurf Din EN 12983–1:2020_03. Wir klebten drei Viertel des Bodens mit Klebefolie ab, befüllten die Pfannen mit Stahlkugeln, Korund und Wasser und rüttelten sie insgesamt über 45 Minuten. Nach je 15 Minuten entfernten wir ein Viertel der Folie. Nach der Prüfung bereiteten wir einen Pfann­kuchen zu, um die Antihaft­eigenschaft nach längerem Gebrauch zu beur­teilen. Wir kochten Milch ein, entfernten den Rück­stand und beur­teilten die Antihaft­eigenschaft. Wir schnitten Gitter in die Beschichtung. Anschließend beur­teilten wir die Korrosions­beständig­keit, indem wir die Pfannen mit Tomatensoße gefüllt neun Tage für jeweils acht Stunden bei 85 Grad Celsius erhitzten. Wir prüften, ob sich die Beschichtung ablöst.

Braten: 35 %

Wärmever­teilung, Aufheiz­zeit und Energiebedarf ermittelten wir jeweils auf einem homogenen Wärmestrahlungs- und auf einem Induktions­feld (AEG Electrolux, 68002K – MN). Durch Schmelzen von Puder­zucker prüften wir, wie gleich­mäßig die Pfanne Wärme verteilt. Dabei erfassten wir die maximale Temperatur an der wärmsten Stelle der Pfanne und die Zeit bis zum voll­ständigen Schmelzen (Schmelz­temperatur zirka 180 Grad Celsius). Wir ermittelten die erforderliche Zeit und Energie für die Erwärmung von einem Liter Öl von 23 auf 200 Grad Celsius. Anschließend maßen wir die Zeit, bis sich das Öl auf 120 Grad Celsius abkühlte. Dies zeigt, wie gut die Pfanne Wärme speichert.

Zwei Experten begut­achteten die Stand­festig­keit der Pfanne, ob sie zum Beispiel kippelt. Die Stand­festig­keit prüften wir vor der subjektiven Abmusterung in Anlehnung an die Din EN 12983–1:2020_03.

Hand­habung: 25 %

Ein Experte beur­teilte die Gebrauchs­anleitung auf Voll­ständig­keit, Verständlich­keit und Über­sicht­lich­keit (in Anlehnung an den Norm­entwurf Din EN 12983–1). Die Auslieferungs­qualität erfassten wir an den neuen Produkten, ob etwa Griffe fest waren.

Fünf Hobby­köche benoteten die Hand­lich­keit des Griffs, das Ausgießen (sowohl in Anlehnung an die alte Din 4490 4 als auch per Hand) und das Reinigen per Hand. Sofern nicht explizit ausgeschlossen, spülten wir die Pfannen 50 Mal in einem 60 Grad Programm mit einem handels­üblichen Reiniger im Geschirr­spüler und erfassten aufgetretene Verfärbungen.

Sicherheit: 5 %

Wir beur­teilten die Griff­temperatur und -gestaltung in Anlehnung an die Norm 12983–1:2020-03. Wir bewerteten, wie schnell die Pfanne im Fehl­gebrauch beim leeren Erhitzen auf dem Induktions­koch­feld (AEG mit runder Einkreiskoch­stelle auf Stufe 9) kritische Temperaturen erreichte. Dazu maßen wir die Zeit, bis die leere Pfanne auf dem Induktions­koch­feld 200 Grad erreichte und wir maßen die maximale Temperatur bis zum Abschluss des Puder­zuckertests (maximal 3 Minuten und 36 Sekunden).

Wir prüften in Anlehnung an Din EN 12983–1:2020-03 die Festig­keit des Griffs, indem wir ihn mit einer Kraft von 100 Newton belasteten.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen haben wir einge­setzt: Lauteten die Urteile für die Beschichtung oder die Sicherheit Ausreichend, konnte das test-Qualitäts­urteil maximal eine halbe Note besser sein. Hieß das Urteil für die Korrosions­beständig­keit Ausreichend, konnte die Beschichtung maximal eine halbe Note besser sein. Bewerteten wir die Auslieferungs­qualität mit Ausreichend, konnte die Hand­habung maximal eine Note besser sein. War die Hand­lich­keit des Griffs ausreichend, werteten wir die Hand­habung um eine halbe Note ab. Bei mangelhafter Sicherheit konnte das Qualitäts­urteil nicht besser sein. Waren Griff­temperatur und Griff­gestaltung oder die Festig­keit des Griffs mangelhaft, konnte die Sicherheit nicht besser sein. Beur­teilten wir die Festig­keit des Griffs mit Ausreichend, konnte die Sicherheit maximal eine Note besser sein.

Beschichtete Pfannen im Test Testergebnisse für 14 Beschichtete Pfannen 01/2021

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 18.01.2022 um 09:07 Uhr
Schadstoffemissionen & Untersuchungen des TÜV

@Green_NRG: Vielen Dank für die Informationen zu Schadstoffbelastung aus PTFE-Bratpfannen und Ihre Anregung bezüglich einer Untersuchung dieser Emissionen. Wir haben Ihren Testwunsch an das zuständige Untersuchungsteam weitergeleitet.

Green_NRG am 16.01.2022 um 19:27 Uhr
Schadstoffe, Teil 2

Nachtrag:
@Stiftung_Warentest
Die unten genannte Untersuchung ist schon 6-7 Jahre alt. Es wäre daher nicht pedantisch sondern naheliegend die aktuellen PTFE-Bratpfannen auf die gleichen Schadstoffe zu prüfen und zu sehen, ob die Hersteller nachgebessert haben oder es weiterhin eine Schadstoffbelastung für die Bevölkerung gibt. Eine Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland würde sich in dem Fall anbieten.
Gruß
Green_NRG

Green_NRG am 16.01.2022 um 19:16 Uhr
Schadstoffe

@Eintracht1899, @Stiftung_Warentest
PTFE zersetzt sich erst ab ca. 360°C durch Depolymerisation in giftige Bestandteile.
Pfannen mit PTFE-Beschichtung können aber auch schon bei Temperaturen unterhalb von 360°C gesundheitsschädliche Stoffe abgeben. Der TÜV Rheinland hat in diesem Thema vor ein paar Jahren Qualitätsarbeit geleistet und PTFE-Pfannen auf Schadstoffe getestet. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden u.a. in der Fachzeitschrift "Deutsche Lebensmittel-Rundschau" in der der Ausgabe vom Mai 2015 veröffentlich (Ab Seite 229).
Der Artikel ist auch online Verfügbar [ siehe Link, ab S. 39].
In der Tabelle 3 auf S. 44 sieht man die temperaturabhängigen Emissionsraten ab 110°C.
Bei 110°C wurden "flüchtige Siloxanverbindungen" und Formaldehyd emittiert. Ab 150°C wurde n-Butanol (!) emittiert.
Link:
http://docplayer.org/79600557-Metabolomic-profiling-lc-ms-ms-multimethode-zur-quantifizierung-von-hydroxysterolen-und-gallensaeuren-aus-biologischen-matrizes-werner-et-al.html

Profilbild Stiftung_Warentest am 14.01.2022 um 14:07 Uhr
Schadstoffe?

@Eintracht1899: Heizen Sie beschichtete Pfannen nie leer und auf höchster Stufe auf. Besser bei mittlerer Hitze mit etwas Öl oder Wasser anheizen.
Lösen sich Teile der Beschichtung, so ist das Verschlucken von abgelösten PTFE-Partikeln unbedenklich: Der Körper scheidet sie unverdaut aus. Die Antihaftwirkung ist jedoch zerstört. Ab 360 Grad Celsius setzt PTFE giftige Dämpfe frei, unter anderem Fluorverbindungen. Davor warnt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.test.de/Pfannen-im-Test-5440108-5693126/

Eintracht1899 am 13.01.2022 um 18:18 Uhr
Wurden die Pfannen auf Schadstoffe untersucht?

Hallo,
die wohl wichtigste Frage beim Kauf einer beschichteten Pfanne ist die nach den Schadstoffen. Wurde in der Beschichtung auf Schadstoffe getestet ?
In meinem Hinterkopf sind da solche Gedanken an DuPont welche erst 2017 über 671 Millionen Dollar an Schadensersatzforderungen wegen ihrer PFAS-haltigen Teflon-Produktion bezahlen mussten...
Danke!